ATP-Turnier in München: Niederlage zwingt Philipp Kohlschreiber zu schneller Entscheidung

Philipp Kohlschreiber musste in München eine 6:7 (5:7), 4:6-Niederlage gegen Horacio Zeballos hinnehmen, die so gar nicht in die Planung passt und die überraschende Folgen für den Augsburger hat. Einen Plan B hat Kohlschreiber nämlich (noch) nicht.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Vom ATP-Turnier in München berichtet Tobias Laure
Der Satz könnte von Wladimir Klitschko stammen. Gesagt hat ihn Philipp Kohlschreiber als Antwort auf die Frage von Eurosport.de, wie er denn das entscheidende Spiel im zweiten Satz gegen Zeballos gesehen habe.
Dabei ging es in der Tat ein wenig wie bei Klitschkos verlorenem WM-Kampf gegen Anthony Joshua zu. Zunächst wehrte Kohlschreiber einen Matchball des Gegners ab, dann hatte er selbst die Möglichkeit zum Break, ehe er den K.o. kassierte.
Kohlschreiber war, und da setzen sich die Parallelen zu Klitschko fort, trotz der Niederlage ganz zufrieden mit seiner Vorstellung. Er habe gut gespielt, sah sich in den Ballwechseln sogar im Vorteil. "Horacio hat aber exzellent serviert und seine Sache im entscheidenden Moment hervorragend gemacht. Auf einmal spielt er dann Serve and Volley", lobte der 33-Jährige den Sieger, der nun im Viertelfinale auf seinen argentinischen Landsmann Guido Pella trifft.

"Ich muss das bis morgen entscheiden"

Wie es für Kohlschreiber weitergeht, das wusste er nach dem Match selbst noch nicht. Das Aus hat überraschende Folgen, denn der Augsburger hatte damit gerechnet, wesentlich länger im Turnier zu bleiben. Den Titel zu verteidigen war das große Ziel.
"Das Masters in der kommenden Woche in Madrid wollte ich eigentlich nicht spielen. Das war in den vergangenen Jahren immer ein großer Aufwand. Ich bin quasi nach dem Finale von München direkt in den Flieger gestiegen, konnte das tolle Gefühl des Erfolgs gar nicht auskosten." Dieses "Problem" stellt sich in diesem Jahr erst gar nicht, weshalb Madrid wieder eine Option geworden ist. "Ich muss das bis morgen entscheiden", so Kohlschreiber.

Madrid ja oder nein?

Madrid böte die Gelegenheit, wieder Selbstvertrauen zu tanken. Kohlschreiber startete mit der Finalteilnahme in Marrakesch gut in die Sandplatz-Saison, danach folgte das Erstrunden-Aus in Barcelona und nun der Zweitrunden-K.o. bei "seinem" Heimturnier am Münchner Aumeisterweg, das er bereits dreimal gewonnen hat. Das Masters von Rom hat er ohnehin eingeplant, in gut drei Wochen geht's dann zu den French Open nach Paris. Die Aussichten sind nicht die besten, der Weltranglisten-39. ist wahrscheinlich nicht gesetzt, was die Gefahr eines hochkarätigen Erstrundengegners drastisch erhöht.
Was also ist zu tun? Kohlschreiber gab zu, dass er beim Return Schwächen hat. "Zu dünn" sei dieser gegen Zeballos gewesen, "ich war immer ein bisschen zu spät dran". Kohlschreiber muss das Problem abstellen, wenn er bei den Top-Events von Madrid, Rom und Roland Garros eine Chance haben will - beim Duell "Mann gegen Mann"...
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung