ATP Cincinnati: Carlos Alcaraz vor langwierigem Weg zu alten Höhen - hinter Superstar steht "ein echtes Fragezeichen"
Update 23/07/2026 um 10:35 GMT+2 Uhr
Carlos Alcaraz kehrt beim ATP Masters in Cincinnati im August wohl auf die ATP Tour zurück. Seit Mitte April hat der spanische Superstar aufgrund einer hartnäckigen Verletzung am rechten Handgelenk kein Match mehr bestritten, in den USA soll seine Leidenszeit nun enden. Mit dem sofortigen Anschluss an die einstigen Höchstleistungen ist nicht zu rechnen - den 23-Jährigen erwartet ein langer Weg.
Alcaraz zurück auf dem Tennisplatz - Corretja: "Ein gutes Zeichen"
Quelle: Eurosport
In den vergangenen Wochen weckte Carlos Alcaraz einmal mehr Erinnerungen an Rafael Nadal. Ausnahmsweise war der Grund dafür nicht sportlicher Natur.
Seit seinem verletzungsbedingten Rückzug beim ATP-Turnier in Barcelona im zurückliegenden April kennen Spaniens gängige Sportmedien im Tennis fast nur ein Thema: das rechte Handgelenk von Alcaraz. Nationale Aufmerksamkeit und Mitgefühl wie einst beim verletzungsanfälligen Nadal.
Die Leidenszeit der Fans - aber vor allem jene von Alcaraz selbst - scheint nun ein Ende zu finden. Für das ATP Masters in Cincinnati (13. bis 23. August) und die US Open (30. August bis 13. September) ist der siebenmalige Grand-Slam-Turniersieger gemeldet, eine offizielle Bestätigung seitens des Spaniers steht indes aus.
Von der Titelverteidigung ist Alcaraz bei beiden Turnieren aber noch weit entfernt. Vielmehr geht es um ein langfristiges Ziel.
Comeback von Alcaraz: "Ein echtes Fragezeichen"
Aufschlussreiche Informationen über den genauen Zustand seines Handgelenks gibt es bislang nicht.
In von ihm selbst veröffentlichten Videos wird der zweimalige Wimbledonsieger zwar beim Training gezeigt, seine Schläge ließen dabei jedoch die gewohnte Kraft vermissen.
Bis zum Auftakt des Masters von Cincinnati sind es knapp drei Wochen. Angesichts der Bilder ein herausfordernder Zeitplan.
"Diese Woche scheint entscheidend zu sein, um zu sehen, ob er den Ball wieder mit mehr Kraft schlagen kann", ordnete Guillermo Marcos, Tennis-Experte bei Eurosport Spanien, die Situation ein.
Was man sich von Alcaraz bei seiner Rückkehr auf die ATP Tour erwarten darf? "Es ist ein echtes Fragezeichen. Dies ist die schwerwiegendste Verletzung seiner bisherigen Karriere und betrifft einen so sensiblen Bereich, dass es schwierig ist, sein Leistungsniveau vorherzusagen", so Marcos.
Ein erzwungener Raketenstart würde das Risiko einer erneuten Verletzung bergen - und daraus ein chronisches Problem machen.
Alcaraz wird Vorsicht walten lassen
Bei Alcaraz ist also selbst bei einer Rückkehr auf den Court zunächst einmal Vorsicht geboten.
"Er wird sich Schritt für Schritt testen, wie er es bereits bei früheren Verletzungen an seiner Schlaghand getan hat - etwa bei der Muskelverletzung im Arm im Jahr 2024", merkte Marcos an. "Damals schlug er den Ball zunächst nicht mit maximaler Kraft und steigerte die Intensität im Laufe der Matches allmählich."
Den schwierigen Pfad, welchen Alcaraz bis zu seinem Leistungsmaximum vor sich hat, zeichnete der ehemalige Profispieler Paolo Lorenzi vor.
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Carlos Alcaraz feilt an seinem Comeback auf der ATP-Tour
Fotocredit: Getty Images
"Man stelle sich vor, wie es sich anfühlt, so viele Wochen keinen einzigen Ball zu schlagen", sagte er in einer Talkshow bei "SuperTennis TV". "Die Leute denken: 'Okay, Alcaraz ist wieder fit. Morgen kann er drei Stunden spielen.' Aber so funktioniert das nicht."
Am ersten Tag spiele er etwa eine Viertelstunde, "am zweiten Tag schaut er, wie er sich fühlt, und macht gezielte Übungen", erörterte Lorenzi. "Die Rückkehr ist immer langsam, langwierig und schrittweise."
Alcaraz' Plan bis zum Jahresende
In Cincinnati sowie in Flushing Meadows wird Alcaraz also mit einem bestimmten Niveau an den Start gehen, muss aber erst einmal die nötige Spielpraxis und Wettkampfhärte zurückerlangen.
Ein frühes Scheitern bei beiden Turnieren ist durchaus ein realistisches Szenario.
"Sein wichtigstes Ziel ist es, sich bis zum Jahresende vollständig erholt zu fühlen", hielt Marcos fest. "Nach mehreren Monaten ohne Wettkampfpraxis und bei einer derart heiklen Verletzung kurzfristig über Titel zu sprechen, wäre viel zu früh."
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