Frances Tiafoe muss nach Ausraster bei den Shanghai Masters 120.000 US-Dollar zahlen - nur eine Strafe war höher
VonNiklas Bien
Publiziert 15/11/2024 um 10:15 GMT+1 Uhr
Die Shanghai Masters waren für Frances Tiafoe im Oktober schon nach der zweiten Runde vorbei. Den Krimi gegen Roman Safiullin verlor der US-Amerikaner mit 7:5, 5:7, 6:7 (5:7). Nach dem Spiel war Tiafoe kaum zu bremsen, ging Schiedsrichter Jimmy Pinoargrote verbal hart an und kassiert dafür nun eine der höchsten im Tennis je verhängten Geldstrafen: 120.000 US-Dollar (umgerechnet rund 114.000 Euro).
Highlights: Zverev ringt Tiafoe nach umkämpftem Spiel nieder
Quelle: Eurosport
Dass ein Tennis-Profi nach einem emotionalen Ausbruch zur Kasse gebeten wird, ist nichts Neues. Die Strafe, die Tiafoe nun erhält, hat aber eine andere Dimension.
Die Nummer 18 der Welt muss 60.000 US-Dollar für seine Beleidigungen gegen Schiedsrichter Pinoargrote zahlen und zusätzlich noch einmal denselben Betrag für "schwerwiegenden Fehlverhaltens", wie es offiziell heißt.
Tiafoe hatte im entscheidenden Tiebreak gerade einen langen Ballwechsel für sich entschieden und musste aufschlagen. Um die 25 Sekunden, die ein Spieler für seinen Aufschlag maximal Zeit hat, nicht zu überschreiten, warf der US-Amerikaner einen Ball in die Luft, versuchte den Ball aber gar nicht zu treffen.
Schiedsrichter Pinoargrote wertete das nicht als Aufschlagversuch und entschied auf Zeitüberschreitung. Tiafoe verlor damit seinen ersten Aufschlag, in der Folge auch den Punkt und das gesamte Match.
Was folgte, war eine Aneinanderreihung harscher Beleidigungen gegen den Unparteiischen - für die der 26-Jährige nun die Quittung bekommt.
Tiafoe kratzt an der Rekord-Strafe
Geht es nach Tennis-Reporter Matt Futterman vom amerikanischen "The Athletic", ist die Strafe durchaus hoch angesetzt und wirkt gerade im Vergleich zu früheren Strafen für andere Spieler überzogen. "Sie hatten fast drei Stunden lang alles gegeben. Das ist nicht der Moment für pingelige Zeitverstöße", betonte Futterman.
Der Gesamtbetrag von umgerechnet rund 114.000 Euro ist die zweithöchste Geldstrafe, die auf der ATP Tour je ausgesprochen wurde. Damit reiht sich Tiafoe hinter Hugo Gaston ein, der 2023 sogar 144.000 Euro zahlen musste.
Der Franzose wurde damals besonders hart bestraft, weil er sich gleich vier Unsportlichkeiten in einer Saison leistete - dass er einen Ersatzball während des Ballwechsels ins Spiel warf, brachte das Fass zum Überlaufen. Allerdings: Die Strafe wurde auf 77.000 Euro verringert, der Rest des Betrags dabei auf Bewährung ausgesprochen.
Bleibt die Strafe von Tiafoe bestehen, verliert der 26-Jährige auf einen Schlag fast fünf Prozent seiner 2,7 Millionen US-Dollar Preisgeld aus diesem Jahr - definitiv ein teurer Ausraster.
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Quelle: Eurosport
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