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World Grand Prix: Trump und Lisowski mit Finale furioso
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Publiziert 21/12/2020 um 15:20 GMT+1 Uhr
Finale furioso: Zum Abschluss des Snooker-Jahres sorgten Judd Trump und Jack Lisowski im Finale des World Grand Prix für eine besondere Sternstunde. Das war eine Gala von zwei Könnern, die sich gegenseitig zu Höchstleistungen trieben. Ein Feuerwerk an Offensiv-Snooker, das so mitreißend war, dass sich wohl niemand dem entziehen konnte. Schade, dass es dabei einen Verlierer geben musste.
Judd Trump spielt im Finale beim World Grand Prix ein Century Break
Fotocredit: Eurosport
Über Judd Trump als Seriensieger habe ich an dieser Stelle ja schon öfter geschrieben. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Sechs Titel hat er in der Saison 2019/20 gewonnen, sechs Titel auch im Kalenderjahr 2020, bereits drei Titel sind es in der Saison 2020/21 (bei bisher sieben gespielten Ranking-Turnieren). Hinzu kommen ein weiteres Finale, ein Halbfinale und ein Viertelfinale. Ohne die Championship League hat er 38 von 41 Matches in dieser Saison gewonnen. Er selber hat es auf den Punkt gebracht: "So gut bin ich noch nie in eine Saison gestartet."
Bei den Scottish Open und auch in einigen Situationen beim World Grand Prix merkte man schon, dass er diesem strammen Programm Tribut zollen musste. Aber wenn es darauf ankam, dann war von Müdigkeit keine Spur mehr. Natürlich wird auch er Schwächephasen durchmachen müssen (alles andere wäre unmenschlich), aber im Moment wirkt es so, als ob er bei Bedarf immer den Schalter umlegen könnte.
Eine solche Dominanz haben wir lange nicht mehr erlebt. Judd Trump übertrifft im Moment sogar die stärkste Phase von Mark Selby, als der von 2015 bis 2019 die Weltrangliste anführte. Vergleiche mit der goldenen Phase von Steve Davis oder der Dominanz von Stephen Hendry in den Neunzigern sind nicht weit hergeholt.
Beeindruckt hat mich beim World Grand Prix aber auch die Leistung von Jack Lisowski. Dass sein Lochspiel eine Wucht ist, das ist keine neue Erkenntnis. Aber die Zuverlässigkeit ist neu. Keine überhastete Aktionen, praktisch keine dummen Fehler (abgesehen von seinem Aussetzer im Viertelfinale, als er zwei Rote in Folge lochte). Da hat er mittlerweile eine stabile Basis geschaffen.
Lisowski hat sich taktisch weiterentwickelt
Vor allem im Halbfinale hat er aber auch gezeigt, dass die Zeiten, als man Lisowski ein eindimensionales Spiel vorhalten konnte, vorbei sind. Er ist mittlerweile nicht mehr nur das Offensiv-Kraftwerk, sondern er hat auch ein gutes taktisches Spiel entwickelt und spielt kluge Safeties. Gegen Mark Selby hat er auch in diesem Bereich mitgehalten. Etwas mehr Ruhe und Abgeklärtheit sind auch dazu gekommen.
Es brauchte im gestrigen Finale schon eine Bestleistung von Judd Trump, um Jack Lisowski in die Schranken zu weisen. Trump hat es auch hier auf den Punkt gebracht: "Mit dem Spiel ist der im Nu in den Top 5." Und der erste Titel lässt wahrscheinlich auch nicht mehr lange auf sich warten. Es wäre ihm zu gönnen. Krankheitsbedingt hat seine Entwicklung länger gebraucht als bei anderen, aber er ist auf einem guten Weg.
Nach einem hektischen fünfwöchigen Snooker-Marathon kehrt bei mir jetzt vorübergehend auch etwas Ruhe ein. Ich werde über die Feiertage aber auch noch einen Jahresrückblick hier veröffentlichen. Aber schon jetzt möchte ich allen Leserinnen und Lesern ein trotz der besonderen Umstände ein frohes Weihnachtsfest wünschen. Und passt auf Euch auf.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport
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