Tommy Haas startet mit einer beeindruckenden Leistung ins ATP-Turnier von München

Tommy Haas hat die Fans beim ATP-Turnier in München begeistert und zum Auftakt Sergiy Stakhovsky mit 1:6, 6:3, 6:4 geschlagen. Ein besonderer Sieg, denn der 39-Jährige ist auf Abschieds-Tournee, die Karriere geht auf die Zielgeraden. Der nächste Gegner steht in der Weltrangliste 407 Plätze vor Haas und bezeichnet den Routinier als "Idol". Wer Haas in München spielen sieht, versteht, warum.

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Vom ATP-Turnier in München berichtet Tobias Laure
Schmuddelwetter und Kälte am Aumeisterweg, und trotzdem hätte die Münchner Abschiedsvorstellung von Tommy Haas nicht besser beginnen können.
Der 39-Jährige setzte nicht nur mit seinem Pink-Outfit einen Kontrapunkt zum grauen Himmel, sondern riss die Zuschauer auch sportlich mit. Die Atmosphäre auf den Rängen hatte Final-Qualität, Haas kann noch immer begeistern wie kaum ein zweiter deutscher Profi, ist immer noch eine Attraktion.

Haas pusht, hadert, spricht mit sich

Und Haas lieferte, überstand eine knifflige Partie gegen Sergiy Stakhovsky. "So ein Match zu drehen, bedeutet mir sehr viel", betonte der Turniersieger von 2013. Es war keine Phrase, das war auf dem Court zu sehen. Haas sprach mit sich selbst, pushte sich, haderte mit verschlagenen Bällen. Es war zu spüren, dass da einer unbedingt die nächste Runde erreichen wollte. Im entscheidenden dritten Satz zeigte der ehemalige Weltranglisten-Zweite variables Tennis. Haas streute immer wieder exzellent getimete Stops ein, bewegte Stakhovsky und holte sich das entscheidende Break. Nach 94 Minuten war die Arbeit getan.
Es war fast ein wenig so, als ob Haas die Zeit um ein paar Jahre zurückgedreht hätte.
Der Routinier hat sich sorgfältig auf das Sandplatz-Turnier vorbereitet, sein ehemaliger Coach Thomas Högstedt unterstützt ihn in München. Haas will in seiner letzten Saison auf der ATP Tour noch ein paar Siege einsammeln, der gegen Stakhovsky war der dritte in der laufenden Saison. In Houston hat er auf Hartplatz den US-Amerikaner Reilly Opelka geschlagen, beim Sandplatz-Masters von Monte Carlo Benoît Paire aus Frankreich.

"Normal würde ich mich tierisch drüber ärgern"

Haas wird derzeit an Position 455 der Weltrangliste geführt, was ihn freilich nicht daran hindert, Spieler zu schlagen, die mehrere Hundert Plätze besser stehen. "Man kann sich die Matches nicht kaufen, man muss sie sich erarbeiten", sagt Haas, der nun gegen Jan-Lennard Struff um seine erste Drittrunden-Teilnahme in diesem Jahr kämpft. Der 27-Jährige steht 407 (!) Plätze vor Haas und freut sich riesig auf das Duell. "Er ist ein Idol", so Struff.
hatte er schon zu Protokoll gegeben, als noch gar nicht klar war, dass es zum Kräftemessen mit dem 39-Jährigen kommt.
Die Kälte, zum Auftakt gegen Stakhovsky herrschten unangenehme 12 Grad, blendet Haas aus. "Normal würde ich mich tierisch drüber ärgern", gibt der Altmeister zu, "aber ich bin einfach froh, hier zu sein".
Und wenn Haas am Abend noch Zeit findet, seine Wetter-App zu checken, wird er feststellen: Am Wochenende soll es in München bis zu 18 Grad und Sonne geben. Um in diesen Genuss zu kommen, müsste er dann allerdings mindestens bis ins Halbfinale kommen...
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