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Tennis-Superstar Rafael Nadal kämpft erneut mit Verletzungsproblemen
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Publiziert 28/02/2018 um 18:56 GMT+1 Uhr
Die Sorge um einen der besten Tennisspieler, den die Welt je gesehen hat, wächst: Rafael Nadal hat zum fünften Mal in Folge ein ATP-Turnier abgesagt oder aufgegeben. In Acapulco an Nummer eins gesetzt, tritt der 31-Jährige dort wegen erneuter Schmerzen im Hüftbeuger nicht an. Diese Verletzung zwang Nadal bereits im Viertelfinale der Australian Open zur Aufgabe. Seitdem hat er nicht mehr gespielt.
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Im Viertelfinale der Australian Open in Melbourne stand es am 23. Januar 2018 gegen den späteren Finalisten Marin Cilic 6:3, 3:6, 7:6, 2:6 und 0:2 aus Sicht Nadals, als dieser die Waffen streckte.
Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres hat der Mallorquiner bereits zum dritten Mal abgebrochen: 2010, damals sogar als Titelverteidiger, musste er im Match gegen den späteren Endspielteilnehmer Andy Murray im Viertelfinale aufgeben. Im Jahr darauf zerrte sich Nadal - wieder im Viertelfinale - gegen seinen spanischen Landsmann David Ferrer im ersten Satz den Oberschenkel und verlor das Match in drei Sätzen.
Nadal teilte nach seiner Absage des Turniers in Acapulco mit:
Das Ergebnis der MRT fiel für den Weltranglistenzweiten ernüchternd aus: "Ich habe noch immer Flüssigkeit im Muskel. An praktisch der gleichen Stelle wie bei den Australian Open."
Nadal will in Indian Wells wieder starten
Der Ursache muss und wird Nadal auf den Grund gehen: "Ich muss in den kommenden Tagen einige Tests absolvieren, um Gewissheit zu haben." Das Ziel bleibe, in Indian Wells am Start zu sein. Das Masters-Turnier beginnt am 8. März.
Àlex Corretja, der einst als Teamkapitän des spanischen Davis-Cup-Teams mit Nadal zusammenarbeitete, bemüht sich im Eurosport-Interview darum, den Ball flach zu halten:
Nadal, so der heutige Eurosport-Experte weiter, habe sich "auf das Turnier in Acapulco vorbereitet und dann gemerkt, dass er nicht bei 100 Prozent ist. Er wollte kein Risiko eingehen. Ich hoffe, dass Rafa für Indian Wells rechtzeitig fit wird, spätestens aber für Miami."
Nadals Körper sendet nach immerhin 17 kraftraubenden Jahren auf der Tour deutliche Signale, weckt damit aber auch den bekannten Kampfgeist des Sandplatzkönigs. Wenn er wisse, was in seinem Körper los sei, "beginnen wir wieder, hart daran zu arbeiten, sobald wie möglich zurückzukehren".
Fast kein Jahr ohne Verletzung
Für ein Comeback schuften zu müssen, ist für den muskelbepackten Rechtshänder, der Tennis aber mit der linken Hand spielt, alles andere als neu. Die Krankenakte ist prall gefüllt. Bereits in den Jahren 2003 (Absage der French Open in Paris), 2004 (Absage des Viertelfinals in Estoril), 2008 (Knieverletzung im Viertelfinale des Masters in Paris) und 2009 (Absage des Klassikers in Wimbledon) machte der Körper Nadal einen Strich durch die Rechnung.
Und es wurde nicht besser: 2010 (Knieverletzung im Viertelfinale der Australian Open), 2011 (Oberschenkelzerrung im Viertelfinale der Australian Open), 2012 (Absage des Halbfinals in Miami wegen einer Knieverletzung plus Knieverletzung in der 2. Runde in Wimbledon), 2014 (Handgelenksverletzung nach Aus im Achtelfinale von Wimbledon und Blinddarm-OP am Jahresende) und 2016 (Absage 3. Runde French Open wegen Handgelenksschmerzen, kein Start in Wimbledon und bei ATP World Tour Finals) war Nadal immer wieder außer Gefecht.
Als er am 5. Februar 2013 in Viña del Mar auf den Platz zurückkehrte, hatte er nicht weniger als 222 Tage Verletzungspause hinter sich. Trotzdem erreichte der Ausnahmekönner auf Anhieb im Einzel und im Doppel das Endspiel.
167 Wochen lang die Nummer eins der Welt
Nadals Streben war damals wie heute, die Nummer eins der Welt zu werden oder zu bleiben. Dafür arbeitet die derzeitige Nummer zwei hart und verbissen. Darauf ist auch sein Turnierplan 2018 ausgerichtet. Nadal stand bislang 167 Wochen an der Spitze der Weltrangliste. Das letzte Mal am 12. Februar 2018. Nicht Mitglied der Top Ten war Nadal zuletzt am 18. April 2005.
In Indian Wells und in Miami hat Nadal aus dem Vorjahr nur 690 Punkte zu verteidigen, während es bei Roger Federer, der die beiden Masters im Vorjahr gewann, 2000 Zähler sind. Bei einem Rückstand von nur 345 Punkten auf Federer in der Weltrangliste eine Topchance für Nadal, Platz eins zurückzuerobern.
Federer setzt seine Ressourcen effizient ein
Federer wiederum dient Nadal als Beispiel, den eigenen Ehrgeiz den Folgen des fortschreitenden Alters anzupassen: Federer mutet seinem 36-jährigen Körper weit weniger Turniere zu als früher. Auf einen Sandplatz-Auftritt verzichtete er 2017 komplett. Der Lohn stellte sich für den Schweizer Anfang 2018 ein: Ein spektakulärer Sieg bei den Australian Open und in Rotterdam die Rückkehr auf den Tennisthron nach über fünf Jahren Pause. Dafür räumte Federer in Monaco zum fünften Mal den Laureus-Award für den Weltsportler des Jahres ab. Ein Preis, für den auch Nadal nominiert war.
Der Sandplatzkönig hat die Signale seines Körpers inzwischen erkannt und auch erkennen müssen. Das Turnierprogramm wird heruntergefahren, aber: Aufzugeben ist für Nadal auch weiterhin keine Option.
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