Eine absolute Top-Leistung reichte für Kyren Wilson nicht, um gegen den furios aufspielenden Luca Brecel bestehen zu können. Die beiden lieferten eine mitreißende Gala in Sachen Offensiv-Snooker mit atemberaubendem Lochspiel. Fünf Centuries und fünf weitere Breaks von mehr als 50 Punkten lieferten sie ab und wurden nach dem Match von den Zuschauern im Barbican mit Standing Ovations gefeiert.
Zeit zum Warmwerden brauchten die beiden nicht. Als Kyren Wilson im ersten Frame eine lange Rote verschoss quittierte Luca Brecel das mit einer 130. Im zweiten Durchgang verschoss der Belgier dann eine Rote zu dünn und kassierte dank einer 121 von Wilson den Ausgleich. Mit einer 105 fand Brecel aber wieder in die Erfolgsspur zurück. Der vierte Frame hätte das Match kippen lassen können: Brecel hatte eine 59 vorgelegt, aber dank einer 69 schaffte Wilson noch den Ausgleich.
Der fünfte Frame war der einzige, in dem taktische Duelle die dominierende Rolle spielten. Prompt übernahm Wilson erstmals die Führung. Dann aber ging das unglaubliche Break-Festival weiter. Brecel zog mit Serien von 102, 97 und 80 Punkten auf 5:3 davon.
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Wilson verkürzte zwar noch einmal dank einer 83, aber als er einen langen Einsteiger verschoss war das Match für ihn vorbei: Mit einer 112, seinem vierten Century, machte Brecel den Sieg perfekt und begeisterte die Fans mit spektakulären Bällen am Ende des Breaks.

Am Ende gelingt alles! Brecels furioses Finish gegen Wilson

Damit steht erstmals ein Kontinental-Europäer im Finale Events der Triple Crown. Der beinahe sprachlose Alan McManus ließ danach im Eurosport-Studio keinen Zweifel aufkommen: "Unter solchen Umständen war das das beste Best-of-11-Match, das ich jemals gesehen habe."

Zhao dominiert Hawkins

Mit seinem souveränen Lochspiel und seinem klugen Breakbuilding ließ Zhao Xintong Barry Hawkins nie ins Match finden. Schon zu Beginn fiel auf, dass der Routinier Hawkins nervös wirkte, während Zhao sein Spiel selbstbewusst zelebrierte. Im ersten Frame hatte Hawkins Pink lang verschossen. Zhao fackelte nicht lange und holte mit einer Clearance von 78 Punkten den ersten Frame. Ein weiteres 78er-Break aus einem sehr schweren Bild brachte dann das 2:0 für Zhao, und mit einer 100 holte er auch den dritten Durchgang.
Im vierten Frame bekam Hawkins seine erste echte Chance, doch nach 22 Punkten verhungerte seine Rote auf dem Weg zur Tasche und mit seinem dritten 78er-Break holte Zhao das 4:0. Erst im fünften Frame machte Zhao seinen ersten Lochfehler von Bedeutung. Prompt kostete ihn das den Frame. Aber verunsichern ließ er sich nicht. Im Gegenteil: Mit weiteren Breaks von 74 und 81 Punkten stürmte er ins Finale.
Nach 2015, als Neil Robertson und Liang Wenbo um den Titel kämpften, steht damit zum zweiten Mal kein Spieler aus dem Vereinigten Königreich im Finale der UK Championship. Und zum ersten Mal kämpfen zwei Spieler im Endspiel um den Sieg, die nicht in den Top 16 der Rangliste stehen. Der Sieger wird aber mit einem Platz in diesem Elitefeld des Snooker belohnt.
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