Rolf-Kalb-Blog - Welsh-Open-Finale zwischen Wilson und O'Donnell: Kein gutes Match, aber so ist Snooker eben auch

Das Finale der Welsh Open war ein kurioses Match, meint Eurosport-Kommentator Rolf Kalb in seinem aktuellen Blog. Am Ende stand der Sieg von Gary Wilson, der damit seinen zweiten Titel in dieser Saison und seinen dritten insgesamt geholt hat. Er ist der 29. Spieler, der drei oder mehr Ranglisten-Turniere gewonnen hat. Für Martin O’Donnell war es die allererste Final-Teilnahme.

Gary Wilson nach Welsh-Open-Sieg über "Ups and downs"

Quelle: Eurosport

Klar: Das Finale der Welsh Open zwischen Gary Wilson und Martin O’Donnell wird nicht in die Geschichte eingehen als eines der großen Endspiele, an die man sich immer erinnert. Dazu war das spielerische Niveau zu schwach.
Das haben beide ja auch unumwunden zugegeben. 84 beziehungsweise 81 Prozent Locherfolg sind nun wahrlich keine berauschenden Werte. Dass sie besser spielen können haben sie ja zuvor gezeigt, vor allem in den Halbfinals.
Aber so ist Snooker eben auch. Die Bälle laufen nicht immer so, wie die Spieler laufen. Das gestrige Endspiel ist ein Paradebeispiel dafür, dass ein Finale eben nicht nur ein normales Snooker-Match ist. Den Titel vor Augen zu haben stellt alle Spieler nun einmal vor besondere Herausforderungen.
Wilson hat ja durchaus ordentlich angefangen mit seiner 98. Aber das hat ihm nicht die Sicherheit gegeben, die man eigentlich hätte erwarten können.

Wilson schon am Dienstag bei Players Championship

Vielleicht war es auch der Fluch der hohen Führung. Er wusste ja, dass er nicht wirklich gut spielte. Und trotzdem hatte er immer ein deutliches Polster. Das hat ihn durcheinandergebracht.
Für ihn geht es schon am Dienstagnachmittag bei der Players Championship (das Turnier aus Telford wird ausführlich bei Eurosport und discovery+ übertragen) weiter.
Ich bin mal gespannt, wie er sich gegen Hossein Vafaei präsentiert. Ein Sieg über den Iraner ist ja keinesfalls garantiert. Da Wilson nicht für das World Open qualifiziert ist braucht er schon Siege, um dann auch sicher bei der Tour Championship dabei zu sein.
Die Saison 2023/24 ist schon jetzt die erfolgreichste in der Karriere von Wilson. Wenn er sich jetzt noch für die Tour Championship qualifiziert und dann auch bei der WM im Crucible Theatre zu den gesetzten Spielern gehört, dann wäre das die Krönung für ihn.
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Martin O'Donnell verlor das Finale der Welsh Open gegen Gary Wilson

Fotocredit: Getty Images

Finale wird zur Lektion für O'Donnell

Für O’Donnell war sein erstes Finale eine Lektion. Diese Lektion haben aber auch alle anderen lernen müssen, auch die Allergrößten. Man kann sich einfach nicht vorstellen, wie das ist, ein Endspiel zu bestreiten. Emotional und mental betritt man da Neuland.
Als er gegen Wilson klar in Rückstand geriet, da war seine Anspannung deutlich zu spüren. Das war nicht nur eine mentale Anspannung.
Auch der ganze Körper wirkte angespannt, vielleicht sogar ein bisschen verkrampft. In einer solchen Situation war an ein spektakuläres Comeback nicht mehr zu denken. Vollkommen von der Rolle war er dann im letzten Frame, in dem er rein gar nichts mehr traf.
Erfahrenen Top-Spielern passiert so etwas nicht. Die haben diese Lektion eben schon gelernt. Die wissen, dass sie auch mit ihrem B-Spiel gewinnen können.

Comeback von O'Donnell nicht erwartbar

Kaliber wie Ronnie O’Sullivan oder Judd Trump können solche Rückstände aufholen. Von O’Donnell durfte man das nicht erwarten.
Trotzdem waren die Welsh Open für Martin O’Donnell die mit Abstand beste Snooker-Woche seines Lebens. Deshalb ist es für ihn umso bitterer, dass er jetzt eine so lange Pause hat.
Für ihn wäre es besser, er könnte diesen Auftrieb sofort in ein neues Turnier mitnehmen. Aber er ist ja nicht bei der Players Championship dabei.
Und weil er sich nicht für die World Open qualifiziert hat wird er auch bei der Tour Championship fehlen. Sein nächstes Match bestreitet er erst im April bei der WM-Qualifikation. Eine sehr lange Pause.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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"Hasse es einfach, wie ich spiele": McGill schimpft trotz Sieg

Quelle: Eurosport

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