ATP Cup 2020: Kompliziertes Punktesystem sorgt für Diskussionen

Mit dem ATP Cup beginnt die Saison 2020 mit einem brandneuen Format. 24 Nationalmannschaften nehmen an dem Wettbewerb teil, der ab 3. Januar in Brisbane, Perth und Sydney stattfindet. Mit Alexander Zverev, Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Dominic Thiem ist das Turnier top besetzt - auch, weil es Punkte für die Weltrangliste gibt. Das wiederum sorgt für Kritik und Verwirrung.

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Für jeden Sieg gibt es, abhängig von der Runde, eine bestimmte Anzahl an Punkten. Das gilt selbstverständlich für alle Spieler in gleichem Maße. So verlangt es die Fairness und so wird das bei allen Turnieren auf der ATP Tour gehandhabt - außer beim neu geschaffenen ATP Cup.
Da nämlich greift ein Bonussystem, das durchaus kritikwürdig ist. So werden Siege gegen Top-10-Profis mit einer höheren Punktzahl für das Ranking honoriert als Erfolg gegen Spieler, die etwa zwischen Weltranglistenplatz elf und 20 stehen. Dieses Bonussystem kommt während des gesamten Wettbewerbs zur Anwendung, von der Gruppenphase bis zum Finale.
John Millman, der für Gastgeber Australien am ATP teilnimmt, hat für diejenigen, die nicht permanent mit dem Taschenrechner dasitzen wollen, die Punktetafel bereits getwittert:
Die Schwächen des Modus' werden deutlich, wenn man die Situation von Alexander Zverev mit der von Dominic Thiem vergleicht.

Zverev mit besseren Aussichten als Thiem

Der Österreicher trifft mit seiner Auswahl in der Gruppenphase auf Kroatien, Argentinien und Polen. Schlägt Thiem dabei mit Borna Coric (Sieg bringt 50 Punkte ein), Diego Schwartzman (65 Punkte), und Hubert Hurkacz (35 Punkte) deren Topspieler, sammelt er in der Vorrunde 150 Punkte.
Zverev dagegen hat durch die Auslosung und die Aufstellung der deutschen Gegner die Chance, mit ebenfalls drei Matcherfolgen in der Gruppenphase 205 Zähler abzuräumen.
Der Grieche Stefanos Tsitsipas würde als Top-Ten-Mann 75 Punkte bringen, der Kanadier Denis Shapovalov un der Australier Alex de Minaur - beide außerhalb der Top 10, aber in den Top 20 - jeweils 65.
Die theoretische Maximal-Punktzahl, die ein Spieler beim ATP erreichen kann, wird mit 750 Zählern angegeben - erreichen wird diesen Wert aber kein Spieler.

Spieler üben scharfe Kritik an ATP Cup

Was die Sache noch umstrittener macht: Die Weltranglisten-Punktzahl eines Spielers errechnet sich immer aus dessen besten 18 Turnieren. Der ATP Cup wird allerdings als Bonus-Event geführt, sodass bei Profis, die hier punkten, 19 Turniere in die Wertung eingehen. Eine Ungerechtigkeit, wie der Weltranglisten-36. Reilly Opelka moniert:
Millman sieht es ähnlich. Im Unterschied zu den ATP World Tour Finals, für die sich jeder Spieler aufgrund seiner persönlichen Leistungen qualifizieren kann, handele es sich beim ATP Cup um ein Team-Event, das allerdings Auswirkungen auf das Einzel-Ranking habe.
Und so steht schon vor der ersten Auflage des ATP Cups fest: Es wird noch große Diskussionen geben...
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