Six Kings Slam - Casper Ruud verteidigt Sport-Engagement von Saudi-Arabien: "Wirke vielleicht etwas naiv, aber ..."

Aktuell befindet sich die Tennis-Elite in Saudi-Arabien: Jannik Sinner, Carlos Alcaraz, Novak Djokovic, Rafael Nadal, Daniil Medvedev und Holger Rune spielen beim Six Kings Slam um das üppige Preisgeld von 7,5 Millionen Euro. Casper Ruud schlägt derweil bei den Stockholm Open auf und hat sich aus der Ferne zu jenem Show-Event geäußert - durchaus kritisch, aber mit vielschichtiger Perspektive.

Federer fassungslos: Ruud erzwingt Breakball mit Energieleistung

Quelle: Eurosport

Dass mit Rune die Nummer 14 der Welt beim lukrativen Turnier in Saudi-Arabien aufschlagen darf, Ruud selbst als Achter der Welt aber nicht, stört den 25-Jährigen nicht weiter. Er habe dieses Jahr zwar kein Angebot bekommen, ähnliche in der Vergangenheit aber schon abgelehnt, erklärte der Norweger im Rahmen der Stockholm Open.
"Es ist offenkundig ein kontroverses Land in Bezug auf viele Dinge", betonte Ruud, der allerdings nicht nur negative Punkte in dem großen und kostspieligen Engagement des Königreichs im Sport, das oft als sports-washing bezeichnet wird, sieht.
"Ich weiß, dass das, was ich sagen werde, wahrscheinlich als sports-washing beschrieben wird", leitete der 25-Jährige ein und sagte: "Aber es scheint mir so, dass der neue Leader Salman, wenn ich nicht falsch liege, etwas machen möchte, vor allem viele Dinge im Sport und vielleicht Veränderungen im Land. Vielleicht ein bisschen verwestlicht."
Der Sport könne in Saudi-Arabien als Treiber für Entwicklungen dienen. "Die Athleten, die dorthin gehen, könnten zu einer Veränderung führen, wer weiß", sagte Ruud.

Ruud äußert Kritik an China

"Ich weiß, dass ich vielleicht sehr naiv wirke, wenn ich das sage, weil die Leute sagen werden: 'Das ist nur sports-washing, um zu verschleiern, was wirklich los ist. Aber wenn sie nirgendwo anfangen, bin ich mir nicht sicher, ob sich jemals etwas ändern wird", betonte der Norweger.
Nur Saudi-Arabien zu kritisieren, wäre für den 25-Jährigen ebenfalls nicht gerecht. "Es gibt auch andere Länder, die umstritten sind, in die wir reisen und in denen wir spielen. Man kann auch, nur als Beispiel, definitiv über China und die Menschenrechte in China diskutieren", sagte der zweifache French-Open-Finalist und sprach die Geschehnisse rund um Peng Shuai an.
Die chinesische Tennisspielerin war Ende 2021 für mehrere Wochen verschwunden, nachdem sie dem Funktionär Zhang Gaoli vorgeworfen hatte, sie sexuell missbraucht zu haben. "Wenn man auf Saudi-Arabien als kontroverses Land zeigen will, muss man auch andere Länder nennen, über die wir nicht sprechen", betonte Ruud.
Bei den Shanghai Masters Anfang Oktober - einem der großen Turniere in China - war für den Norweger schon in der Runde der letzten 64 gegen den australischen Qualifikanten Aleksandar Vukic Schluss. In Stockholm hat er sich bis ins Viertelfinale vorgearbeitet. Dort muss er gegen den Niederländer Tallon Griekspoor ran.
picture

Nadal bekräftigt: "Rücktritt war richtige Entscheidung"

Quelle: Perform


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung