ATP München 2026: João Fonseca holt sich das Viertelfinal-Ticket gegen Ben Shelton - und geht verbal in die Offensive

João Fonseca ist das jüngste Gesicht im elitären Klub der Top 100 auf der ATP Tour. Der 19-Jährige hat bereits beachtliche Erfolge angesammelt und scheut sich nicht, ganz unverblümt über die Dominatoren Jannik Sinner und Carlos Alcaraz zu sprechen. Er selbst versuche ebenfalls, "dominant" aufzutreten, betonte Fonseca gegenüber Eurosport.de. Die Ambitionen sind groß - auch beim Turnier in München.

Highlights: Fonseca löst knifflige Aufgabe im Achtelfinale

Quelle: Eurosport

Ein kleines bisschen Heimspiel-Atmosphäre im kalten München durfte João Fonseca am Aumeisterweg genießen. Brasilien-Flaggen und Sprechchöre waren zu vernehmen.
"Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Brasilianer hier sind", sagte der Teenager nach dem 6:3, 6:2 gegen Arthur Rinderknech, das in seiner Eindeutigkeit darüber hinwegtäuschte, wie knifflig die Aufgabe war.
Neun Breakchancen erspielte sich der Franzose, Fonseca wehrte sie allesamt ab. Bemerkenswert war die Art und Weise. Der Youngster aus Rio de Janeiro agierte in diesen schwierigen Momenten sehr offensiv und durchaus riskant - aber mit Erfolg.
Dieses Vorgehen, verriet Fonseca auf Nachfrage von Eurosport.de, hänge mit seinem Charakter auf dem Court zusammen. "Ich bin ein aggressiver Spieler und mag es, auf die Bälle zu gehen. Ich versuche, dominant, mutig und überzeugt zu sein", führte der Weltranglisten-35. aus. Abwarten, den Gegner die Fehler machen lassen, als relativer Neuling vorsichtig bleiben - nicht sein Ding.

Fonseca schon Fan-Magnet: Über 1,3 Millionen Follower

Daher verwundert es kaum, dass der hochtalentierte Südamerikaner sich in Windeseile eine breite Fanbasis aufgebaut hat. Mehr als 1,3 Millionen Menschen folgen Fonseca auf Instagram, und auch fern der Heimat jubeln sie ihm immer häufiger zu.
Der Tatsache, dass kein Profi in den Top 100 des ATP-Rankings jünger ist und der Spanier Rafael Jodár sich als einziger anderer Teenager in diesen Sphären bewegt, will Fonseca nicht allzu viel Bedeutung beimessen. "Ich stelle mir vor, ich wäre ihm selben Alter wie die anderen Jungs", erklärte der Brasilianer.
Was er hingegen nicht mache: "Ich denke nicht daran, dass ich der Jüngste bin und vielleicht noch Zeit habe. Was ich möchte, ist vorankommen und mich verbessern." Wie gesagt, abwarten gehört nicht zum Fonseca'schen Repertoire im Leben als Profi.

Sinner, Alcaraz, Medvedev - die Lehrmeister sind prominent

Schon früh hatte der Sohn einer sportbegeisterten Familie die Chance, Anschauungsunterricht bei den Besten zu nehmen. Mit sieben Jahren saß der kleine João bereits in der ersten Reihe auf der Tribüne, als Rafael Nadal 2014 den Titel beim ATP-Turnier in Rio gewann. 2023 lud ihn der Weltverband zu den ATP Finals ein, als Hitting Partner für die Stars. Fonseca trainierte plötzlich mit Carlos Alcaraz, Jannik Sinner und Daniil Medvedev.
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Klasse Lob: Fonseca überlistet Tabilo

Quelle: Eurosport

Bessere Lehrmeister hätte es kaum geben können. 2026 aber haben sich die Verhältnisse verschoben. Fonseca entwächst immer mehr seiner Rolle als Lehrling, fordert Alcaraz und Sinner inzwischen auf Masters-Niveau.
Und er ist nah dran: Dem Italiener unterlag er in Indian Wells äußerst knapp (6:7, 6:7) im Achtelfinale, vergab dabei gar drei Satzbälle im ersten Durchgang. Dem Spanier musste Fonseca sich in der Woche darauf in der 2. Runde von Miami geschlagen geben (4:6, 4:6). Auch in dieser Partie war mehr drin, hätte er seine drei Breakchancen genutzt. Er müsse noch an seinen "Bewegungen auf dem Platz arbeiten", räumte Fonseca nun in München ein.

Fonseca polarisiert mit "Roboter"-Aussage über Sinner

Klar aber ist: Fonseca kommt mit Macht, wird wahrgenommen, auf und neben dem Platz. Als er nach seiner Doublette gegen die Nummern eins und zwei des Rankings ganz unverblümt feststellte, dass Alcaraz "mehr im Repertoire" habe als Sinner, der dagegen eher "wie ein Roboter" spiele, brachte ihm das unter anderem die Kritik von Ex-Profi Greg Rusedski ein. Die Aussagen seien nicht angebracht.
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Fonseca: "Alcaraz hat mehr im Repertoire, Sinner ist ein Roboter"

Quelle: SNTV

Sinner selbst reagierte gelassen, die Erklärung des Brasilianers könne man ruhig so stehen lassen, da er zuvor ja gegen ihn und Alcaraz in kurzer Abfolge gespielt habe. Ja, er sei sogar ein "großer Fan" von dessen Spiel.
Die Zahl der Fonseca-Anhänger nimmt in der Tat stetig zu. Man spürt, da kommt einer, der Klasse mit Mut und Selbstvertrauen verbindet. Das deutete sich schon Ende der Saison 2024 an, als das Toptalent als am niedrigsten gesetzter Spieler die Next Gen Finals gewann.

Fonseca: "Ich spiele gerne gegen die großen Jungs"

Ziel und Traum sei es, irgendwann die Nummer eins zu werden, betonte Fonseca damals schon. "Ich spiele gerne gegen die großen Jungs. Ich mag es, wenn ich ein schwieriges Match in einem großen Stadion habe." Inzwischen hat er seiner Vita auch die ersten beiden ATP-Titel hinzugefügt, auf seinen beiden besten Belägen. 2025 triumphierte er zunächst als 18-Jähriger auf Sand in Buenos Aires (ARG), dann entschied er den Hartplatz-Wettbewerb von Basel (SUI) für sich.
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Highlights: Fonseca nimmt erste Hürde in München

Quelle: Eurosport

In München peilt der Youngster nun den nächsten Coup an. Nach den Erfolgen gegen Alejandro Tabilo (1. Runde) und Rinderknech (Achtelfinale) wartet nun ein dicker Brocken im Viertelfinale: der an Position zwei gesetzte US-Amerikaner Ben Shelton.
Ein Härtetest, der als Zwischenstation dienen soll auf dem Weg nach ganz oben - oder wie es Fonseca selbst einst formulierte: "Ich gehöre auf die Bühne des Tennissports, wo man mutig sein muss, wo man zum Schlag ausholen muss."
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