Jan-Lennard Struff im Exklusiv-Interview - DTB-Profi verrät beim ATP-Turnier in Stuttgart: "War immer ein Spätzünder"

Jan-Lennard Struff ist nach einer starken Vorstellung mit weißer Weste ins Viertelfinale beim ATP-Turnier in Stuttgart eingezogen Seit der vergangenen Saison sorgt der 34-Jährige auf der ganz großen Bühne regelmäßig für Furore - nicht zuletzt mit seinem jüngst in München errungenen Premieren-Titel auf der ATP-Tour. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport nennt Struff die Gründe für seinen Erfolg.

Jan-Lennard Struff

Fotocredit: Getty Images

In der ersten Runde warf Jan-Lennard Struff den Italiener Flavio Cobolli aus dem Turnier (7:6, 6:3), im Achtelfinale ließ er dem Franzosen Arthur Rinderknech auch dank eines perfekten Tiebreaks in Satz zwei (7:0) keine Chance (6:4, 7:6).
Gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima soll am Freitag das nächste Statement folgen - und dann der Durchmarsch zum Titel?
Angesichts seines Triumphes beim ATP-Turnier in München im April wäre es jedenfalls keine Überraschung, ohnehin befindet sich Struff seit der vergangenen Saison in einer bestechenden Form.
"Ich war schon immer ein Spätzünder", begründete der 34-Jährige im exklusiven Interview mit Eurosport die späten Titel-Freuden in seiner Karriere.
Nach Stuttgart und Halle (15. bis 23. Juni) folgt der Rasen-Klassiker in Wimbledon (1. bis 14. Juli) - mit Struff im Hauptfeld? "Man muss immer realistisch sein, aber sich gleichzeitig auch nicht zu klein machen", hielt er sich bedeckt.
Das Interview führte Eurosport-Kommentator Wolfgang Nadvornik.
Im letzten Jahr haben Sie das höchste ATP-Ranking ihrer Karriere erreicht, aktuell rangieren Sie auf Platz 34. Vor Kurzem feierten Sie in München zudem Ihren ersten ATP-Titel. Was ist das Geheimnis Ihres späten Erfolges?
Jan-Lennard Struff: "Ich war schon immer ein Spätzünder. Mit 19 Jahren habe ich meinen ersten ATP-Punkt gemacht, war immer etwas später dran. Ich musste mich stets anpassen, habe mich zudem etwas später entwickelt. Das gehört aber dazu. Jetzt freue mich einfach darüber, dass ich mein bestes Tennis spielen kann. Jeder Weg ist anders. Man sieht so viele junge Spieler, die schon am Beginn ihrer Karriere überragend sind - das war bei mir einfach nicht der Fall. Aber ich bin drangeblieben und würde sagen, dass ich sehr hart gearbeitet habe, um mir das zu ermöglichen."
Woher nehmen Sie die Energie, nach derart vielen Verletzungen und Rückschlägen zurückzukommen?
Struff: "Ich habe ein großartiges Team um mich herum. Außerdem bekomme ich sehr viel Unterstützung von meinem Umfeld, meiner Familie, meinen Eltern. Es war nicht zu erwarten, dass es im vergangenen Jahr so weit im Ranking nach vorne geht - nachdem ich 2022 auf 150 stand. Aber das unterstreicht die Hingabe von allen Seiten und darüber bin ich sehr glücklich. Hoffentlich kann ich da weitermachen."
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Struff überpowert De Minaur: "Aus der Rubrik Selbstvertrauen"

Quelle: Eurosport

Sie haben die jungen Spieler der Weltspitze wie Carlos Alcaraz und Jannik Sinner angesprochen, mit Novak Djokovic tummelt sich da oben jemand herum, der ein paar Jahre älter ist als Sie. Könnten Sie die Top 3 an einem guten Tag schlagen?
Struff: "Gegen Sinner habe ich in diesem Jahr zweimal gespielt, Alcaraz stand ich einmal gegenüber. Meine Bilanz gegen Djokovic beträgt 0:7, da war ich bis auf ein- oder zweimal ganz weit weg. In Madrid (im Finale 2023; Anm. d. Red.) war ich gegen Alcaraz sehr nah dran, es war ein sehr intensives und enges Match. Gegen Sinner dachte ich, dass ich in Monte-Carlo eine Chance hätte, aber ich habe an jenem Tag nicht gut gespielt und er hat mir die Grenzen aufgezeigt. In Indian Wells habe ich ein ordentliches Match gespielt, aber da war er einfach besser. Mir ist bewusst, dass ich mit meinem Spiel gefährlich werden kann, aber an solchen Tagen muss sehr viel zusammenkommen. Aber wenn man auf den Court geht und sich das von Anfang nicht zutraut, braucht man gegen sie gar nicht erst anzutreten. Ich habe bereits viele gute Spieler geschlagen. Das ist aber nochmal eine andere Herausforderung."
Das Finale der French Open zwischen Alexander Zverev und Carlos Alcaraz haben Sie bestimmt verfolgt. Wie bewerten Sie das Duell?
Struff: "Ich bin beim dritten Satz eingestiegen. Die Energieleistung von beiden war unglaublich. Sascha hat in Paris so harte Matches bestritten, war in der 3. Runde gegen Tallon Griekspoor schon fast raus. Alcaraz gegen Sinner war ebenso intensiv. Ich fand es beeindruckend, wie Sascha es geschafft hat, nach einem 2:5-Rückstand zurückzukommen und den Satz noch 7:5 zu gewinnen. Ich habe extrem mitgefiebert. Sascha hätte es absolut verdient gehabt. Es wäre für ihn an der Zeit gewesen, weil er so hart arbeitet."
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Jan-Lennard Struff steht im Viertelfinale des ATP-Turniers in Stuttgart

Fotocredit: Getty Images

Welche Spieler sehen Sie nun in der Rasen-Saison vorne? Können Sie ein Wörtchen mitreden?
Struff: "Mal gucken. Man muss immer realistisch sein, aber sich gleichzeitig auch nicht zu klein machen. Bei den French Open hatte ich zum Beispiel eine gute Chance, Alex de Minaur zu schlagen. Das ist mir aber leider nicht gelungen, nach der Regenpause war es für mich etwas zu langsam. Natürlich hatte ich mir mehr erhofft als die 3. Runde. Aber so ist nun mal das Leben. Deswegen beschäftige ich mit Wimbledon noch gar nicht so. Ich bin wieder ungesetzt - außer ich spiele in Stuttgart und Halle super. Das wäre unfassbar cool. Djokovic ist natürlich immer bei den Favoriten dabei, dann gibt es noch Alcaraz und Sinner. Auf Rasen gibt es dann auch noch den ein oder anderen, der sich nach vorne spielt."
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Tennis - Grand Slam - Roland-Garros - Top 5 - Alexander Zverev (GER)

Quelle: Eurosport


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