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Snooker-WM 2023: Luca Brecel krönt sich als erster Kontinentaleuropäer zum Weltmeister und schreibt Geschichte
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Publiziert 01/05/2023 um 23:10 GMT+2 Uhr
Luca Brecel hat sich als erster Kontinentaleuropäer überhaupt im Crucible zum Snooker-Weltmeister gekrönt. Der Belgier triumphierte im Finale gegen den viermaligen Champion Mark Selby 18:15. Selby konnte zwar am Montagabend noch einmal auf zwischenzeitlich 15:16 verkürzen, seine Aufholjagd aber nicht vollenden. Den Grundstein für den Sieg hatte Brecel mit einer furiosen Nachmittags-Session gelegt.
Mit Century! Brecel macht WM-Titel klar und lässt sich feiern
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Als Luca Brecel zu Beginn der letzten Session mit 16:10 in Führung gegangen war, da sah der Belgier schon wie der sichere Sieger aus. Aber Mark Selby machte genau das, was er schon so oft gemacht hatte: Der viermalige Champion startete eine furiose Aufholjagd.
Fünf Frames gewann er in Folge. Brecel gab im anschließenden Siegerinterview in der Arena zu: "Er ist der schlimmste Gegner, den zu im Finale haben kannst. Er kommt immer wieder zurück, ist so ein Kämpfer. Bei 16:15 habe ich nicht mehr geglaubt, dass ich noch gewinnen kann."
Aber er schaffte es noch einmal, sich voll zu konzentrieren. Als Selby im 32. Frame Schwarz verschoss spielte er eine 51, nachdem er zuvor drei Frames lang keinen Ball gelocht hatte.
Dieses Break reichte am Ende zum 17:15. "Da habe ich wieder an mich geglaubt", so Brecel. Anschließend beendete er das Match im Stile eines Champions: Mit einer 112, seinem fünften Century des Tages, machte er den Sieg perfekt.
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Konfettiregen und Kuss von Freundin: Brecel erhält WM-Trophäe
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Brecel am Montagnachmittag wie im Rausch
Die Grundlage zum Triumph hatte Luca Brecel am Montag in der Nachmittags-Session gelegt. Mit 9:8 hatte er nach dem Sonntag nur knapp geführt, spielte dann aber vier Centuries in den folgenden acht Frames. Unter anderem eine 141 - das höchste Break, das er jemals im Crucible Theatre geschafft hatte.
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Brecel verrät: Ihm ging im Finale gehörig die Muffe
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Vor allem aber seine 40er-Clearance im 25. Frame war schier brillant. Selby hatte zwischenzeitlich zwei taktisch geprägte Frames gewonnen, bevor sich Brecel wieder vom Druck befreite.
Im ersten Frame des Abends baute der Belgier umgehend seine Führung auf 16:10 aus. Dann aber verschoss er im nächsten Durchgang einen sehr riskanten blauen Ball. Dadurch verlor er seine Linie. Prompt startete Mark Selby, der nun auch ein höheres Risiko ging, seine Aufholjagd.
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Selby spielt "Wunderball" - und verliert den Frame trotzdem
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Dabei holte er zwischenzeitlich 329 Punkte, ohne dass Brecel einen Zähler abbekam. 54 Minuten musste der Belgier warten, bis er wieder einmal einen Ball lochen konnte.
Am Ende war es trotzdem der 28-Jährige, der umgeben von seiner Familie jubeln und die Trophäe in die Höhe stemmen konnte. In den Armen seines Vaters Carlo verdrückte der frischgebackene Weltmeister zudem ein paar Tränen.
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Tränen in Papas Armen: Weltmeister Brecel überkommt es
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Brecel, der Meister der Comebacks
Im Viertel- und Halbfinale hatte Brecel beeindruckende Comebacks hingelegt. Zunächst gewann er gegen die englische Snooker-Ikone Ronnie O'Sullivan nach einem 6:10 sieben Frames in Serie zum Endstand von 13:10.
"Der Belgier, der die Briten terrorisiert", nannte ihn danach die Zeitung "La Croix". O'Sullivan lobte Brecel als "den wahrscheinlich talentiertesten Spieler, den ich je gesehen habe".
Eine Runde später lag Brecel gegen den chinesischen WM-Debütanten Si Jiahui scheinbar aussichtslos sogar 5:14 hinten - und gewann doch 17:15. Es war die größte Aufholjagd der dokumentierten WM-Geschichte.
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"Verrückter Ball!" Brecel locht Rot über drei Banden
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"Ich könnte heulen. Es ist unfassbar, wie ich das geschafft habe", sagte er anschließend. Selby, Weltmeister von 2014, 2016, 2017 und 2021, besiegte im Halbfinale Mark Allen (Nordirland) ebenfalls 17:15.
Brecel ist ein ungewöhnlicher Champion, kein glatter Gentleman. Vor dem Turnier habe er "gefeiert" und sei teilweise erst um sechs oder sieben Uhr morgens ins Bett gegangen, zitierten ihn belgische Medien: "Ich habe mit meinen Freunden FIFA gespielt, getrunken und nicht trainiert."
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Brecel im Siegerinterview: "Wollte es für Belgien schaffen"
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Erstes Maximum im Finale: Auch Selby gelingt Historisches
Trotz der Niederlage hatte auch Selby für einen besonderen Moment dieses hochklassigen Finales gesorgt. Der Engländer hatte am Sonntag mit dem in einem WM-Finale Geschichte geschrieben.
"Das werde ich nie vergessen", so Selby nach dem Endspiel noch in der Arena.
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(mit SID)
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Historisch! Selby gelingt erstes Maximum in einem WM-Finale
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