Masters: Ronnie O’Sullivan, Mark Selby oder doch ein anderer?

Mit sieben Titeln ist Ronnie O’Sullivan nicht nur der Rekord-Champion beim Masters, auch in allen anderen Kategorien steht er ganz oben. Egal ob Preisgeld, Centuries, gespielte und gewonnene Matches oder gespielte und gewonnene Frames: Überall ist O’Sullivan die Nummer eins. Nur ein Rekord fehlt ihm noch: Die fünf Triumphe in Folge von Stephen Hendry (1989 bis 1993) sind unübertroffen.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Das Masters ist wirklich das Turnier des Ronnie O‘Sullivan, daran lassen die Zahlen keinen Zweifel. Triumphiert er auch 2018 wäre er nach Hendry erst der zweite Spieler, der dreimal hintereinander gewinnt. Und dass ein Sieg des Ausnahmespielers keine Überraschung wäre, zeigen seine drei Turniersiege gegen Ende des letzten Jahres.
Aber: Das Masters ist das Turnier, bei dem die Besten der Besten unter sich sind. Da muss man jedem den Titel zutrauen.

Auch Selby ist Favorit auf Sieg

Einer der schärfsten Rivalen von Ronnie O’Sullivan dürfte einmal mehr Mark Selby sein, wenn der denn seine Form findet. Drei Siege bei zehn Starts sind schließlich eine starke Bilanz.
Auch Selby liegt dieses Format offensichtlich. 75 Prozent seiner Matches hat er bisher beim Masters gewonnen und mehr als 55 Prozent der gespielten Frames. Die Werte des Weltmeisters liegen damit nur knapp hinter denen von O’Sullivan.
Die Erfahrung spricht dagegen für Mark Williams und für John Higgins. Higgins ist (wie auch O’Sullivan) schon zum 24. Mal beim Masters dabei, Williams gehört zum 20. Mal zum Elitekreis. Beide haben deutlich mehr als 50 Prozent ihrer Matches und ihrer Frames gewonnen. Beide haben in dieser Saison schon gezeigt, dass man sie nicht abschreiben darf. Beide haben auch bereits zweimal beim Masters triumphiert.
Allerdings liegt das schon eine Weile zurück. Der Schotte hat zuletzt 2006 triumphiert (in einem Finale gegen Ronnie O’Sullivan, das zum Klassiker wurde), der Waliser zuletzt gar von 15 Jahren. Trotzdem: Beide wissen, dass sie nicht zu den Top-Favoriten gehören. Der Druck ist also nicht ganz so groß. Das kann Kräfte freisetzen.

Außenseiter-Triumph beim Masters?

Im Blickpunkt werden auch Ding Junhui und Judd Trump stehen. Ding allerdings hat mich zuletzt nicht überzeugt. Ob das nur mit seinen Augen-Problemen zusammenhängt oder ob ihn da noch mehr belastet muss natürlich Spekulation bleiben. Zuletzt schien er sich mehr durch die Turniere zu quälen. Das sind keine guten Voraussetzungen.
Judd Trump ist zwar auch schon zum achten Mal dabei, den Titel hat er bisher aber noch nie geholt. Der wird brennen, um diese Lücke in seinem Lebenslauf zu schließen. Wer zu den ganz Großen gehören will, muss schließlich auch mal bei den Klassikern triumphieren. Das sorgt aber für erheblich mehr Druck.
Mit Luca Brecel und Anthony McGill sind auch zwei Debütanten dabei. Dass man auch bei seiner Masters-Premiere siegen kann hat Mark Selby schon bewiesen. Aber schwer ist es für Debütanten immer in dieser besonderen Atmosphäre im Alexandra Palace. Da bleibt abzuwarten, wie sie damit umgehen können. Aber wie schon oben geschrieben: Wer auch immer am Ende den Pokal bekommt, eine wirkliche Überraschung wäre es in diesem Elite-Feld nicht.
Eigentlich ist beim Masters nur eines gewiss: Spannend wird es meist. Viele Matches gehen da eng aus. Für Fans und Zuschauer kann das nur gut sein. Da liegen acht tolle Snooker-Tage vor uns. Wie immer: Das Snooker-Jahr beginnt mit einem Kracher!
Viel Spaß dabei wünscht
Ihr / Euer Rolf Kalb
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung