ATP Shanghai: Absage von Carlos Alcaraz ist ein kalkuliertes Risiko - Duell mit Jannik Sinner um Nummer eins spitzt sich zu
Publiziert 01/10/2025 um 22:21 GMT+2 Uhr
Kurz nach dem Titelgewinn beim ATP-Wettbewerb in Tokio hat Carlos Alcaraz seine Teilnahme am ATP Masters in Shanghai abgesagt. Der sechsmalige Grand-Slam-Turniersieger entscheidet sich für eine Auszeit, obwohl mit Jannik Sinner sein ärgster Verfolger in der Weltrangliste in den kommenden Wochen an ihm vorbeiziehen könnte. Alcaraz wählt das Risiko jedoch mit Bedacht und blickt bereits weiter.
Alcaraz sichert sich Titel in Tokio
Quelle: SNTV
Carlos Alcaraz war wieder zum Scherzen zumute.
"Ich habe alles daran geliebt. Außer die fünf Minuten, die ich wegen meines Knöchels auf dem Boden gelegen bin", blickte der Weltranglistenerste nach seinem Titelgewinn beim ATP-Turnier in Tokio zurück.
Am vergangenen Donnerstag war er in der 1. Runde gegen Sebastián Báez mit seinem linken Knöchel umgeknickt und zunächst auf dem Boden liegen geblieben. Nach einer Behandlung entschied er die Partie trotz eines dick einbandagierten Fußes für sich (6:4, 6:2).
Alcaraz zog bis zum Titel durch - und betätigte nur kurz darauf mit seiner Absage für das Masters in Shanghai schließlich die Notbremse. Platz eins in der Weltrangliste gerät damit in Gefahr. Doch das Alcaraz-Risiko ist mit Bedacht gewählt.
Alcaraz trifft weise Entscheidung
"Wie ihr sicher wisst, hatte ich in der vergangenen Woche ein paar körperliche Probleme", begründete Alcaraz in einer Videobotschaft. "Deswegen muss ich meine Teilnahme am Turnier in Shanghai leider absagen."
Es mag eine überraschende Erklärung gewesen sein, zumal sich Alcaraz in Tokio - vor allem im Finale gegen Taylor Fritz (6:4, 6:4) - von seiner souveränen Seite präsentiert hatte. Nachwehen des Schockmoments gegen Báez waren zumindest optisch nicht zu vernehmen.
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Highlights: Alcaraz beißt sich trotz Schmerzen gegen Báez durch
Quelle: Eurosport
Für die Fans in Shanghai ist der Rückzug von Alcaraz eine bittere Nachricht. Der Branchenprimus trifft für sich selbst jedoch eine weise Entscheidung.
Um eine schlimmere Verletzung zu vermeiden, gönnt sich Alcaraz eine Pause und verzichtet auf eine dreiwöchige Dauerbelastung. Der Startschuss für das ATP Masters in der chinesischen Millionenstadt (1. bis 12. Oktober) fiel nämlich nur einen Tag nach dem Finale von Tokio.
Auch mit Blick auf die Weltrangliste, deren Spitze Alcaraz mit dem Triumph bei den US Open erobert hatte, ist die Absage allemal zu verkraften.
Duell um Nummer eins spitzt sich zu
Mit seinem Finalsieg in Peking hat Jannik Sinner im Ranking 170 Punkte auf Alcaraz gutgemacht und liegt mit 10.950 Zählern nur noch 590 Punkte hinter seinem spanischen Rivalen.
Letzterer muss sich während seiner Abwesenheit in Shanghai dennoch nicht groß vor seinem Herausforderer fürchten.
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Carlos Alcaraz hat das ATP-Turnier in Tokio gewonnen
Fotocredit: Getty Images
Sinner geht in China nämlich als Titelverteidiger an den Start und hat somit 1000 Punkte zu verteidigen. Da Alcaraz selbst im vergangenen Jahr bereits im Viertelfinale gescheitert war, hält sich sein möglicher Schaden dort mit 200 Zählern in Grenzen.
Zum Showdown kommt es erst eine Woche später.
Sollte Sinner erneut in Shanghai triumphieren, könnte sich der Südtiroler mit einem weiteren Titelsturm in Wien wieder zum Weltranglistenersten aufschwingen. Alcaraz ist für keines der beiden parallel stattfindenden 500er-Turniere in Wien und Basel (beide 20. bis 26. Oktober) gemeldet.
Alcaraz voll ausgeruht zum finalen Coup?
Auf die große Bühne zurückkehren wird der Spanier erst wieder zum Masters von Paris (27. Oktober bis 2. November) und schließlich zu den ATP Finals in Turin (9. bis 16. November).
Während Sinner, der im vergangenen Jahr in Paris gefehlt hatte, als amtierender Champion bei den ATP Finals immerhin 1500 Punkte verteidigen muss, fallen bei Alcaraz insgesamt nur 300 Zähler an.
Ein klarer Vorteil für den zweimaligen Wimbledonsieger, der darüber hinaus beide Turniere mit vollen Kräften angehen kann.
Vorübergehend könnte es sein, dass Alcaraz auf die Nummer eins verzichten muss - aber nur, um dann mit ganzer Wucht zurückzuschlagen.
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Sinner lässt Tien im Endspiel keine Chance: Triumph in Peking
Quelle: SNTV
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