ATP Genf: Alexander Zverev hat wieder "richtg Spaß": Der Olympiasieger holt Schwung für French Open

Selbstvertrauen sammeln und Schwung aufnehmen: Olympiasieger Alexander Zverev feilt in Genf an seiner Form für die French Open 2023. Der erste Auftritt passte. Beim 6:2, 6:3 gegen den Amerikaner Christopher Eubanks zeigte der Hamburger eine starke Vorstellung. "Ich hoffe, das bleibt die ganze Woche so", freute sich Zverev nach dem Auftaktmatch. Kommt er in der Schweiz zurück in die Spur?

Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

Im noblen Golfclub mit herrlichem Blick auf den Genfersee ließ Alexander Zverev einfach mal die zuletzt so geschundene Seele baumeln. An seinem freien Tag tauschte der Olympiasieger Tennisracket gegen Golfschläger, ehe er sich wieder seiner eigentlichen Mission in der französischen Schweiz widmete: Schwung holen für die anstehenden French Open (vom 28. Mai bis 11. Juni live und on-demand bei discovery+).
Der erste Auftritt beim ATP-Turnier in Genf war da schon vielversprechend. So oft wie nach dem 6:2, 6:3 gegen den Amerikaner Christopher Eubanks war dem 26-Jährigen das Wort "happy" in einem Interview nach einem Match schon lang nicht mehr über die Lippen gegangen. "Ich hatte richtig Spaß da draußen", sagte Zverev nach dem Einzug ins Viertelfinale sichtlich gelöst: "Ich hoffe, das bleibt die ganze Woche so."
Das hatte sich zuletzt nach dem Abrutschen in der Weltrangliste auf Platz 27 ganz anders angehört.
"Immer noch 1000 Kilometer entfernt" von den Topspielern hatte sich der Hamburger nach dem Achtelfinal-Aus in Rom in der vergangenen Woche gesehen. Um vor den am Sonntag beginnenden French Open in Paris noch Selbstvertrauen und Spielpraxis zu sammeln, nahm er deshalb kurzfristig eine Wildcard in Genf an - mit guten Erinnerungen an 2019.

Zverev: "Wenn der Knoten platzt ..."

Damals hatte Zverev nach einer bis dato ebenfalls enttäuschenden Saison in der Woche vor dem Sandplatz-Grand-Slam beim kleinen Turnier in der Schweiz den Titel gewonnen. In Paris scheiterte er anschließend erst im Viertelfinale an Novak Djokovic. Angesichts des bisherigen Saisonverlaufs und der kniffligen Formsuche wäre dies ein Szenario, mit dem sich Zverev sicher auch in diesem Jahr bei der Rückkehr an den Ort seiner schlimmen Knöchelverletzung anfreunden könnte.
"Tennis ist ein Kopfspiel, da fehlt es ihm gerade noch", sagte Eurosport-Experte Boris Becker zuletzt. Deshalb helfen Zverev momentan vor allem Siege - und da ist es ganz egal, wenn die Gegner wie der Chinese Yibing Wu im Genfer Viertelfinale am Donnerstag nicht zur Weltelite gehören. Mit jedem gewonnenen Match steigt das Selbstvertrauen.
"Wenn der Knoten platzt, kann es ganz schnell gehen", meinte der dreimalige Wimbledon-Champion Becker. Und auch Jan-Lennard Struff, der Zverev in der Weltrangliste in dieser Woche als deutsche Nummer eins abgelöst hatte, rechnet fest mit dem Aufschwung seines Davis-Cup-Kollegen.
"Sascha kommt bald wieder nach oben, und er gehört auch unter die Top 5", sagte Struff in der "Sport Bild": "Er wird sich wieder hocharbeiten." Die Basis dafür will Zverev schon am Genfersee legen.
(SID)
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