Der Grund dafür, dass Luca Brecel nicht für das Masters qualifiziert ist: Er stand nach der UK Championship nicht in den Top 16 der Weltrangliste. Und nur die Top 16 zu diesem Zeitpunkt sind für das wichtigste Einladungsturnier des Jahres qualifiziert. Soweit die Regeln. Und natürlich kennt jeder die Regeln, weshalb Luca das gestern wohl auch ein bisschen philosophisch nahm. Zum fraglichen Zeitpunkt stand der Belgier auf Platz 18.
Neil Robertson verwies auf Twitter zurecht darauf, dass ihm vor einigen Jahren das Gleiche passiert war: Bei der UK Championship 2017 verlor er vorübergehend seinen Platz in den Top 16. Zwar gewann er in der Woche darauf die Scottish Open und kehrte so unmittelbar in diesen Elitekreis zurück, aber beim Masters musste er zugucken.
Damals wie heute bitter: Ein Top-Spieler, der seine aktuelle Topform bewiesen hat, fehlt beim Masters.
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Natürlich muss irgendwann ein Strich gezogen werden. Wenn ein zusätzlicher Spieler beim Masters dabei sein soll, dann braucht man dafür ja eine zusätzliche Session. Die muss eingeplant und organisiert werden.

"Wieder der Shot-to-nothing": Brecel brilliert im Finale

Früher gab es beim Masters Wildcards

Man braucht Personal, auf den Plakaten und im Programmheft muss das annonciert werden, der Ticketverkauf muss ebenfalls organisiert werden. Diesen Aufwand schüttelt man nicht einfach mal kurzfristig aus der Hand.
Trotzdem: Früher gab es mal regelmäßig zwei Wildcards beim Masters (eine davon wurde bei einem Qualifikationsturnier ausgespielt). Die beiden spielten dann gegen die Nummer 15 und 16 der Setzliste. Böse Zungen behaupteten damals, dieses Konstrukt sei ersonnen worden, um dem Londoner Publikumsliebling Jimmy White einen Platz beim Masters zuzuschustern.
So etwas ähnliches könnte man wieder einführen. Man plant einfach von vorneherein einen Wildcard-Platz als 17. Teilnehmer ein und ist dann flexibel, um auf einen solchen Fall reagieren zu können.

Aber: Früher standen die Masters-Teilnehmer schon im Mai fest

Damit wäre allen geholfen. Und selbst wenn kein Spieler sich so sehr aufdrängen würde wie jetzt Luca Brecel oder vor vier Jahren Neil Robertson, fände sich sicherlich jemand, der oder die gerade für Aufmerksamkeit gesorgt hat und sich im Teilnehmerfeld gut machen würde.
Aber man darf sich natürlich auch nicht einreden, früher sei alles besser gewesen. Erinnert sich noch jemand an die Zeit, als die Weltrangliste nur einmal im Jahr aktualisiert wurde, nämlich nach der Weltmeisterschaft? Da wusste man dann schon im Mai (!), wer beim Masters im nächsten Januar dabei sein würde, also acht Monate vorher. Damals spiegelte das Teilnehmerfeld beim Masters keinesfalls die aktuelle Form wider. Wenn auch die heutige Lösung nicht ganz perfekt sein sollte: Besser als damals ist sie allemal.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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