Ausgerechnet in der Caja Mágica - zu deutsch Zauberkiste - entfachte Calos Alcaraz seine ganze Magie.
Der 19-jährige Spanier machte im Finale des ATP Masters in Madrid seinem Ruf als derzeit heißester Spieler auf der ATP Tour (38 Siege und damit die meisten in diesem Jahr) alle Ehre und führte keinen Geringeren als Olympiasieger Alexander Zverev, seines Zeichens die Nummer drei der Welt, in einer erstaunlich einseitigen Partie regelrecht vor.
Der Lohn war der fünfte Turniersieg und die zweite Masters-Trophäe in diesem Kalenderjahr für Alcaraz, die er unter dem Konfettiregen in den spanischen Himmel reckte.
ATP Madrid
Demonstration der Stärke! Alcaraz führt Zverev im Finale vor
UPDATE 08/05/2022 UM 17:47 UHR
"Im Moment bist du der beste Spieler der Welt", adelte die deutsche Nummer eins seinen Finalgegner nach der aus seiner Sicht bitteren 3:6, 1:6-Pleite und ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Und obwohl du erst fünf Jahre alt bist, schlägst du uns alle der Reihe nach, wie du gerade willst."
Wenngleich Zverev mit dem Spruch die Lacher in der spanischen Hauptstadt auf seiner Seite hatte, traf er damit den Nagel auf den Kopf und ließ gleichzeitig durchblicken, dass sich mit Alcaraz aktuell ein Spieler aufmacht, der bereits im Teenager-Alter der Sprung an die Weltranglistenspitze schaffen könnte.

Alcaraz schreibt in Madrid Geschichte

Alcaraz schaltete in Madrid als erster Spieler überhaupt bei einem Masters nacheinander Rafael Nadal und Novak Djokovic in beeindruckender Manier aus, ehe er im Finale gegen Zverev seine perfekte Woche krönte. "Ich hoffe, dass die anderen Spieler vor mir Angst haben", sagte er mit einem Lächeln bei Eurosport. "Der Sieg gibt mir eine Menge Selbstvertrauen für die kommenden Turniere. Ich habe wirklich hart dafür gearbeitet.

Alcaraz exklusiv nach Madrid-Coup: "Hoffe, alle haben Angst vor mir ..."

Der Shootingstar ist nicht nur der jüngste Sieger in Madrid, sondern gleichzeitig der erste Spieler seit dem Argentinier David Nalbandian im Jahr 2007, der bei einem Masters drei Spieler aus den Top Vier der Weltrangliste bezwang.
Kein Wunder, dass das Selbstvertrauen des Spaniers von Turnier zu Turnier anwächst. "Ich sehe keine Grenzen für mich. Ich fühle mich bereit für die Topspieler in jedem Turnier, in jedem Match, auf jedem Belag", schickte er eine kleine Kampfansage an die Stars der Szene hinaus.

Corretja: "Alcaraz hat echte Chance, Roland-Garros zu gewinnen"

Die Sandplatz-Konkurrenz musste in Madrid am eigenen Leib erfahren, was Alcaraz mittlerweile im Stande zu leisten ist. Zwei Wochen vor Beginn der French Open in Paris (22. Mai bis 5. Juni live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn) befindet sich der nunmehr Weltranglistensechste in einer bestechenden Form und gehört erstmals in seiner Karriere zum engsten Favoritenkreis für ein Grand-Slam-Turnier.
Ist Alcaraz damit der Mann, den es in Paris zu schlagen gilt?
"Er hat mit Sicherheit eine echte Chance, Roland-Garros zu gewinnen. Er wird unter den drei bis vier Spielern sein, die das Turnier gewinnen können", prognostizierte Alex Corretja bei Eurosport und führte weiter aus: "Er ist mutig, greift gerne an, aber genauso verteidigt er auch gerne. Es stört ihn nicht, zu verteidigen. Er hat perfekte Voraussetzungen, ein großartiger Spieler zu werden. Seine Einstellung ist immer großartig, immer positiv. Das ist etwas ganz Besonderes."
In eine ähnliche Kerbe schlug auch US-Ikone Chris Evert, die exklusiv bei Eurosport in den höchsten Tönen von Alcaraz schwärmte. "Er hat aus sportlicher und mentaler Hinsicht das Gesamtpaket und ich glaube, dass er eine zweistellige Anzahl von Grand-Slam-Titel gewinnen und die Nummer eins der Welt werden könnte. In meinen Augen gibt es einfach nichts, was ihn daran hindern sollte", so die 67-Jährige.

Alcaraz: "Bin bereit, einen Grand Slam zu gewinnen"

Bereits nach seinem ersten Masters-Sieg vor wenigen Wochen in Miami hatte Alcaraz angekündigt, nun die Grand-Slam-Turniere in Angriff zu nehmen. Aussagen, die bei Evert auf positive Resonanz stießen.
"Ich denke, dass es die Qualität eines Champions ist, Vertrauen in sich selbst zu haben. All die großen Champions, die sich lange an der Weltspitze festgesetzt hatte, wie ein Roger Federer, ein Nadal, eine Martina Navratilova oder eine Steffi Graf hatten diesen Glauben an sich. Ich denke, das ist angeboren und dieser Glaube steckt auch in ihm. Das ist einer der immateriellen Werte eines Champions", betonte Evert.
Fakt ist, Alcaraz muss sich im Hinblick auf die French Open vor niemandem verstecken - auch nicht vor Dominator Rafael Nadal, den er in Madrid besiegt hat. "Ich bin bereit, einen Grand Slam zu gewinnen. Das ist ein Ziel von mir in diesem Jahr. Ich werde daran arbeiten und wir werden sehen, was bei den French Open passiert", strotzte der 19-Jährige vor Selbstvertrauen.
Es ist also durchaus möglich, dass Alcaraz bald auch Roland-Garros verzaubert.
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