Stefanos Tsitsipas findet auf Sand zu alter Stärke zurück - und zeigt Alexander Zverev und Co., wie es gehen kann

Stefanos Tsitsipas hat sich in Monte Carlo eindrucksvoll aus einem Formloch gegraben und auf seinem Weg zum Titel mit Weltklasse-Tennis für Furore gesorgt. Dass der Grieche nach Monaten der Tristesse unter anderem Dominator Jannik Sinner schlagen konnte, macht im Hinblick auf die Sandplatz-Saison mit dem Höhepunkt in Paris auch den weiteren Herausforderern um Alexander Zverev Mut.

Stefanos Tsitsipas feiert seinen dritten Titel in Monte Carlo

Fotocredit: Getty Images

Als sich Stefanos Tsitsipas auf die Bank sacken ließ, flossen die Tränen. Es mussten einige Emotionen raus, die sich in den vergangenen Monaten angestaut hatten.
"Ich habe eine Woche wie diese echt gebraucht", sagte der Grieche nach seinem 6:1, 6:4-Sieg im Finale von Monte Carlo gegen Casper Ruud: "Besonders nach den schwierigen Monaten, die ich in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 bis heute durchmachen musste."
Seit Juli 2023 hatte Tsitsipas keinen Titel mehr auf der Tour gewonnen, war im Vorfeld seines Lieblingsturniers im Fürstentum gar auf Rang 12 der Weltrangliste abgerutscht. Seine schlechteste Position im Ranking seit Januar 2019. Die Formkurve zeigte drastisch nach unten, die ernüchternde Bilanz im Jahr 2024: elf Siege, sechs Niederlagen.
In Miami vor drei Wochen scheiterte Tsitsipas bereits in der zweiten Runde krachend an Denis Shapovalov (2:6, 4:6). Tja, und dann kam eben Monte Carlo – und eine Leistungssteigerung, mit der Tsitsipas selbst nicht gerechnet hätte.

Tsitsipas begeistert Vater: "Eines der besten Turniere, die er je gespielt hat"

"Hierher zurückzukehren und den Titel zu holen, war nicht das Ziel, es ist einfach passiert", sagte der Grieche, der auf seinem Weg zum Triumph an der Côte d'Azur unter anderem Alexander Zverev, Jannik Sinner und Ruud ausgeschaltet hatte - teilweise mit berauschendem Tennis.
Drei Top-Ten-Spieler während eines Turniers hatte Tsitsipas zuletzt 2018 in Toronto geschlagen. "Ich hatte nie Zweifel, dass er auf diesem Level spielen kann", meinte sein Vater und Coach Apostolos: "Aus der Trainier-Perspektive war es eines der besten Turniere, die er je gespielt hat."
Auch Tsitsipas, der mit dem dritten Titel in Monte Carlo zu einem elitären Kreis bestehend aus Rafael Nadal (11 Titel), Björn Borg (3), Thomas Muster (3) and Ilie Nastase (3) aufschloss, sah sein Level noch höher als bei seinem ersten Erfolg 2021, als er im Turnierverlauf nicht einen Satz abgab. Dieses Mal war es einer, im Halbfinale gegen Sinner.
Apropos Sinner: Der Sieg gegen den seit Monaten alles überragenden Italiener freute Tsitsipas besonders. "Dass ich diese Hürden genommen habe, ist ein Zeichen, dass ich Fortschritte mache und in der Lage bin, auch diese Spieler zu pushen."
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Watch highlights as Tsitsipas beats Sinner to reach Monte Carlo Masters final

Quelle: Eurosport

Tsitsipas macht Zverev und Co. Mut

Dass sich Tsitsipas innerhalb von drei Wochen aus einem Formloch grub und mal eben den aktuell besten Tennisspieler der Welt schlug, dürfte auch den anderen "Herausforderern" um Zverev und Ruud im Hinblick auf den Sandplatz-Höhepunkt bei den French Open in Paris Mut machen.
Die Hartplatz-Saison seit den US Open 2023 wurde von Sinner, Novak Djokovic und Carlos Alcaraz dominiert. Die Top 3 der Weltrangliste machten abgesehen vom Shanghai Masters (Sieger Hubert Hurkacz) seither alle großen Titel unter sich aus.
Die anstehenden Turniere auf der roten Asche versprechen dagegen deutlich mehr Spannung.  

Big Three bieten Angriffsfläche: Sandplatz-Saison verspricht Spannung

Sinner hat bis dato nur ein Turnier auf Sand gewonnen, 2022 beim 250er in Umag. Hinter Alcaraz steht zudem ein großes Fragezeichen. Eine komplizierte Verletzung am Schlagarm macht dem jungen Spanier, der sowohl für Monte Carlo als auch Barcelona absagen musste, zu schaffen.
Auch Djokovic menschelt bei den Großereignissen. In der laufenden Saison stand er noch in keinem Finale.
Und dann wäre da ja auch noch die mit Spannung erwartete Rückkehr von Rafael Nadal. Der Sandplatz-Dominator der vergangenen zwei Jahrzehnte geht zumindest formtechnisch als Dark Horse ins Rennen. Seit 5. Januar hat er kein Spiel mehr auf der Tour bestritten.
Am Dienstag schlägt er in Barcelona gegen Flavio Cobolli erstmals wieder auf. Im Halbfinale könnte er auf Tsitsipas treffen. Es wäre ein erster Gradmesser.
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Siegemund mit Vorfreude auf Heimspiel: "Viele positive Erinnerungen"

Quelle: Eurosport


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