Es waren und sind die großen Fünfsatz-Matches in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York, die dem Tennis-Sport und seinen Helden weltweite Aufmerksamkeit verschafft haben und dies noch immer tun.

Das Wimbledon-Finale im vergangenen Jahr - Novak Djokovic bezwang Roger Federer in einem epochalen Duell 7:6, 1:6, 7:6, 4:6, 13:12 - ist nur ein Beispiel dafür. Es ist diese Langdistanz, die aus Tennis-Profis Sport-Ikonen formt.

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Zverev müht sich zum Sieg, Entscheidung fällt gegen Djokovic
18/11/2020 AM 16:50

Geht es nach Djokovic und Medvedev, dürften die Fünfsatz-Schlachten bald der Vergangenheit angehören.

"Ich würde das auf maximal drei Sätze verändern, wenn sie mich fragen", erklärte Medvedev vor wenigen Tagen in Rahmen einer Pressekonferenz bei den derzeit laufenden ATP Finals in London.

Dem 24-Jährigen ist klar, dass er da an einem Sakrileg rüttelt. "Ich weiß, dass diese Meinung nicht sehr populär ist", so der Weltranglistenvierte.

Djokovic: Darum braucht es die Änderung

Medvedev hat allerdings einen prominenten Mitstreiter im Hinblick auf das heikle Thema: den Branchenprimus. Denn auch Djokovic sieht die Zeit gekommen, eine neue Ära einzuläuten.

"Ich bin mehr ein Verfechter des Best-of-three bei allen Turnieren, auch wenn Grand-Slam-Events immer im Best-of-five ausgespielt wurden. Für mein Gefühl haben wir aber genug Turniere und Matches während des Jahres. Der Tennissport hat die längste Saison aller Sportarten und dauert vom 1. Januar bis Ende November", erläuterte der Serbe und plädiert daher für eine Reduzierung der Belastung bei den vier Majors.

Nach Auftaktsieg: Djokovic sendet emotionale Botschaft an Fans

Darüber hinaus gelte es, die Attraktivität bei der jüngeren Zielgruppe zu steigern. "Wir hatten leider eine etwas schockierende Statistik. Das weltweite Durchschnittsalter der Tennisfans liegt bei 61 Jahren", betonte Djokovic, der im herkömmlichen Modus bislang 17 Grand-Slam-Titel gewann.

Dennoch müsse man im Zweifel zum Wohle der Sportart auch mit Traditionen brechen.

Nadal vertritt glasklaren Standpunkt

Eine Sichtweise, die Rekord-Grand-Slam-Champion Rafael Nadal nicht teilt. "Ich bin komplett dagegen, da etwas zu verändern", stellte der Spanier klar.

Das Best-of-five-Format bilde die DNA der Major-Wettbewerbe. "Wir haben zwischen den Matches immer einen Tag Pause. Best-of-five ist die Besonderheit der Grand-Slam-Turniere und gleichzeitig Teil der Geschichte unseres Sports."

Aus Sicht von Dominic Thiem, der in dieser Saison bei den US Open erstmals eines der vier großen Events gewann, ist "alles perfekt, so wie es ist". Neuerungen? Braucht es nach Meinung des Österreichers nicht.

Zverev: "Es sollte für immer so bleiben"

Alexander Zverev ist in der Debatte ganz bei Nadal und Thiem.

Deutschlands Nummer eines erinnert ebenfalls an die große Bedeutung der drei Gewinnsätze für die Tennis-Historie und zieht daraus den Schluss: "Es sollte für immer so bleiben."

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