US Open 2024: Carlos Alcaraz geht die Energie aus - ungewohnte Misstöne beim Superstar nach Zweitrunden-Niederlage
Update 30/08/2024 um 17:31 GMT+2 Uhr
Carlos Alcaraz wirkte beim Verlassen des Arthur-Ashe-Stadiums nach seiner Niederlage gegen Botic van de Zandschulp niedergeschlagen und ratlos. Der Mitfavorit bei den US Open schied bereits in der zweiten Runde gegen die Nummer 74 der Welt aus. Über das gesamte Match war Alcaraz dabei chancenlos. Doch bereits in den Wochen zuvor deutete sich eine Negativ-Entwicklung beim jungen Spanier an.
Carlos Alcaraz scheidet bei den US Open schon in der zweiten Runde aus
Fotocredit: Getty Images
1:6, 5:7, 4:6 lautete das nüchterne Endergebnis aus Sicht von Carlos Alcaraz am späten Donnerstagabend in Flushing Meadows.
Mit einer klaren Dreisatzniederlage gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp, der zuvor noch nie einen Top-Ten-Spieler geschlagen hatte, endeten die Titelträume des 21-Jährigen in New York unerwartet früh.
Nach seinen Siegen bei den French Open und in Wimbledon sowie Silber bei Olympia in Paris galt Alcaraz vielerorts als der Favorit beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres. Vielleicht sogar noch leicht vor Novak Djokovic oder Jannik Sinner.
Doch der Spanier, der seinem Premieren-Sieg bei den US Open 2022 noch drei weitere Major-Titel folgen ließ und die Tennis-Welt im Sturm eroberte, zeigte gegen van de Zandschulp, dass auch er nur ein Mensch ist - der mit seinen 21 Jahren vor allem mental noch viel lernen kann.
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Alcaraz: "Konnte meine Emotionen nicht kontrollieren"
Quelle: Perform
Alcaraz und sein vollgepackter Terminkalender
Dies gestand Alcaraz nach dem Match ein: "Es ist, als hätte ich einen Rückschritt gemacht: Ich bin mental nicht gut drauf, ich bin nicht stark. Wenn ich Probleme habe, weiß ich nicht, wie ich mich beherrschen soll, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll." Er habe nicht nur gegen einen starken Gegner, sondern auch gegen sich selbst gespielt.
"Es war ein Kampf mit mir selbst und eine Achterbahnfahrt in meinem Kopf", gab die jüngste Nummer eins der Tennis-Geschichte zu. Auch der besonders anspruchsvolle Terminkalender in diesem Jahr forderte nun bei Alcaraz seinen Tribut.
"Der Sommer war sehr anstrengend, ich hatte meine Momente, in denen ich den Anschluss verloren habe. Vielleicht brauche ich mehr Zeit für mich selbst. Vielleicht passt der enge Zeitplan nicht zu mir", zog Alcaraz ein erstes Fazit: "Vielleicht hatte ich nicht die Energie, die ich mir erhofft hatte. Ich brauche mehr freie Tage vor den Grand-Slam-Turnieren."
Blickt man auf seinen Terminplan, stehen nur zwölf freie Tage seit dem Ende der French Open Mitte Juni im Kalender. Offensichtlich zu wenig, um sich vor allem mental zu erholen. Zumal ihn die Niederlage im olympischen Finale gegen Djokovic besonders getroffen hatte. Dazu das hochemotionale Doppel mit Rafael Nadal in Paris.
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Highlights: Djokovic holt Gold in Final-Thriller gegen Alcaraz
Quelle: Eurosport
Alcaraz: Zu viele Fehler, zu wenig Energie
Bereits in Cincinnati deutete sich beim viermaligen Grand-Slam-Sieger an, dass ihm die übliche Lockerheit fehlte. Beim Vorbereitungsturnier auf die US Open verlor Alcaraz sein Erstrundenmatch gegen Gael Monfils. Dass der Youngster dabei seinen Schläger zerstörte, wirkte bereits wie ein erstes Warnzeichen. Für Sonnyboy Alcaraz war es das erste Mal in seiner Karriere.
Auch der wiederholte Wechsel der Beläge - von Sand (French Open) auf Rasen (Wimbledon), dann bei Olympia wieder auf Sand und nun auf Hartplatz könnte eine Rolle gespielt haben. Bereits in der ersten Runde der US Open gegen Li Tu zeigten sich ähnliche Tendenzen wie in Cincinnati. Gegen den unerfahrenen Australier, der Alcaraz dennoch einen Satz abnahm, reichte es noch.
Van de Zandschulp war dann zu stark. 27 unerzwungene Fehler spielte der Mitfavorit im gesamten Match. Im ersten Satz, der nach nur 30 Minuten beendet war, holte sich Alcaraz zudem keinen einzigen Winner. Im ATP-Ranking hat das frühe Aus vorerst keine Auswirkungen. Der Spanier ist weiterhin Dritter.
Was bleibt, sind aber Alcaraz' schlechtestes Grand-Slam-Ergebnis seit Wimbledon 2021 und das Ende einer 15 Spiele anhaltenden Siegesserie bei den Majors. Und die Erkenntnis, dass das Wunderkind des Tennis doch noch unerfahren ist. Oder wie Alcaraz es selbst ausdrückte: "Ich glaube, ich lerne mich immer noch selbst kennen, und vielleicht brauche ich als Person mehr Zeit."
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Tennis - ATP 1000 Cincinnati - 2nd Round - Monfils - Alcaraz - Alcaraz smashes his raquette
Quelle: Eurosport
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