Zverev und Djokovic in Disko-Video: Kiefer war entsetzt
Nicolas Kiefer hat sich zu der umstrittenen Adria Tour geäußert, die von Novak Djokovic organisiert wird und am vergangenen Wochenende in Belgrad begann. Der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2004 kritisiert dabei nicht den Wettbewerb an sich, sondern die Begleitumstände und das Verhalten von Spielern wie Djokovic oder Alexander Zverev. Er sei geradezu "geschockt" gewesen, gibt Kiefer zu.
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Was als Show-Event-Serie für einen guten Zweck geplant war, ist zum Tennis-Politikum geworden. Die Adria Tour und die Ereignisse rundherum haben in der Szene für Kritik und Irritationen gesorgt.
So findet etwa der ehemalige Weltranglisten-Vierte Nicolas Kiefer im Interview mit "Focus online" deutliche Worte. "Beim Turnier in Belgrad waren Tausende Zuschauer dabei. Außerdem haben unter anderem Zverev, Thiem und Djokovic in der Disko gefeiert, als ob nichts wäre", moniert der 42-Jährige.
Vor allem ein über die sozialen Netzwerke verbreitetes Video, auf dem Djokovic, Zverev und weitere Profis ausgelassen beim Feiern zu sehen sind, stoßen Kiefer sauer auf. "Was Zverev und die anderen Tennis-Profis gemacht haben, kam in Deutschland sicher nicht gut an. Ich war total überrascht und schockiert, als ich das Video gesehen habe."
Djokovic setzt sich bei Eurosport zur Wehr
Djokovic wiederum verteidigt das Adria-Tour-Event in seiner Heimatstadt Belgrad. "Den Regeln und Maßnahmen, die von den Institutionen der Regierung und der öffentlichen Gesundheit festgelegt wurden, sind wir vom ersten Tag an gefolgt. Wir haben die Linien nicht überschritten", betont der Superstar im Exklusiv-Interview mit Eurosport. Es sei aber "nicht einfach, den Leuten zu erklären, dass die Situation in den USA oder in Großbritannien ein komplett andere ist als in Serbien oder den umliegenden Ländern".
Dennoch löste die Veranstaltung heftige Kontroversen aus, wenngleich Kiefer glaubt, dass Zverev sich der Wirkung der Bilder aus der Diskothek nicht bewusst war. "Er ist wahrscheinlich gerade aus den USA gekommen, wo er schon lange wieder trainieren kann. Weit vor uns hier in Deutschland. Dort, wo er sich vorbereitet hat, war wahrscheinlich alles ein bisschen lockerer. Ich weiß nicht, ob er mitbekommen hat, wie ernst die Corona-Krise hier in Deutschland und Europa ist. Dann hätte er vielleicht noch einmal drüber nachgedacht", so der 42-Jährige.
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