Speedway-GP in Malilla: Dan Bewley holt den Sieg in Schweden - Lokalmatador sorgt für Final-Drama

Der Brite Dan Bewley hat den von Stürzen geprägten Speedway-GP im schwedischen Malilla überraschend für sich entschieden. In einem dramatischen Finale entriss der 24-Jährige dem Slowenen Martin Vaculik nach einem Restart den sicher geglaubten Triumph. Zuvor war Vaculik schon auf Siegkurs liegend von Lokalmatador Fredrik Lindgren abgeschossen worden. Bartosz Zmarzlik scheiterte im Halbfinale.

Mega-Manöver: Bewley enreißt Vaculik den Sieg in Malilla

Quelle: Eurosport

Dan Bewley konnte es selbst kaum glauben. "Es ist verrückt, dass ich hier stehe", sagte der 24-Jährige nach seinem Triumph beim Speedway-Grand-Prix im schwedischen Malilla.
Denn bis der Brite am Samstagabend im Finale nach dem Restart als Erster über die Ziellinie fuhr, sprach eigentlich wenig für den ersten Saisonsieg des Briten, der bis dahin in diesem Jahr noch keine einzige Finalteilnahme verbuchen konnte.
"Wir mussten sehr viel arbeiten, um in den Abend hineinzufinden", erklärte Bewley. Erst in seinem letzten Heat hatte er als Dritter den entscheidenden Punkt eingefahren, der ihn ins Halbfinale rettete.
Mit acht Zählern schaffte er als Siebter gerade so noch den Sprung in die Vorschlussrunde. Dort setzte er sich als Zweiter hinter Lokalmatador Fredrik Lindgren durch und erreichte das Finale - abseits der Scheinwerferlichter.

Bewley profitiert von Crash

Auch dort spielte Bewley eigentlich nur die dritte Geige. Lokalmatador Lindgren und Martin Vaculik, die auch in den Vorläufen dominiert hatten, duellierten sich um den Sieg. Der Brite steuerte dahinter "nur" dem Podestplatz entgegen.
picture

Final-Drama: Lokalmatador Lindgren schießt Führenden Vaculik ab

Quelle: Eurosport

Doch dann ereignete sich ein echtes Final-Drama. In der letzten Kurve der dritten Runde bremste der Schwede Lindgren vor seiner Heimkulisse zu optimistisch und schoss den führenden Slowenen ab. Beide blieben glücklicherweise ohne Verletzung, Lindgren entschuldigte sich umgehend bei seinem Rivalen.
Die Folge: Restart des Entscheidungslaufs und Disqualifikation für den Local Hero, der mit seinen Leistungen in den Vorläufen zuvor die Hoffnungen des Publikums auf einen Heimsieg genährt hatte.

Lindgren beraubt sich aller Chancen

Denn der Schwede hatte seine vier Läufe vor dem Finale allesamt gewonnen und war als Favorit ins letzte Rennen gegangen, beraubte sich auf heimischem Terrain durch seinen Fehler aber aller Chancen.
Dadurch verpasste es der 37-Jährige auch, den Abstand auf Champion Bartosz Zmarzlik in der Weltmeisterschaft deutlicher zu verkürzen.
Ohne den ausgeschlossenen Lokalmatador eroberte Vaculik nach dem Restart erneut die Führung, ließ sich dann aber von Bewley aus dem Nichts düpieren und musste sich am Ende mit dem für ihn enttäuschenden Rang zwei begnügen.
picture

Husarenritt: Lokalmatador Lindgren düpiert Zmarzlik und Co.

Quelle: Eurosport

Zmarzlik mit Horror-Auftakt

Auch die anderen "Verfolger" des Polen konnten nicht ausnutzen, dass der Dominator des Speedway in Malilla Federn ließ. Dabei hatte sich schon früh abgezeichnet, dass Zmarzlik in der Skrotfrag Arena, wo er 2017, 2021 und 2022 triumphiert hatte, nicht in Bestform war.
Im dritten Heat duellierte sich Zmarzlik erstmals mit seinem WM-Rivalen Jack Holder und attackierte den Australier auf der Außenseite.
picture

Husarenritt: Lokalmatador Lindgren düpiert Zmarzlik und Co.

Quelle: Eurosport

Dabei ging dem polnischen WM-Führenden aber der Platz aus. Zmarzlik krachte in den Luftfangzaun, blieb aber zum Glück ebenfalls unverletzt.

Auch Wildcarder Thorsell fliegt ab

Weil er in den Augen des Schiedsrichters den Rennabbruch mit seinem aggressiven Manöver selbst verursacht hatte, wurde er vom Restart ausgeschlossen.
Ein denkbar schlechter Auftakt für den 28-Jährigen, der mit 0 Punkten in den Samstagabend startete. Am Ende schaffte er dennoch locker den Sprung in die Vorschlussrunde, wo er dann aber als Dritter hinter Patryk Dudek und Vaculik die Segel streichen musste.
Ohnehin wurde der Grand Prix in Schweden von zahlreichen Stürzen geprägt. Nur einen Heat nach Zmarzliks Crash folgte der nächste Schreckmoment. Wildcarder und Lokalmatador Jacob Thorsell flog in einem Duell ebenfalls ab.

Lambert erklärt Sturz-Festival

"Es war sehr rutschig auf der Bahn. Daher war die Ideallinie sehr eng und da ging der Platz aus", erklärte Robert Lambert die zahlreichen Stürze nach dem Rennen. Es sollte nicht der letzte Crash eines Lokalmatadoren bleiben.
Trotz seines Unfalls mit Vaculik im Finale sprang Lindgren auf Rang zwei in der Gesamtwertung. Auch, weil mit dem Australier Jack Holder der ärgste Rivale von Zmarzlik ebenfalls im Halbfinale scheiterte und im "Fernduell" weiter an Boden verlor.
Bewley kletterte nach seinem ersten Erfolg der Saison derweil auf Rang fünf in der Gesamtwertung. "Das entschädigt für alles", strahlte der Brite nach seinem Sieg in die Kamera.

Speedway-Gesamtwertung

PlatzFahrerPunkte
1.Bartosz Zmarzlik102
2.Fredrik Lindgren 82
3.Jack Holder 79
4.Martin Vaculik 69
5.Dan Bewley 69
picture

"Wahnsinn!" Riesenunfall sorgt für Rote Flagge in Rom

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung