Tour Championship 2025: Finale zwischen John Higgins und Mark Selby als Sternstunde des Snookers - Rolf-Kalb-Blog
VonRolf Kalb
Update 07/04/2025 um 16:28 GMT+2 Uhr
Am Ende wurde es emotional. John Higgins feierte im Finale der Tour Championship im englischen Manchester einen unglaublichen 10:8-Sieg gegen Mark Selby. Für die schottische Snooker-Legende war es der 33. Triumph bei einem Weltranglisten-Turnier. Eurosport-Experte Rolf Kalb war von dem dramatischen und hochklassigen Endspiel der beiden restlos begeistert, wie er in seinem aktuellen Blog gesteht.
Higgins krönt Comeback im Finale mit Total Clearance gegen Selby
Quelle: Eurosport
Es sei sein "bester Sieg aller Zeiten", sagte ein sehr bewegter John Higgins nach dem Triumph. Das klingt seltsam aus dem Mund einer Snooker-Legende. 32 Ranglisten-Titel hatte er schließlich zuvor schon geholt, hatte dabei viermal die Weltmeisterschaft gewonnen.
Ich kann das aber sehr gut nachvollziehen. Ungewöhnlich emotional reagierte Higgins, als sein Sieg feststand. Da konnte man spüren, was ihm der Erfolg bedeutete. Schließlich sah es zwischenzeitlich so aus, als sei ihm die Niederlage sicher.
Alles schien ja schon verloren für Higgins, als er nach einer 5:1-Führung sieben Frames in Folge verlor. Mark Selby spielte in dieser Phase unglaublich.
Ihm gelang einfach alles. Er spielte unbezwingbar. Doch dann folgte schließlich die Wende und mit fünf Frames in Folge holte Higgins doch noch den Titel.
Snooker und Fans waren die Gewinner
Das Duell der beiden Ausnahme-Könner war nicht nur dramatisch, sondern auch absolut hochklassig. Beide brillierten mit jeweils vier Centuries und drei weiteren Breaks von mehr als 50 Punkten. Das Niveau war so unglaublich hoch, dass man nur mit offenem Mund staunen und die Leistung bewundern konnte.
Gewinner dieser Sternstunde des Snooker waren damit auch der Sport selber und die Fans.
Beide Finalisten waren ja vor dieser Saison durch ein tiefes Tal gegangen. Die mentalen Probleme von Mark Selby sind gut dokumentiert.
Vor etwa einem Jahr beschäftigte er sich ernsthaft damit, seine Karriere zu beenden. Auch John Higgins war während der vielen Jahre ohne Titel und mit vielen bitteren Niederlagen von schweren Selbstzweifeln gequält.
Knoten bei Higgins geplatzt
In dieser Phase hat Higgins wirklich alles ausprobiert, um zu alter Stärke zurückzufinden. Wahrscheinlich hat er damit seine Verunsicherung nur noch vergrößert. Geholfen hat es auf jeden Fall nicht. Ihm drängte sich der Eindruck auf, er sei einfach nicht mehr gut genug, um um Titel mitzukämpfen.
Für beide hat die aktuelle Saison die Wende gebracht. Selby hat die British Open, die Welsh Open und die Championship League gewonnen. Bei Higgins platzte der Knoten, als er das World Open in Yushan gewann. Seitdem steht er wieder mit Selbstvertrauen am Tisch.
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"Warum nicht?!" Selby verblüfft mit Zauberstoß
Quelle: Eurosport
Sowohl Higgins als auch Selby haben bei der Tour Championship ja nicht nur im Finale überzeugt. Beide hatten die ganze Woche über schon begeistert. Mit brillantem Snooker waren sie ins Finale vorgedrungen.
Higgins bewies immer wieder, wie gut er jetzt wieder mit Druck umgehen kann. Und wie Selby sowohl Neil Robertson als auch Ding Junhui auseinandergenommen hat, war atemberaubend.
Gala macht Lust auf WM
Beide gehen jetzt natürlich mit viel Rückenwind in die Weltmeisterschaft. Das sorgt aber auch für mehr Druck. Nun als Favoriten im Kampf um den WM-Titel gehandelt zu werden, können sie nicht mehr ignorieren.
Aber beide sind erfahren genug, um zu wissen, dass eine WM noch einmal etwas ganz anderes ist. Die Erfolge, die man zuvor gefeiert hat, gelten im Crucible Theatre nichts mehr. Bisher hat noch jede WM, die ich beobachtet und begleitet habe, eine eigene Dynamik entwickelt.
Trotzdem: Die Gala von Higgins und Selby während der Woche in Manchester hat richtig Appetit auf die WM gemacht. Ich freue mich auf jeden Fall schon drauf.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Selby macht Kantersieg im Halbfinale gegen Ding perfekt
Quelle: Eurosport
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