ATP München: Diego Dedura-Palomero verzaubert deutsche Fans - DTB-Youngster mit historischem Erfolg dank Vorbild Rafael Nadal und Gottes Hilfe
Update 16/04/2025 um 13:03 GMT+2 Uhr
Diego Dedura-Palomero hat beim ATP-Turnier in München für ein fettes Ausrufezeichen gesorgt. Der 17-jährige Berliner profitierte beim Stand von 7:6 (7:2), 3:0 von der Aufgabe seines Gegners Denis Shapovalov und schrieb damit Geschichte. Der Youngster steht noch ganz am Anfang seiner Karriere, seine ganze Familie hat Tennis im Blut. Eine Verbindung zu Rafael Nadal darf natürlich auch nicht fehlen.
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Quelle: Eurosport
Diego Dedura-Palomero ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Das war erwartbar. Und in diesem Fall doch sehr überraschend.
Der 17 Jahre alte Berliner ging noch mal hinaus auf den Centre Court des ehrwürdigen MTTC Iphitos, schrubbte dort mit dem rechten Schuh ein großes Kreuz in die rote Asche - und ließ sich darauf mit weit ausgebreiteten Armen fallen. Das wirkte arg theatralisch - hatte aber einen guten Grund, wie die bisherige Nummer 549 der Tennis-Weltrangliste erklärte.
"Ich bin ziemlich gläubig", sagte Dedura-Palomero nach seinem ersten Sieg im ersten Match auf der ATP-Tour, das er beim Spielstand von 7:6 (7:2), 3:0 durch die Aufgabe seines Gegners Denis Shapovalov gewann. "Ich glaube an Gott", ergänzte er, "ich glaube, er hat mir zum Sieg verholfen."
Vor dem Match habe er "fünf Minuten gebetet", und das Kreuz und das Hinlegen darauf, das sei einfach nur ein Zeichen seiner "Dankbarkeit" gewesen.
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Dedura-Palomero: Nadal als großes Vorbild
Seine Emotionen zu zeigen, in welcher Form auch immer, das gehöre zu seinem Naturell, sagt Dedura-Palomero, Sohn einer Litauerin und eines Chilenen. Er sei auf dem Platz ein "Kämpfer bis zum Ende, ich mag's gerne auszuflippen, die Leute mitzunehmen".
Abseits des Platzes sei er aber eher ein "ruhiger Typ, ich würde mich auch als nett bezeichnen". Das passt zu seinen Vorbildern: Rafael Nadal und Casper Ruud.
Von Nadal, sagt Dedura-Palomero mit einem Lächeln, kenne er "jedes Match". Außerdem trainiert er regelmäßig in der Akademie der spanischen Lichtgestalt auf Mallorca, auch vor der Reise nach München war er in der Schmiede des 22-maligen Grand-Slam-Siegers. Die Ikone kennt er natürlich auch persönlich.
Trotz der zahlreichen Unterschiede verbindet Dedura-Palomero und Nadal bereits jetzt eine Gemeinsamkeit: Beide sind Linkshänder.
Die ganze Familie hat Tennis im Blut
Ansonsten trainiert Dedura-Palomero in Berlin, oft mit seinem 19-jährigen Bruder Mariano - selbst Nummer 991 der Welt - und unter Anleitung von Vater Cesar. "Im Notfall" komme auch Mutter Ruta Deduraite-Palomero zum Einsatz, auch sie eine Tennistrainerin und ehemalige Spielerin.
"Mit drei Jahren kann man sehen, ob die motorischen Fähigkeiten gut sind", blickte Palomero Senior in einem Interview mit "rbb24" im vergangenen Dezember auf die frühen Anfänge seines Sohnes zurück. "Mit vier Jahren, ob er sich gut bewegen, laufen und werfen kann."
Die Doppel-Rolle aus Vater und Coach gestalte sich seiner Erfahrung nach "immer schwierig". Häufig stünde in den Augen seiner Söhne nur der Papa auf dem Trainingsplatz - und eben nicht der Trainer. In solchen Situationen kennt er aber einen Ausweg: "Mit viel Geduld" erreicht man immer sein Ziel.
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Diego Dedura-Palomero hat in München für ein Highlight gesorgt
Fotocredit: Getty Images
Dedura-Palomero bleibt bodenständig
Dedura-Palomero ist neben dem auch erst 17 Jahre alten Nürnberger Justin Engel der zweite Teenager, der dem deutschen Tennis etwas Hoffnung für die Zukunft macht.
Zunächst war im Oktober Engel der jüngste Deutsche seit Boris Becker 1984 gewesen, der ein Match auf der Tour gewann. Nun hat Dedura-Palomero nachgelegt - mit dem ersten Tour-Sieg eines Spielers aus dem Jahrgang 2008.
Beide eint, dass sie Kumpels sind, wie Dedura-Palomero betonte. Am Dienstag trennten sich erst mal ihre Wege - und der Achtelfinalist hofft, dass seiner noch etwas weitergeht. Von Rang 549 der Weltrangliste ist er nun schonmal auf Rang 376 geklettert.
Ziele? Ach, im Tennis gehe es doch "immer auf und ab, man kann nie sagen, was passieren wird", sagt Dedura-Palomero, der als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht war. Und daher versuche er auch, "bodenständig" zu bleiben. Eines sei ja ohnehin klar: "Alles passiert aus einem Grund."
Dazu passt: Im Achtelfinale wird "DDP" gegen Zizou Bergs aus Belgien spielen - und nicht gegen Alexander Bublik aus Kasachstan. Gegen den hatte er im Quali-Finale verloren.
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(mit SID)
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