Olympia 2024: Die Wellen im Pazifischen Ozean von Teahupoo gelten als Monster - und forderten schon Menschenleben

Die olympischen Surf-Wettbewerbe 2024 finden nicht etwa in Südfrankreich im Mittelmeer vor Marseille oder Nizza, sondern in Tahiti statt. Vom 27. bis 31. Juli wird es am Abend und in der Nacht (MEZ) zur Sache gehen. Die Umgebung mag idyllisch sein, doch der Pazifische Ozean gibt bei den Einheimischen als "Monster". Die Wellen vor Ort forderten sogar bereits Menschenleben.

Bei den Olympischen Spielen 2024 wird auf Tahiti gesurft

Fotocredit: Getty Images

Der Schein trügt in Teahupoo. Eine sanfte Meeresbrise, blühende Landschaften, der traumhafte Strand - doch inmitten dieses paradiesischen Panoramas tobt: ein "Monster".
Die Welle, auf der ab Samstag vor dem kleinen Dorf im Südwesten der Insel Tahiti um olympisches Gold gesurft wird, gilt als Athleten verschlingendes Ungeheuer. Sie forderte vor einigen Jahren sogar schon ein Menschenleben - und gilt doch als Traumziel eines jeden Surfers.
Deshalb haben sich die Macher der Spiele von Paris für das französische Überseegebiet entschieden, obwohl es auch im Mutterland geeignete Orte gegeben hätte. Ein Hauch von Geopolitik weht durch Olympia, Bedenken wegen der Athletensicherheit oder der sensiblen Umwelt wurden beiseite geschoben. Die meisten Teilnehmer, heißt es, kämen ohnehin aus Nordamerika oder Ozeanien und hätten es in den Südpazifik nicht so weit.
Außerdem erzählt der Ort fast 16.000 km oder 21 Flugstunden von Paris entfernt eine schöne Emanzipationsgeschichte. Seit 2021 und nach 15-jähriger Pause dürfen auch Frauen wieder surfen in Teahupoo, übersetzt "Mauer der Schädel", dank der Lobbyarbeit von Szenestars wie Carissa Moore oder Tatiana Weston-Webb.

Surfen auf Tahiti: "eine der gefährlichsten Wellen der Welt"

Was sich wie ein Erfolg der Emanzipation liest, hat auch eine andere Seite: Im Surfen ist bei den Frauen in vielen Bereichen "viel Luft nach oben", wie die deutsche Olympiastarterin Camilla Kemp sagt. Das heißt: Nicht jede Starterin ist gut vorbereitet auf das "Monster". Die Welle türmt sich meist zwei, drei, mitunter aber sechs oder mehr Meter auf - unter ihr lauert ein flaches Korallenriff, das Fehler mit fiesen Schnittwunden, Brüchen oder Schlimmerem bestraft.
"Das ist eine sehr spezielle Welle – und sicher eine der gefährlichsten der Welt", sagt Quirin Rohleder im "Tagesspiegel". Der Mann weiß, wovon er spricht: Der Münchner gilt als erster professioneller deutscher Surfer, war selbst vor Ort. "Man muss höllisch aufpassen", sagt er - und mit Blick auf Olympia: "Ganz wohl ist mir bei der Sache nicht." Kemp gibt zu, sie habe "teilweise Angst" vor dem Ungetüm. Bei einem Trainingssturz aufs Riff verhinderte ihr Helm Böses.
Andererseits: Wenn die Welle trägt, liefert sie spektakuläre Bilder. Weston-Webb surfte dort kürzlich als erste Frau eine "10" und sprach von einem "Geschenk Gottes". In diesen Genuss sollen noch viele Menschen kommen, Olympia soll den Tourismus ankurbeln, die beiden Jachthäfen wurden für die Spiele renoviert.
Ist das "Monster" zähmbar? Die Welle, sagt Keala Kennelly, die Anfang der 2000er mehrmals in Teahupoo gewann, "kümmert sich nicht um dein Geschlecht. Wenn sie es will, wird sie dich zerstören."
(SID)
picture

Surf : Unofficial new world record wave surfed at Nazaré

Quelle: SNTV


Die Olympischen Spiele 2024 in Paris bei discovery+ | Diese Vorteile hast Du, wenn Du ein Abo ab 3,99 Euro pro Monat abschließt:
  • Olympia pur: Nur bei discovery+ erlebst du jeden Moment der Olympischen Spiele 2024 in Paris live und auf Abruf
  • Alle Höhepunkte der Olympischen Spiele 2024 mit deutschem Kommentar und ohne Unterbrechung live und auf Abruf
  • Alle wichtigen Ballsportarten mit deutscher Beteiligung mit deutschem Kommentar und ohne Unterbrechung live und auf Abruf
  • Alle Medaillenentscheidungen in Paris in voller Länge und ohne Unterbrechung live und auf Abruf
  • Die tägliche Streaming-Show "StreamD" live aus Paris mit wechselnden Gästen
  • Geballtes Fachwissen und Top-Analysen von unseren Eurosport-Experten Boris Becker, Pascal Hens, Fabian Hambüchen, Jens Voigt, Rico Freimuth und weiteren Olympiasiegerinnen und Olympiasiegern
  • "Gold-Alarm": Verpasse keine Medaillenentscheidungen in Paris dank des "Gold-Alarms", der dich im Livestream rechtzeitig über jede Medaillenentscheidung informiert
  • Die tägliche Eurosport-Olympia-Konferenz "Medal Zone" mit allen wichtigen Entscheidungen des Tages live und auf Abruf
  • Die komplette Eurosport-Berichterstattung inklusive der Morning-Show "Bonjour Paris" und der Prime-Time-Show "Bonsoir Paris" live und auf Abruf
  • Timeline Marker: Schneller Zugriff auf die wichtigsten Momente der Olympischen Spiele durch Markierungen in den Streams von allen Top-Events
  • Die Olympischen Spiele 2024 in Paris live und auf Abruf auf discovery+



Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung