Jannik Sinner verliert Finale gegen Carlos Alcaraz - Titelverteidigung in Peking nach Dopingwirbel knapp verpasst

Titelverteidigung nach Dopingwirbel verpasst: Jannik Sinner hat das Traumfinale beim ATP-Turnier in Peking gegen Carlos Alcaraz verloren. Im Duell der diesjährigen Grand-Slam-Champions musste sich der Weltranglistenerste nach einem fast dreieinhalbstündigen Krimi mit 7:6 (8:6), 4:6, 6:7 (3:7) geschlagen geben. Für den 21-jährigen Alcaraz war es der erste China-Open-Triumph seiner Karriere.

Carlos Alcaraz setzte sich im Final-Krimi gegen Jannik Sinner durch

Fotocredit: Imago

Vorjahressieger Sinner trotzte nach einem souveränen Turnierverlauf auch im Finale den neu entflammten Diskussionen um seine positiven Dopingtests mit einer starken Leistung, am Ende aber feierte Alcaraz seinen 16. Titel auf der Tour.
Der Spanier, der im Halbfinale den Vorjahresfinalisten Daniil Medvedev ausgeschaltet hatte, zog so mit seinem zwei Jahre älteren Kontrahenten Sinner gleich - und stellte im direkten Vergleich auf 6:4. Schon die ersten beiden Duelle dieser Saison in Indian Wells und bei den French Open hatte Alcaraz für sich entschieden, damals jeweils im Semifinale.
"Er hätte auch gewinnen können, es war sehr eng", sagte der Mann aus Murcia nun nach seinem nächsten Coup: "Jannik hat mal wieder gezeigt, dass er der Beste der Welt ist. Er ist körperlich und mental ein Biest."
Auf sich selbst, so Alcaraz, sei er stolz und "sehr happy, dass ich es doch geschafft habe". Und dass, obwohl er zuvor zahlreiche Breakbälle und aussichtsreiche Chancen teils fahrlässig liegengelassen hatte.

Alcaraz trotz starkem Start im Rückstand

Der Spanier fand stark in die hochklassige Partie und machte anders als noch bei seinem überraschend frühen US-Open-Aus wieder einen topfitten Eindruck.
Sinner allerdings wehrte einen Satzball ab - und schnappte sich nach zwischenzeitlichem 1:4-Spielrückstand und 4:6 im Tiebreak doch noch den ersten Durchgang.
Nachdem Alcaraz anschließend zurückgeschlagen hatte, musste im dritten Satz der nächste spektakuläre Tiebreak entscheiden. Mit dem besseren Ende für den (Noch-) Weltranglistendritten.
Nach 3:21 umkämpften Stunden verwandelte Alcaraz den ersten Matchball - und zwar mit neuen Schuhen. Diese hatte er kurz vor Schluss beim Stand von 0:2 gewechselt, ehe er wie auf Sprungfedern sieben der letzten acht Ballwechsel für sich entschied.

Dopingwirbel belastet Sinner

Vorjahressieger Sinner hatte zuletzt "schlaflose Nächte" wegen seines schwelenden Dopingfalles offenbart - er sei in keiner Situation, "in der ich mich gerne befinde", sagte die Nummer eins der Welt.
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte am Samstag mitgeteilt, beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Berufung gegen den Freispruch Sinners nach zwei positiven Tests auf das verbotene Steroid Clostebol im März eingelegt zu haben.
Während unter anderem sein Kontrahent Alcaraz ihm bereits vor dem Finale zur Seite gesprungen war ("ich fühle mit ihm"), fordert die WADA eine Sperre von bis zu zwei Jahren.

Nächster Halt: Shanghai

Weiter geht es für Sinner und Alcaraz fast nahtlos beim Masters in Shanghai. Bei diesem macht sich auch der von einer Lungenentzündung genesene Alexander Zverev Hoffnungen auf den Titel.
Der gebürtige Hamburger startet dann allerdings "nur" noch als Nummer drei der Welt. Denn Alcaraz schiebt sich in der kommenden Woche im Ranking wieder vorbei an Zverev auf Platz zwei - dank seiner souveränen Auftritte in Peking.
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(mit SID)
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Sinner von Einspruch "enttäuscht und überrascht"

Quelle: Perform


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