ATP Brisbane: Novak Djokovic und Andy Murray starten ihr Kumpel-Projekt - Mission 25 mit Grand Slam als großes Ziel
Publiziert 02/01/2025 um 12:11 GMT+1 Uhr
Novak Djokovic ist unersättlich. Selbst mit 37 Jahren will der serbische Superstar den Ton angeben, angesichts der hammerharten Konkurrenz rund um die beiden Überflieger Jannik Sinner und Carlos Alcaraz kein einfaches Unterfangen. Nach einem auf der ATP-Tour titellosen Jahr lanciert Djokovic einen neuen Angriff auf die Nummer eins - und hat mit Andy Murray womöglich das dazu nötige Ass im Ärmel.
Djokovic startet souverän in die Saison - die Highlights
Quelle: SNTV
Eine Frage blieb nach dem souveränen Auftaktsieg von Novak Djokovic gegen Rinky Hijikata beim ATP-Turnier in Brisbane (6:3, 6:3) doch noch offen: Wo ist eigentlich Andy Murray?
"Tatsächlich fährt er im Moment Ski", lüftete Djokovic im On-Court-Interview das Geheimnis um den Verbleib seines prominenten Coaches und sorgte daraufhin für Lacher im Publikum. "Ich sende meine Liebe an die Murray-Familie. Und ich hoffe, dass er sich nicht verletzt, bevor er nach Melbourne kommt. Das wäre nicht toll."
Die kurzzeitige Trennung von seinem Mentor soll den Ambitionen des serbischen Rekord-Grand-Slam-Champions aber keinen Einhalt gebieten. Vielmehr ist das schillernde Kumpel-Projekt auf der ATP Tour bereits voll im Gange. Der Traum von Grand-Slam-Titel Nummer 25 soll sich bestenfalls bereits bei den Australian Open (12. bis 26. Januar live und on-demand bei discovery+) erfüllen.
Hier einen halben Prozentpunkt, da noch das letzte Quäntchen rausquetschen - in den Sphären, in welchen Djokovic wandelt, geht es nicht mehr um neue Lektionen. Und genau deswegen könnte Murray zum Schlüssel für einen letzten Sturm an die Weltspitze werden.
Djokovic jagt jeden Prozentpunkt
Wobei sich Djokovic durchaus am Zusatz "letzten" anstoßen würde. "So wie ich mich heute fühle, glaube ich, dass ich noch jahrelang stark auftreten kann", ließ er im Vorfeld des Saisonauftakts in Brisbane verlauten. Selbst mit 37 Jahren kennt Djokovic keine Grenzen. Aber warum auch?
Zwar blieb er in der vergangenen Saison erstmals nach sieben Jahren ohne einen einzigen Titel auf der ATP Tour, sein Triumph über Carlos Alcaraz im olympischen Finale von Paris unterstrich jedoch einmal mehr, dass er es mit der goldenen Generation immer noch aufnehmen kann.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/08/04/4018723-81512108-2560-1440.jpg)
Highlights: Djokovic holt Gold in Final-Thriller gegen Alcaraz
Quelle: Eurosport
Positionierung, Umschaltspiel, Taktik - wenn die Konkurrenz auf allerhöchstem Niveau mittlerweile 15 Jahre jünger ist, muss Djokovic eben über die Distanz gehen, die Drecksarbeit erledigen. Das ist er zwar bereits gewohnt, ab sofort geht es bei seiner Leistung aber wirklich um jede Kommastelle.
"Ich werde nicht Giovanni [Mpetshi Perricard; Anm.d.Red.] sein, der zwei erste Aufschläge serviert und dann ans Netz geht", meinte Djokovic angesprochen auf eine mögliche Mutation seines Spiels unter Murray. "Aber ich will mich auf jeden Fall verbessern. Auch wenn es nur um den kleinsten Prozentsatz geht, jeden einzelnen Schlag, den ich in meinem Spiel habe."
Djokovic strebt mit Murray die Ewigkeit an
Wenn es um Nuancen geht, ist Murray definitiv der richtige Mann. So war der Brite während der Regentschaft der Big Three der einzige, der Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer regelmäßig bis ans Äußerste trieb. Drei Grand-Slam-Titel und 41 Wochen am Stück an der Spitze der Weltrangliste sprechen für sich.
Auf dem Weg zur Ewigkeit will sich Djokovic die Qualitäten seines einstigen Widersachers zunutze machen.
"Er ist sehr akribisch, überaus engagiert und so professionell", schwärmte Djokovic gegenüber "SNTV" über seinen neuen Trainer. Auf derselben Seite zu stehen, sei eine erfrischende Abwechslung - auch wenn es sich zu Beginn etwas ungewöhnlich angefühlt hat.
"In gewisser Weise war es seltsam für mich, all diese Einblicke darüber zu geben, wie ich mich auf dem Platz fühle", führte Djokovic aus. "Einige Geheimnisse zu teilen, was ich durchmache, worüber ich nachdenke, wie ich mein Spiel sehe... Und das mit jemandem, der immer einer meiner größten Rivalen war."
Murray kennt die Schwächen von Djokovic
Natürlich ist die Zusammenarbeit keine Einbahnstraße. Ob im Olympia-Halbfinale 2012 in London, im Wimbledon-Finale 2013 oder im Endspiel der US Open 2012 - Murray weiß um die Schwächen seines um sieben Tage jüngeren Schützlings und nutzte diese im Laufe seiner Karriere mehrmals aus.
"Als einer meiner großen Widersacher hat er einen einzigartigen Blick auf mein Spiel, er kennt die Vor- und Nachteile", fasste Djokovic zusammen und unterstrich einen Punkt, der Murray von anderen Trainern auf der ATP-Tour zusätzlich maßgeblich unterscheidet. "Da er bis vor Kurzem noch selbst gespielt hat, kennt er auch die anderen besten Spieler der Welt, die jungen Spieler, ihre Schwächen und Stärken."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/02/image-ec978c5f-1534-4386-afe0-49c5a2509fcb.jpeg)
Andy Murray und Novak Djokovic greifen ab sofort gemeinsam an
Fotocredit: Getty Images
Dieser kleine, aber feine Vorteil soll Djokovic abermals Flügel verleihen und seinem unersättlichen Hunger zumindest vorerst wieder Linderung verschaffen. Die erste Chance auf einen Titel in diesem Jahr bietet sich in Brisbane, dort trifft er nach seinem Achtelfinalsieg über Gael Monfils (6:3, 6:3) auf den US-Amerikaner Reilly Opelka.
Die darauffolgenden Australian Open sind für den Olympiasieger aber definitiv von größerer Bedeutung - auch weil beim ersten Major des Jahres ein besonderer Rekord winkt. So darf sich Ken Rosewall seit 1972 als ältesten Grand-Slam-Champion der Geschichte bezeichnen. Der Australier schnappte sich bei den Australian Open vor 43 seinen insgesamt achten Major-Titel im Alter von 37 Jahren, einem Monat und 24 Tagen. Diese Bestmarke wäre ein weiterer Schritt zur absoluten Ewigkeit.
Wenn es nach Djokovic geht, gibt es keine Zweifel an einer erfolgreichen Zukunft. "Andy bringt neue Frische", meinte er. "Zweifellos werde ich auf dem Tennisplatz davon profitieren können, aber auch von seiner Champions-Mentalität. Ich bin sicher, dass wir sehr gut zusammenpassen werden."
Das könnte Dich auch interessieren: In Paris: Dabrowski gewann Olympia-Bronze mit Krebserkrankung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/01/01/4077432-82686288-2560-1440.jpg)
Highlights: Djokovic and Kyrgios knocked out in entertaining doubles clash
Quelle: SNTV
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung