Carlos Alcaraz gerät in die Kritik - Novak Djokovic, Boris Becker und David Ferrer verteidigen Superstar: "Was will man denn noch?"
Carlos Alcaraz spielt eine - für seine Verhältnisse - mäßig erfolgreiche Saison. Bedeutet: Der 21-Jährige gewann Rotterdam, triumphierte beim Masters von Monte-Carlo, stand in Barcelona im Endspiel. Und doch macht sich in Spanien und in sozialen Netzwerken bei Fans Kritik am Superstar breit. Völlig unangebracht, wie Boris Becker, Novak Djokovic und Trainer Juan Carlos Ferrero bei Eurosport sagen.
Becker exklusiv über Djokovic, Alcaraz und Sinner
Quelle: Eurosport
"Carlos ist 21 Jahre alt, hat vier Grand Slams und viele andere Turniere gewonnen. Was will man denn noch?", wirft Novak Djokovic im Gespräch mit Eurosport die rhetorische Frage nach der Berechtigung der Kritik an Alcaraz auf. Dafür gebe es keinen Grund. "Ich verstehe das nicht", so der Serbe am Rande der Laureus-Verleihung in Madrid.
Er könne sich nur vorstellen, dass die Kritik daher rühre, dass "die Atmosphäre und die Tradition des Tennissports in diesem Land sehr hoch sind. Die Erwartungen sind enorm nach Nadal, Moyá, Ferrero, die alle die Nummer eins der Welt waren", führt Djokovic aus.
Natürlich werde von Ausnahmeprofis wie Alcaraz immer mehr erwartet, "aber was Carlos in dieser Zeit geleistet hat, ist unglaublich."
Die Vita des Iberers gibt Djokovic recht. Alcaraz war der jüngste Spieler, der jemals das ATP-Ranking anführte und der Jüngste, der auf allen drei Belägen mindestens einen Grand-Slam-Wettbewerb für sich entscheiden konnte.
"Wir sind unfair gegenüber Carlos Alcaraz"
Und trotzdem: Nach schwächeren Leistungen im ersten Saisondrittel prasselten Vorwürfe auf Alcaraz ein. So berichtet es das spanische Tennis-Portal "puntodebreak.com".
Der 21-Jährige solle sein Tennisjahr abbrechen, sei nicht mehr in der Lage, einen Gegner aus den Top 200 zu schlagen oder müsse jetzt seinen gesamten Trainerstab entlassen - Kommentare dieser Art seien während der Youtube-Live-Übertragung von Alcaraz' Auftaktpartie in Monte-Carlo gegen Francisco Cerúndolo zu lesen gewesen.
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Highlights: Rune beraubt Alcaraz um Heimsieg
Quelle: Perform
Jose Morón, Tennis-Journalist bei "puntodebreak.com", veröffentlichte daraufhin einen Kommentar mit der Überschrift "Wir sind unfair gegenüber Carlos Alcaraz".
Becker stärkt Alcaraz den Rücken: "Ein Magier auf dem Platz"
Trainer, Spielerkollegen und Experten schätzen die Situation indes komplett anders ein. Spanien habe "großes Glück, Carlos Alcaraz zu haben. Er ist ein Diamant", stellt Boris Becker bei Eurosport klar. "Er ist unglaublich wichtig für das Tennis, ein Magier auf dem Platz."
Auch Alexander Zverev zweifelt nicht an Alcaraz. Der viermalige Grand-Slam-Champion habe zwar ein paar Niederlagen hinnehmen müssen, sei aber mit dem starken Auftritt von Monte-Carlo "raus aus dieser Phase".
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Alcaraz bucht Finalticket - Highlights der Partie gegen Fils
Quelle: Perform
Der spanische Davis-Cup-Teamchef David Ferrer wundert sich indes nicht wirklich über die Kritik. "In Spanien sind wir so, das ist eine kulturelle Sache. Wie oft hat man Rafael Nadal nach einer Verletzung in den Ruhestand geschickt - und dann kam er besser zurück? Carlos ist 21, hat vier Grand Slams gewonnen, ist eine Ikone mit 21 Jahren! Was will man? Dass er jedes Turnier gewinnt? Carlos ist ein besonderer Spieler, auf dem Niveau von Rafa - also lasst uns das genießen", zeigt Ferrer im Eurosport-Interview klare Kante.
Alcaraz kontert Kritik: "Einfach, zu reden - und es kostet nichts"
Und Alcaraz selbst? Geht mit den Vorwürfen souverän um. "Es ist einfach für die Leute, zu reden. Und es kostet nichts", beschied der Weltranglistendritte auf einer Pressekonferenz im Real Club de Tenis Barcelona. Selbstverständlich würde er jedes Match gerne klar in zwei Sätzen gewinnen, in den ersten vier Monaten der Saison habe er aber trotz der Niederlagen viel gelernt.
Derzeit sorgt sich der Spanier allerdings um seine körperliche Verfassung. Schon während der Finalniederlage in Barcelona gegen Holger Rune am vergangenen Sonntag traten Probleme auf. "Zu Beginn des zweiten Satzes war alles sehr intensiv. Ich habe gespürt, dass der Adduktorenmuskel sehr fest war", berichtete Alcaraz. Er sei aber "zuversichtlich, dass es mich in Madrid nicht beeinträchtigen wird".
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Alcaraz nicht mehr konstant: So schätzt Wilander die Situation ein
Quelle: Eurosport
Das Masters in der spanischen Hauptstadt gewann er bereits zweimal in den Jahren 2022 und 2023. Geht Alcaraz in der Caja Mágica fit an den Start, gehört er zu den Favoriten. Ob das Turnier ein persönlicher Erfolg wird oder nicht, wird der Youngster aber nicht nur an den Ergebnissen festmachen - da können die Kritiker sagen, was sie wollen.
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Nadal mit offenen Worten: "Vermisse das Profi-Tennis nicht"
Quelle: Perform
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