Keine Frage: Alexander Zverev hat alles in allem einen starken Start in die Saison 2021 hingelegt. Bei den Australian Open erst in einem hart umkämpften Viertelfinale vom späteren Sieger Novak Djokovic gestoppt, siegte der 24 Jahre alte Deutsche Mitte März beim 500er Turnier in Acapulco und zuletzt beim Masters in Madrid.
Zwischen seinen beiden Turniersiegen leistete sich Zverev allerdings eine Schwächephase: So verlor er beim Masters in Miami sein Auftaktmatch gegen Emil Ruusuvuori (6:1, 3:6, 1:6), beim Masters in Monte-Carlo sein zweites Match im Achtelfinale gegen David Goffin (4:6, 6:7) und beim 250er in München ebenfalls sein zweites Match im Turnier im Viertelfinale gegen Ilya Ivashka (7:6, 5:7, 3:6).
"Da habe ich mich schon gefragt, was da los ist", meinte auch Eurosport-Experte Boris Becker im Tennis-Podcast Das Gelbe vom Ball mit Kommentator Matthias Stach in Richtung von Zverevs Bruder Mischa, der prompt Details dazu preisgab.
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Alexander Zverev habe sich schon seit den French Open 2020 mit Ellenbogenschmerzen rumgeplagt, meinte der 33 Jahre alte Bruder des Weltranglistensechsten. "Aber wie man Sascha kennt: Wenn es ein bisschen wehtut, stört ihn das nicht, dann trainiert er ein bisschen mehr und dann geht das schon weg. So hat er die ganze Zeit gespielt, sich aber immer wieder beschwert, dass der Ellbogen besonders zu Beginn des Trainings oder des Matches immer mal wehtut."

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Miami: Zverev verträgt Schmerzmittel nicht

Vor Miami habe sich das verschlimmert. Zverev trug beim Match gegen Ruusuvuori auch eine Manschette am rechten Ellenbogen. Außerdem habe man dann eine falsche Entscheidung getroffen.
"Vor dem Match hat er Schmerzmittel genommen, was wir eigentlich nie machen", erzählte Mischa Zverev im Podcast. Denn: "Sascha reagiert auf bestimmte Schmerzmittel schläfrig."
Mit einer "relativ hohen Dosis Schmerzmittel" intus sei Alex Zverev in Miami mit den hohen Temperaturen nicht gut zurecht gekommen.

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Monte-Carlo: Zverev ignoriert Ratschläge

"Diese Kombination hat dann dafür gesorgt, dass er nach 15 Minuten zu meiner Mutter gesagt hat: 'Irgendwas stimmt nicht, ich bin platt, bin müde und habe keine Kraft.' Dadurch entstand dieses komische Match, bei dem er müde aussah oder als ob er einen Hitzschlag hätte. Lange Rede, kurzer Sinn: Das war ein unglückliches Turnier, bei dem er leicht verletzt war, die falschen Medikamente bekommen hat – also: Aus in der ersten Runde."
Ratschläge, nach Miami eine Spielpause einzulegen, ignorierte der 24-Jährige anschließend. "Jeder sagt ihm: 'Sascha, Monte-Carlo ist ein 1000er-Turnier, setze lieber aus, damit du fit bist für die nächsten Turniere.' Er aber sagt Nein und will unbedingt spielen, weil er in Madrid und Rom schon gewonnen hat und das Trio auf Sand haben möchte", erzählte Mischa Zverev.
Sein Bruder habe aber seit Miami keine Aufschläge mehr trainieren können. Ihm habe außerdem die Spielpraxis auf Sand gefehlt: "Das reicht dann nicht, um in der zweiten Runde gegen Goffin zu gewinnen - da fehlten ihm ein paar Punkte."

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München: Zverev fehlt das Selbstvertrauen

Die unerwartete Niederlage in München gegen Ivashka erklärte Mischa dagegen so: "Dann wird der Ellbogen besser, der Körper ist auf dem Weg zu 100 Prozent, aber du verlierst in Miami und Monaco und das Selbstbewusstsein fällt auf 90 oder 80 Prozent zurück. Das hat dann dazu geführt, dass er in München, obwohl er fit war, nicht gut gespielt hat."
Doch der Turnaround folgte direkt in der anschließenden Woche in Madrid.

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"Nach ein paar Extra-Trainingseinheit floß in Madrid dann wieder alles zusammen: Dem Arm und dem Spiel ging es besser, das Selbstbewusstsein war auch wieder da - dann hat er so eine Woche und gewinnt das Turnier", erklärte Mischa Zverev den vierten Masters-Titel seines Bruders.

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