Djokovic vor US-Open-Start: Würde die Adria Tour wieder machen

Novak Djokovic hat sich wenige Tage vor dem Start der US Open hinsichtlich der umstrittenen Adria Tour geäußert, nach der mehrere Teilnehmer inklusive ihm selbst mit dem Coronavirus infiziert waren. "Ich weiß, dass die Absichten richtig waren, und wenn ich die Chance hätte, die Adria Tour erneut zu machen, würde ich es wieder tun", erklärte der Weltranglistenerste gegenüber der "New York Times".

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"Wir haben versucht, etwas mit den richtigen Absichten zu tun. Ja, es gab einige Schritte, die natürlich anders hätten gemacht werden können, aber werde ich ab jetzt für immer beschuldigt, einen Fehler gemacht zu haben? Ich meine, wenn das so ist, okay, dann werde ich das akzeptieren, denn das ist das Einzige, was ich tun kann", sagte der sichtlich getroffene Tennis-Star dem Journalisten: "Ob es fair ist oder nicht, musst du mir sagen."
Die Adria Tour war ein Turnier, das unter anderem von Djokovic mit ins Leben gerufen wurde und von Mitte Juni bis Anfang Juli ausgetragen werden sollte. Trotz der Corona-Pandemie waren Zuschauer bei der Veranstaltung erlaubt. Zudem sorgten Videos von einigen Spielern, unter anderem auch von Djokovic und Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev, aus einem Club in Belgrad für Kritik.
Die ursprünglich geplanten Austragungsorte waren Serbien, Kroatien, Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina, die Tour wurde jedoch nach dem zweiten Stop abgebrochen, nachdem bekannt wurde, dass sich mit Grigor Dimitrov der erste Spieler infiziert hatte. Es folgten weitere positive Tests bei Spielern und deren Teammitgliedern.
Der Serbe verteidigte das Event weiter. "Ich glaube nicht, dass ich etwas Schlechtes getan habe, um ehrlich zu sein. Es tut mir leid für Menschen, die infiziert waren. Fühle ich mich schuldig für jeden, der von diesem Zeitpunkt an in Serbien, Kroatien und der Region infiziert war? Natürlich nicht. Es ist wie eine Hexenjagd, um ehrlich zu sein", beschwerte er sich und fragte anschließend: "Wie können Sie eine Person für alles verantwortlich machen?"

Djokovic: Federer und Nadal ein Grund für die US-Open-Teilnahme

Mit Blick auf die anstehenden US-Open (31. August bis 13. September live bei Eurosport) gestand Djokovic, dass er "beinahe nicht gekommen wäre" und erst eine Woche vor seine Ankunft in New York überhaupt entschieden hätte anzutreten. "Es gab viele Unsicherheiten", sagte er: "Und es gibt immer noch viele Dinge, die nicht wirklich klar sind." Der 33-Jährige fuhr fort: "Ich möchte spielen. Ich meine, deshalb bin ich hier. Ich persönlich habe keine Angst davor, mich in einer riskanten, gefährlichen Gesundheitssituation zu befinden. Wenn ich mich so fühlen würde, wäre ich höchstwahrscheinlich nicht hier."
Unter anderem war ein Ansporn für sein Erscheinen "natürlich" der Konkurrenzkampf mit Roger Federer und Rafael Nadal. "Einer der Gründe, warum ich auf diesem Niveau weiterhin professionelles Tennis spiele, ist, dass ich in weitere Sphären der Tenniswelt vordringen möchte."
Nadal hatte für das Grand-Slam-Turnier in Flushing Meadows abgesagt, um sich voll und ganz auf die darauffolgenden Sandplatz-Events inklusive den French Open zu konzentrieren. Für Federer ist das Tennis-Jahr ohnehin aufgrund einer Knie-Operation bereits beendet. Der Schweizer hat mit 20 Grand-Slam-Titeln nach wie vor den Rekord für die meisten Major-Siege, Nadal ist mit 19 Titeln knapp dahinter, es folgt Djokovic mit 17 Siegen. Bei den US-Open würde die Nummer eins der Welt seine Trophäensammlung gerne um einen weiteren Titel ausbauen.
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