"Es ist wirklich unglaublich."
Als Rafael Nadal den Pokal im Foro Italico nach oben streckte, merkte man, was ihm dieser zehnte Titel bedeutete.
"Ich erinnere mich noch, wie ich hier 2005 mein erstes Finale über fünf Stunden gegen Coria gespielt habe. Heute, 16 Jahre später, habe ich ein weiteres Finale hier gewonnen. Es ist für mich eine unglaubliche Sache – danke, Rom!", erklärte ein überglücklicher Sieger im On-Court-Interview.
ATP Rom
Finalsieg gegen Djokovic: Nadal zieht nach Masters-Titeln gleich
16/05/2021 AM 18:01
Nach Roland-Garros (13 Titel), Barcelona (12) und Monte-Carlo (11) ist es dem Sandplatzkönig also auch beim Masters in Rom gelungen, sich zum mindestens zehnten Mal in die Siegerliste einzutragen.
Und das ausgerechnet gegen Novak Djokovic, seinem größten Rivalen neben Roger Federer. Der Respekt voreinander könnte nicht größer sein. "Es ist immer eine große Ehre, gegen dich zu spielen", erklärte Nadal, der durch den Sieg in Masters-Titeln mit dem 33-jährigen Serben gleichzog (beide 36).

Nadal kritisiert Platz in Rom nach Stürzen: "Dann ist es brutal ..."

Djokovic: Nadal auf Sand die größte Herausforderung

Djokovic hatte ihm diesmal im Finale alles abverlangt, war beim 7:5, 1:6, 6:3-Erfolg des Spaniers im zweiten Satz sogar der deutlich bessere Spieler.
Doch Nadal wäre eben nicht Nadal, wenn er in den entscheidenden Situationen auf Sand nicht noch ein Ass im Ärmel hätte. Beim Stand von 3:2 im dritten Satz zündete der Spanier plötzlich die nächste Stufe, holte sich zu null das entscheidende Break.
"Leider habe nicht ich, sondern er die entscheidenden Momente im ersten und dritten Satz genutzt. Ich hatte ein bisschen Pech", sagte Djokovic später, erkannte aber einmal mehr an: "Es gibt keine größere Herausforerung, als gegen Rafa in einem Finale auf Sand zu spielen."
Dass er am Tag zuvor insgesamt vier Stunden und 56 Minuten auf dem Court gestanden hatte, weil er neben dem planmäßig angesetzten Halbfinale auch noch das Viertelfinale vom Vortag gegen Stefanos Tsitsipas zu Ende spielen musste, wollte der Serbe nicht als Ausrede gelten lassen: "Nein, die Müdigkeit war es nicht. Er hat es geschafft, mir den Aufschlag abzunehmen und war einfach besser. Das ist alles."

Meisterlich in Rom: Nadal im Finale zu gut für Djokovic

Nadal und Djokovic finden zur Topform

Beide hatten sich im Laufe des Turniers deutlich gesteigert. Auch Nadal musste auf der anschließenden Siegerpressekonferenz zugeben, dass in den frühen Runden nicht alles nach Plan lief: "Ich hatte in ein paar Momenten Glück, vor allem gegen Shapovalov ", sagte der Spanier. Beim 3:6, 6:4, 7:6 im Viertelfinale gegen den Kanadier hatte Nadal sogar zwei Matchbälle abwehren müssen. "Danach habe ich denke ich ein gutes Turnier gespielt. Ich wurde besser und besser und habe meinen Rhythmus auf Sand gefunden. Die Woche war sehr positiv für mich."
Pünktlich zum Sandplatzhöhepunkt, den French Open in Paris (ab 30. Mai live bei Eurosport), hat der 34-Jährige zur Topform gefunden. Vorhand und Aufschlag funktionierten besser als noch bei den Masters-Turnieren in Monte-Carlo und Madrid, wo Nadal jeweils im Viertelfinale gescheitert war. "Es war eine große Steigerung. Das gibt mir Selbstvertrauen", so der Spanier: "Es war der richtige Moment, um einen wichtigen Titel zu gewinnen."
Auch Djokovic kann trotz der Niederlage viel Positives aus Rom mitnehmen, vielleicht sogar mehr als Nadal. Der 18-malige Grand-Slam-Sieger hatte seit dem Australian-Open-Finale Ende Februar insgesamt nur fünf Matches bestritten, davon zwei verloren. In Monte-Carlo unterlag er bereits im Achtelfinale dem Briten Daniel Evans, bei seinem Heimturnier in Belgrad eine Woche später im Halbfinale dem Russen Aslan Karatsev. In der ewigen Stadt fand er nun zu seiner Form zurück.
"Natürlich bin ich enttäuscht, nicht gewonnen zu haben, aber ich bin auch sehr zufrieden mit dem Level, auf dem ich in den späteren Runden gespielt habe. Langsam fange ich an, mich auf Sand so wohlzufühlen, wie ich mir das erhofft habe", erklärte der Weltranglistenerste und schickte direkt mal eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Wenn ich es schaffe, so zu spielen wie gestern und heute, dann kann ich es auch in Paris ins Finale schaffen."

Nadal vs. Djokovic: Revanche bei den French Open?

Die "NextGen" um Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev und Co. sei zwar mittlerweile nah dran, "sie etablieren sich in den Top 10, den Top 5. Aber wir sind immer noch da", stellte der Serbe klar. Das Momentum, so viel steht fest, liegt nach Rom wieder bei Djokovic und Nadal. Kurz vor einem Grand Slam sind die titelhungrigen "Löwen" wieder in Topform. Wie so oft.
Nadal wird sich in den kommenden beiden Wochen zuhause auf Mallorca auf den Grand Slam vorbereiten, Djokovic in Serbien, wo er eine Woche vor Roland-Garros zum zweiten Mal in der serbischen Hauptstadt bei den Belgrade Open an den Start gehen wird.
"Es geht darum, das Level aufrecht zu erhalten und dann in Paris den Höhepunkt zu erreichen", erklärte der 33-Jährige. Im vergangenen Jahr unterlag er Nadal, der bei den French Open als erster Spieler der Geschichte seinen 21. Grand Slam gewinnen kann, im Finale recht deutlich in drei Sätzen 0:6, 2:6, 5:7.
Spielen beide in Paris so grandios auf wie im Finale von Rom, könnte Djokovic am 13. Juni auf dem Court Philippe-Chatrier seine Revanche bekommen.

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