Melandri hatte Chancen auf den Sieg, kam aber nicht schnell genug an seinen Gegnern vorbei: "Es war ein hartes Rennen. Ich wollte um den Sieg kämpfen. Das war mein Ziel. Doch Johnny pushte hart. Ich wollte die anderen Fahrer entschlossen überholen. Doch van der Mark war hartnäckig. Wir berührten uns. Ich verlor zu viel Zeit. Es ging nur noch um Platz zwei. Es ist schade, denn ich hatte das Tempo für den Sieg."
Immerhin konnte Melandri das teaminterne Duell entscheiden. Für Teamkollege Davies war es ein ereignisreicher Sonntag. "Ich hatte beim ersten Start gut weg. Ich fuhr außen. Doch das zahlte sich nicht aus. Ich berührte mich mit Eugene", kommentiert er den Zwischenfall mit dem Milwaukee-Aprilia-Fahrer. "Ich lag im Kiesbett und konnte es nicht fassen."
"Ich pushte beim Neustart und versuchte, mit Johnny mitzuhalten. Am Ende hätte ich vielleicht etwas härter kämpfen können, doch ich habe an die WM gedacht und Marco war schnell", hält Davies fest, der in Jerez beide Rennen auf dem Podium beenden konnte, obwohl er am Freitag ein Training verlor.
Spain
Rea profitiert von Melandri-Drama in Jerez
21/10/2017 AM 14:30

Yamaha leistet Widerstand

Die geänderte Startreihenfolge für Lauf zwei spülte Alex Lowes (Yamaha) auf die Pole-Position. WSBK-Rückkehrer stand in Reihe eins. Die Favoriten gingen aus Reihe drei und vier in den zweiten Lauf. Yamaha-Pilot Michael van der Mark gewann den Start aus Reihe eins. Bereits in Kurve 2 gingen Davies und Eugene Laverty (Aprilia) zu Boden. Dominic Schmitter stürzte ebenfalls, nachdem er sich mit Takumi Takahashi (Honda) uneinig war. Das Rennen wurde abgebrochen.
Davies profitierte vom Abbruch und steuerte seine leicht beschädigte Ducati an die Aruba-Box. Die Mechaniker reparierten die Panigale bis zum Neustart, der 13:20 Uhr erfolgte. Weniger erfolgreich waren die Arbeiten der Milwaukee-Aprilia-Crew. Laverty bog nach der Besichtigungsrunde wieder in die Boxengasse und signalisierte seinen Mechanikern, dass etwas nicht stimmt an der RSV4. Er startete später aus der Boxengasse.
Beim Neustart war es erneut van der Mark, der das Feld anführte. Milwaukee-Aprilia-Pilot Lorenzo Savadori stürzte in Kurve 6, doch das Rennen konnte fortgesetzt werden. Die Reihenfolge nach der ersten Runde: van der Mark, Rea, Lowes, Davies, Sylvain Guintoli (Puccetti-Kawasaki), Tom Sykes (Kawasaki), Melandri, Xavi Fores (Barni-Ducati), Roman Ramos (Go-Eleven-Kawasaki) und Leon Camier (MV Agusta).

Rea entkommt dem Feld

Rea attackierte van der Mark bereits am Ende der ersten Runde und übernahm in Runde zwei die Führung. Binnen einer Runde kämpfte sich der Weltmeister von Startplatz neun an die Spitze vor. Davies übernahm in Runde zwei die dritte Position, Melandri verbesserte sich auf Position vier. Der Italiener fuhr einen neuen Rundenrekord und wollte sich schnell an die Spitze vorkämpfen, nachdem er den Sieg am Samstag durch einen Defekt verpasste.
Melandri attackierte Davies in Kurve 6 und ging an der Ducati mit der Startnummer 7 vorbei. Nun lag nur noch van der Mark zwischen Melandri und Spitzenreiter Rea. Melandri ging zu ungeduldig vor und touchierte van der Marks Hinterrad. Er fiel zurück auf die vierte Position. Davies übernahm wenig später die zweite Position, doch Rea war durch die Duelle hinter ihm bereits an der Spitze entkommen.
Ein weiterer Fehler warf Melandri in Kurve 6 erneut zurück. Zwischenzeitlich ging sogar Lowes wieder am Routinier vorbei. Danach war es van der Mark, der durch kleine Fehler auf Position sechs zurückgeworfen wurde. Später sortierten sich die Positionen. Lediglich um Platz zwei wurde es eng. Melandri kam immer näher an Davies heran und zog wenige Runden vor Rennende in Kurve 1 vorbei.

Davies und Sykes punktgleich

Rea gewann souverän vor Melandri und Davies. Damit gewann Kawasaki die Herstellerwertung. Zudem zog Rea mit Superbike-Legende Troy Bayliss gleich. Beide kommen jetzt auf 52 WSBK-Laufsiege. Lowes verteidigte Platz vier und rundete ein erfolgreiches Wochenende ab.
Sykes wurde nur Fünfter und ist vor dem Saisonfinale in Katar punktgleich mit Davies. Van der Mark brachte seine Yamaha auf Position sechs ins Ziel. Fores hielt sich Ex-Champion Guintoli vom Leib und wurde Siebter. Leandro Mercado (Ioda-Aprilia) und Jordi Torres (Althea-BMW) komplettierten die Top 10.

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