Novak Djokovic: Der Rekord-Grand-Slam-Champion muss ein Zeichen setzen für die French Open

Novak Djokovic will in Rom die letzte Chance nutzen, um vor den French Open doch noch ein überzeugendes Turnier zu spielen und seine Ambitionen auf den 23. Grand-Slam-Titel zu untermauern. Die vergangenen Monate liefen bescheiden für den Serben, der Platz eins im ATP-Ranking an Carlos Alcaraz verlieren wird. Djokovic muss ein Zeichen setzen. Grund zur Sorge bestehe aber nicht, sagt Boris Becker.

Novak Djokovic

Fotocredit: Getty Images

Novak Djokovic ist verwundbar geworden, in mehrfacher Hinsicht.
Den Superstar plagten zuletzt Probleme am rechten Ellbogen und infolge dessen spielerische Defizite. Bei den frühen Niederlagen in Monte-Carlo gegen Lorenzo Musetti und Dusan Lajovic in Banja Luka baute Djokovic über den ersten Aufschlag viel zu wenig Druck auf, die Punktquoten von 59 beziehungsweise 63 Prozent sprachen Bände.
"Wenn ich so spiele, kann ich gegen Gegner, die auf diesem Belag stark sind, nicht gewinnen", räumte der Belgrader ein. Eine Aussage, die so kurz vor Beginn der French Open fast einer Bankrotterklärung gleichkäme, ginge es nicht um Djokovic.
Aus Sicht von Boris Becker, der die Tennis-Ikone von 2013 bis 2016 coachte, handelt es sich vielmehr um "Business as usual". Djokovic nutze Vorbereitungsturniere tatsächlich, um sich vorzubereiten, Dinge zu testen. "Ich bin mir sicher, dass er punktgenau in Paris zuschlagen wird", sagt Becker exklusiv bei Eurosport.
Auch der Ellbogen-Problematik misst der sechsfache Grand-Slam-Turniersieger nicht mehr allzu große Bedeutung bei. Djokovic habe bei seinem ersten Training in Rom mit Jannik Sinner "frisch und gesund" ausgesehen.

Djokovic muss Alcaraz vorbeiziehen lassen

Dies ist allerdings auch die Grundvoraussetzung, will Djokovic in Paris seinen 23. Major-Titel einfahren. Dort muss er aller Voraussicht nach den Mann in die Knie zwingen, der seit elf Matches auf Sand ungeschlagen ist und ihn nach dem Masters von Rom von Platz eins der Weltrangliste verdrängen wird: Carlos Alcaraz.
Derzeit liegt der 20-Jährige nur fünf mickrige Pünktchen hinter Djokovic, der als Vorjahressieger von Rom keine Zähler hinzugewinnen kann und seinen Status als Branchenprimus daher am 22. Mai verliert. Alcaraz wiederum tritt erstmals in seiner Laufbahn bei den Internazionali BNL d'Italia an und punktet deshalb in jedem Fall.
Umso wichtiger ist es für Djokovic, im Foro Italico ein Zeichen zu setzen. Das blieb dem 35-Jährigen in jüngerer Vergangenheit verwehrt.

Schläger zertrümmert - Djokovic zeigt Nerven

Die US-Masters von Indian Wells und Miami verpasste er aufgrund seines Verzichts auf eine Impfung gegen das Coronavirus, beim Comeback in Monte-Carlo und Banja Luka behinderten ihn Ellbogenprobleme am rechten Schlagarm.
Die Widrigkeiten machen Djokovic zu schaffen. In Monte-Carlo lieferte sich der Routinier eine lautstarke Debatte mit Stuhlschiedsrichterin Aurélie Tourte, später zertrümmerte er einen Schläger auf dem Platz. Fragen zu seiner Gesundheit wich er aus. "Ich kann nichts sagen. Es geht mir gut", gab sich der Tennisprofi ungewohnt schmallippig.
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Heiße Debatte mit Schiedsrichterin: Djokovic kann es nicht fassen

Quelle: SNTV

In Banja Luka haderte er mit den Bedingungen. "Dies ist wahrscheinlich der langsamste Platz und es sind die langsamsten Bedingungen, auf denen ich jemals gespielt habe, um ehrlich zu sein. Ich konnte den Platz nicht durchdringen, keinen Ball an ihm vorbeibringen", erklärte Djokovic.

Djokovic exklusiv: "Das ultimative Ziel"

Es passt einfach wenig zusammen im Moment, der Plan geht nicht auf. "In diesem Jahr ist es das Wichtigste, gesund zu bleiben und sich körperlich gut vorzubereiten. Natürlich liegt unser Hauptaugenmerk auf Roland-Garros. Dort muss Novak bereit sein, alles zu geben", hatte Trainer Goran Ivanisevic im Gespräch mit "tennismajors.com" im März erklärt.
Die French Open seien "das ultimative Ziel auf Sand", stieß Djokovic im Eurosport-Interview in dieselbe Kerbe. Dieses Vorhaben gerät zunehmend in Gefahr. Da Djokovic nicht geplant hat, in der Woche direkt vor den French Open bei den kleineren Wettbewerben in Genf oder Lyon anzutreten, ist Rom die letzte Chance, ein Ausrufezeichen zu setzen.

Djokovic: Rom kommt genau zum richtigen Zeitpunkt

Der Klassiker in der italienischen Hauptstadt liegt dem Serben. Kein Sandplatzturnier gewann er öfter (sechs Titel), nie schied er vor dem Viertelfinale aus, seinen 1000. Sieg auf der ATP Tour fuhr er ebenfalls in Rom ein.
Seit 17 Jahren ist Djokovic ununterbrochen dabei, 2023 schlägt er einmal mehr als Titelverteidiger auf. Nach einem Freilos in Runde eins wartet zum Auftakt der Sieger der Partie zwischen Lucas Van Assche und Tomás Etcheverry.
Seinem ewigen Rivalen Rafael Nadal wird er hingegen nicht begegnen. Der Sandplatzkönig musste aufgrund anhaltender Hüftprobleme absagen.
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Zugeständnis ans Alter: Djokovic erklärt seinen Turnierplan

Quelle: Perform

In der Wohlfühloase am Tiber will sich Djokovic indes die Matchhärte zurückholen. Es sei ja im Hinblick auf die Sandplatzsaison "kein Geheimnis, wo ich mein bestes Tennis spielen möchte - es ist Roland-Garros", stellte der 35-Jährige klar. Er habe überdies sein Trainingspensum auf dem roten Belag erhöht.
Nur: Die jungen und formstarken Herausforderer um Alcaraz, Holger Rune und Jannik Sinner kann das nicht (mehr) schrecken. Eine famose Vorstellung in Rom wäre als Kampfansage schon deutlich besser geeignet ...
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Dicke Überraschung - so warf Musetti Superstar Djokovic raus

Quelle: SNTV

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