French Open - Fehlentscheidung verhinderte Satzausgleich von Casper Ruud gegen João Fonseca: "Genau das Problem"
VonNiklas Bien
Update 01/06/2026 um 17:01 GMT+2 Uhr
Es war eine Szene, die für Aufsehen sorgte: Im Tie-Break des zweiten Satzes zwischen Casper Ruud und João Fonseca retournierte der Norweger beim Stand von 8:7 zum Satzgewinn. Fonseca machte drei Punkte in Folge und stellte auf 2:0-Satzführung. Aber: Die Bilder des Line-Calling-Systems von Hawk-Eye zeigten im Nachhinein, dass der Brasilianer bei 8:7 für Ruud den Ball knapp ins Aus gesetzt hatte.
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Quelle: Eurosport
Somit hätte der Satz eigentlich an den Norweger gehen müssen und das Spiel mit dem Ausgleich womöglich noch einmal eine ganz andere Dynamik entfaltet. Auch wegen der Fehlentscheidung musste sich Ruud unter dem Strich mit 5:7, 6:7 (8:10), 7:5, 2:6 geschlagen geben.
Besonders bitter: Ein Fan hatte in der Szene gerufen, dass der Ball im Aus war. Der Ballwechsel war deswegen unterbrochen und der entsprechende Abdruck kontrolliert worden. Die Stuhlschiedsrichterin sah die Spur aber im Feld.
Die French Open setzen als einziges Grand-Slam-Turnier im Sinne der Tradition noch nicht auf ein elektronisches Liniensystem. Die Firma Hawk-Eye stellt den Fernsehzuschauern aber trotzdem ihr Bild zur Verfügung.
Aus Sicht von Lucas Pouille, Australian-Open-Halbfinalist von 2019, ist genau diese Inkonsistenz der Fehler.
Pouille kritisiert Fernsehbilder
"Das sorgt nur für Kontroversen, und genau das ist das Problem", kritisierte der Franzose bei "Prime Video": "Wenn Casper Ruud ins Bett geht und dieses Bild vor Augen hat, ist das Letzte, was er sich wünscht, wieder Linienrichter auf dem Platz zu sehen."
”Das dient also nicht den Interessen des Turniers. Entweder wir haben Linienrichter, und dann gibt es kein Problem, aber dann sollten diese Bilder entfernt werden, denn zumindest dann denken wir nur über die Entscheidungen des Schiedsrichters und der Linienrichter nach, und es gibt keinen Grund zu streiten", so die frühere Nummer zehn der Welt weiter
Die Analysen des elektronischen Line-Calling-Systems sind auf drei Millimeter genau – auch, wenn abweichende Abdrücke den falschen Eindruck machen könnten, sie seien fehleranfälliger.
Ruud, der Leidtragende in dieser Situation, nahm das Ausscheiden trotz der bitteren Szene sportlich fair.
Ruud redet Fehlentscheidung klein
"Der Vorhandschlag war sehr knapp, er hätte drinnen oder draußen sein können. Offensichtlich wurde er als gut gewertet. Hätte ich diesen Satz gewonnen, hätte es vielleicht 2:1 statt 1:2 gestanden. Statt 0:2 hätte es 1:1 gestanden. In meiner Situation ist das natürlich schade", sagte der 27-Jährige.
Letztlich setzte sich Shootingstar Fonseca dennoch verdient durch. Im Viertelfinale trifft er auf den Tschechen Jakub Mensik, der am Sonntag Andrey Rublev ausgeschaltet hatte.
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