French Open: Dickes Warnsignal für Alexander Zverev für Roland-Garros - bitteres Aus in Rom offenbart große Schwäche

Das dramatische Achtelfinal-Aus von Alexander Zverev beim ATP-Masters von Rom gegen Luciano Darderi (6:1, 6:7, 0:6) war nicht weniger als ein dickes Warnsignal vor den French Open. Während die deutsche Nummer eins vor allem den Platz für seinen beispiellosen Einbruch verantwortlich machte, lieferte sein italienischer Bezwinger eine detaillierte Fehleranalyse und zeigte eine Schwäche auf.

Highlights: Vier Matchbälle vergeben! Zverev geht in Rom k.o.

Quelle: SNTV

Alexander Zverev sah das Positive.
Nach seiner bitteren Niederlage in Rom sei die gewonnene Zeit vor den French Open (24. Mai bis 7. Juni live im Stream bei HBO Max) "in dieser schwierigen Phase für mich vielleicht ja ein kleiner Segen", sagte Zverev nach seinem Achtelfinal-Aus gegen den Italiener Luciano Darderi: "Ich kann mich ausruhen und 100 Prozent fit werden für die French Open."
Er hoffe, er könne die freie Zeit "nutzen", sagte Zverev, der im dritten Satz seines Achtelfinals gegen Darderi kraftlos wirkte. Nach einem starken Start vergab der Weltranglistendritte im aufregenden Tiebreak des zweiten Satzes vier Matchbälle und verlor 6:1, 6:7 (10:12), 0:6.
Erklärungsversuche für seinen Einbruch lieferte Zverev im Anschluss genügend, doch um die prominenteste Schlussfolgerung kam der Hamburger nicht drum herum: Die Pleite von Rom ist ein dickes Warnsignal für Roland-Garros.

Zverev bringt Darderi selbst zurück ins Spiel

Zur Wahrheit zählt jedoch auch: Erst zum zweiten Mal in diesem Jahr war für Zverev bereits vor dem Halbfinale Endstation. Eine solche Konstanz ist auf der ATP-Tour gewiss eine Seltenheit, in den entscheidenden Momenten lässt der 29-Jährige aber nach wie vor den Killerinstinkt vermissen.
Ein Beispiel dafür lieferte ausgerechnet sein italienischer Bezwinger. "Meiner Meinung nach hat sich alles beim Stand von 4:5 im zweiten Satz geändert - bei seinem Aufschlag. Davor hat er nie langsamer als 220 km/h aufgeschlagen, ich wusste nicht, wie ich darauf antworten soll", erklärte Darderi auf der Pressekonferenz. Doch Zverev öffnete ihm die Tür.
"Aber in diesem Game hat er mir die Punkte geschenkt", bezog er sich unter anderem auf die beiden Doppelfehler seitens der deutschen Nummer eins. "Ehrlich gesagt, hat er mich dadurch wieder ins Spiel gebracht. Von diesem Moment an hatte ich das Gefühl, dass ich es drehen kann. Und er war sehr angespannt."
Trotz einer zuvor aussichtslosen Lage erlangte Darderi plötzlich die mentale Oberhand - und Zverev muss sich vorwerfen lassen, den nicht mehr für möglich gehaltenen Knackpunkt selbst herbeigeführt zu haben.

Zverev kritisiert - und Darderi passt sich einfach an

Die Mentalität - gepaart mit der lautstarken Unterstützung der italienischen Zuschauer - mag vor allem im zweiten Satz den Unterschied gemacht haben. Im dritten Satz spielte jedoch der Faktor Anpassungsfähigkeit eine nicht zu vernachlässigende Rolle und erwies sich letztlich als Schwäche von Zverev.
Nach dem Match kritisierte Zverev zu die Platzbedingungen in der Ewigen Stadt scharf: "Um ehrlich zu sein: Das ist der schlechteste Platz, auf dem ich je gespielt habe", sagte Zverev nach der Partie in der BNP Paribas Arena.
"Junioren, Profis, Future, Training - ich habe noch nie auf einem Platz gespielt, dessen Zustand so schlecht ist", tobte der 29-Jährige, der in einigen Momenten teils bittere Platzfehler hinnehmen musste. Ein Umstand, der zutreffen mag - jedoch für beide Spieler exakt gleich gegolten hatte.
picture

Alexander Zverev kritisiert nach seinem Aus in Rom die Platzbedingungen

Fotocredit: Imago

Im Gegensatz zu Zverev machte Darderi aus der Not eine Tugend und machte den Platz kurzerhand zu seinem Verbündeten. "Ich habe immer versucht, Druck auf seine Vorhand auszuüben. Aber auf einem so langsamen Platz war das sehr schwierig", analysierte er. Angesichts dieser Tatsache entschloss er sich zu einem spontanen Wechsel der Strategie.
"Dann habe ich verstanden, dass ich ihn vermehrt von rechts nach links jagen muss. Ab diesem Moment tat ich ihm richtig weh", so die Nummer 20 der Welt. "Ich habe häufig am Netz attackiert, viele Volleys und Stoppbälle gespielt. Wenn ich schließlich mal hinten blieb, wusste er irgendwann nicht mehr, ob ich nach vorne gehe oder einen Stopp spiele."
Eine solche Variabilität ließ Zverev am Dienstag vermissen. Ausgerechnet diese Qualität macht in zähen Partien aber den Unterschied - das kommt im Best of Five bei den French Open noch stärker zum Ausdruck.

French Open: Zverev stiftet Verwirrung mit Aussage

Wie es in den Wochen bis Roland-Garros weitergeht, steht bei Zverev derweil noch nicht fest.
Der dreimalige Grand-Slam-Finalist sprach davon, dass er nun "fast zwei Wochen" Zeit bis zu seinem nächsten Match habe - dabei hat er eigentlich einen Auftritt bei seinem am Samstag beginnenden Heimturnier am Hamburger Rothenbaum geplant.
Es gebe - Stand Dienstagabend - jedoch "keinen Anruf und keine Absage" von Zverev, hieß es von Hamburger Turnierseite auf Anfrage des "SID".
Gewiss würde Zverev angesichts des vollen Turnierkalenders eine längere Auszeit in die Karten spielen. Wie sein Aus in Rom aber unterstrich, kommt es auf dem Court auf deutlich mehr an als auf Ruhezeiten und Kraftreserven.
Das könnte Dich auch interessieren: Murray kehrt als Coach auf die ATP-Tour zurück
(mit SID)
picture

Highlights: Sinner beendet Siegeszug seines Landsmanns

Quelle: SNTV


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung