Snooker-WM 2025: Mark Selby packt nach Erstrunden-Niederlage früh die Koffer - Favoritensterben im Crucible geht weiter
Der viermalige Weltmeister Mark Selby ist bei der Snooker-WM 2025 krachend an der Auftakthürde Ben Woollaston gescheitert. Selby fand am Donnerstagabend in der zweiten Session nie zu seinem Spiel, leistete sich unerklärliche Fehler, wirkte frustriert und bekam am Ende mit 8:10 die Quittung. Nach der ersten Session vom Mittwochabend hatte Selby in Führung gelegen (5:4) - das änderte sich schnell.
Fatales Foul: So verlor Selby gegen Woollaston
Quelle: Eurosport
Der Engländer spielte nervös und kam nie in einen Rhythmus. "Er hat einige Bälle verschossen", musste Konkurrent Ronnie O'Sullivan im TV-Studio während einer Spielpause feststellen, hatte aber auch schnell einen "Schuldigen" ausgemacht: "Es kann sein, dass sein neuer Tip ein Problem ist. Manche Winkel sind mit einer neuen Pommeranze nicht einfach zu spielen. Wenn das nicht passt und du nicht richtig eingespielt bist, kann das eine ganze Menge von deinem Selbstvertrauen nehmen."
Als "Tip" oder "Pommeranze" wird im Snooker die kleine, runde Lederkappe an der Spitze des Queues bezeichnet. Der Umgang mit neuem Material am empfindlichen Queue-Ende gilt bei den Profis als schwierig.
"Früher hast du drei, vier Tage gebraucht, bis die überhaupt spielbar waren", gab O'Sullivan zu bedenken. Doch auch mit dem heute deutlich besseren Material kann es Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich ein Snooker-Spieler damit richtig wohlfühlt.
Selbys Trainingspartner Woollaston reichte so eine durchschnittliche, aber konzentrierte Leistung, um The Jester from Leicester auch ohne Century Break über die Zwischenstände 6:5, 8:6 und 9:7 auf Distanz zu halten.
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"Als ob er die Striche sehen würde": Woollaston entkommt Snooker
Quelle: Eurosport
Selby-Foul besiegelt Niederlage
Bei Selby lief so bis Frame 17 wenig bis gar nichts zusammen; erst dann spielte der viermalige Weltmeister sein erstes Break über 50 Punkte an diesem Abend (eine 81) - mit dem 81:15 zum 8:9 keimte wieder Hoffnung auf. "Er ist frustriert, wütend auf sich selbst. Für seine Verhältnisse macht er sehr viele Fehler. Er spürt den Druck", hatte O'Sullivan zuvor analysiert.
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Emotionaler Ausbruch! Selby schmeißt gelben Ball über den Tisch
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So war es dann auch im entscheidenden 18. Frame: Selby unterlief im Safety-Duell ein Foul, was das Aus besiegelte. Woollaston trifft im Achtelfinale am Samstag ab 20:00 Uhr (live bei Eurosport und discovery+) auf den an 13 gesetzten Chinesen Si Jiahui.
Selby analysierte seinen Auftritt im Anschluss bei "World Snooker Tour" knallhart: "Ich war von Anfang bis Ende erbärmlich, ich habe nicht abgeliefert und den Sieg nicht verdient. Ich habe nicht gut genug gespielt, als ich Chancen hatte." Sein Gegner habe ihn dagegen "in Schwierigkeiten gebracht. Ich liebe ihn über alles, ich bin mit ihm aufgewachsen und habe gesehen, wie er sich entwickelt hat."
Zu seiner eigenen Leistung meinte der 41-Jährige aber: "Manchmal versuche ich einfach zu viel und halte mich selbst vom Spielen ab. Ich kann nicht genau sagen, warum das so ist. Ich weiß, dass ich Turniere gewonnen habe, aber solch ein Ende ist ein Dämpfer für die Saison, denn mein Ziel ist es, mehr Triple Crowns zu gewinnen, und das ist sehr enttäuschend."
Woollaston schwärmt von eigener Leistung
Woollaston war nach dem Match dagegen höchst zufrieden: "Das ist zweifelsohne mein bisher bester Sieg. Mark hat nicht sein bestes Spiel gemacht, aber das ist mir egal, er ist immer noch sehr schwer zu schlagen, besonders hier."
Bereits im Achtelfinale gingen am Abend der Schotte John Higgins und der Chinese Xiao Guodong (4:4) ans Werk. Higgins, der sich in Runde eins Joe O’Connor entledigt hatte (10:7), startete gut und erarbeitete sich unter anderem mit einem 131er-Century eine 3:1-Führung.
Dann aber fand der 36 Jahre alte Xiao immer besser zu seinem Spiel und gewann die folgenden drei Frames 128:0, 67:43 und 68:14. Den achten Frame sicherte sich dann wieder Higgins (79:0) - vor der zweiten Session am Freitag ab 15:30 Uhr (live bei Eurosport und discovery+) ist also alles offen.
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Bitter! Day gibt Frame 16 wegen vermeidbarem Fehler ab
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Allen muss Rückstand aufholen
Am Donnerstagnachmittag hatte sich Ex-Weltmeister Luca Brecel, der sich unlängst als "Ronaldinho des Snooker" bezeichnete, gegen Ryan Day durchgesetzt. Zudem erarbeitete sich Chris Wakelin gegen den ehemaligen Weltranglistenersten Mark Allen eine 6:2-Führung.
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Geschafft: Brecel ringt Day in engem Duell nieder
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Schon in der ersten Runde hatte der "Crucible Curse", der Fluch der erstmaligen Weltmeister, Kyren Wilson ereilt, dessen angestrebte Titelverteidigung bereits früh scheiterte. Auch Neil Robertson und Barry Hawkins mussten früh die Segel streichen. Dagegen gewann Ronnie O'Sullivan bei seinem Comeback souverän.
Nach dem Umzug der WM 1977 ins Crucible Theatre konnte noch kein Premieren-Weltmeister seinen Erfolg im Jahr darauf wiederholen. 20 Champions sind an diesem Vorhaben bislang gescheitert.
In der Vormittagssession am Freitag stehen sich ab 11:00 Uhr (live bei Eurosport und discovery+) Chris Wakelin und Mark Allen (2. Session, 6:2) sowie Hossein Vafaei und Mark Williams (1. Session) gegenüber.
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Selby braucht Snooker - und löst es genial
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