ATP Wien - Jannik Sinner von Tiafoe-Auftritt in Wien genervt: "Das war einer zu viel"

3:6, 2:5 - beinahe aussichtslos lag Frances Tiafoe im Halbfinale des ATP-Turniers von Wien gegen Jannik Sinner zurück und doch schaffte der US-Amerikaner dank einer überragenden und wilden Aufholjagd noch den Einzug ins Endspiel. Sehr zum Unmut seines Gegners. "Er hat wieder seine Show abgezogen, aber ich glaube, heute war es ein bisschen zu viel", beschwerte sich Sinner nach der Partie.

Frances Tiafoe beim ATP-Turnier in Wien

Fotocredit: Getty Images

Jannik Sinner sagte nach der 6:3, 5:7, 2:6-Niederlage gegen Frances Tiafoe weiter: "Es gibt immer ein Limit und heute ist er über dieses Limit gegangen. Ich musste öfters warten, wenn ich ready für das Service war. Auf der einen Seite Gratulation an ihn, weil er einen Weg gefunden hat, um zu gewinnen, aber auf der anderen Seite war es für mich zu viel."
Sinners Ärger nach dem 2:18-Stunden-Marathon war sicherlich auch der Enttäuschung über seinen verspielten Vorsprung geschuldet, unberechtigt war seine Kritik aber nicht.
Denn je länger die Partie dauerte, desto gestenreicher wurde Tiafoe. Immer wieder forderte er das Publikum in der Wiener Stadthalle nach gewonnenen Punkten zu noch energischerem Jubel auf. Teilweise klatschte er nach erfolgreichen Ballwechseln gar mit den Zuschauern ab.
Sehr zur Freude der Fans, die sich immer mehr auf seine Seite schlugen. Sinner wirkte beeindruckt und fand nicht mehr richtig ins Spiel.
"Vom ersten Seitenwechsel an hat er stets meinen Aufschlag kommentiert, ich habe nicht geantwortet", sagte er auf der Pressekonferenz. Sinner weiter: "Er hat mich drei Mal angeschossen, ist zu Boden gegangen, als er einen Punkt gemacht hat und klatschte immer wieder mit dem Publikum ab. Es gibt Limits, die hat er heute meiner Meinung nach überschritten. Vielleicht hätte ich zum Schiedsrichter gehen sollen, damit er die 25-Sekunden-Regel (beim Aufschlag, Anm. d. Red.) einhält."

Sinner gibt zu: "Das bedeutet aber auch, dass ich noch viel zu lernen habe"

Der Südtiroler gab nach der Partie zu, dass er sich nicht sicher war, wie er sich zu verhalten hatte: "Ich weiß noch nicht, ob ich bei solchen Situationen mit dem Schiedsrichter reden soll oder direkt mit dem Gegner. Oder ob ich es so wie heute machen soll, wo ich gar nichts gesagt habe."
"Das bedeutet aber auch, dass ich noch viel zu lernen habe", meinte der 20-Jährige, der es in diesem Jahr erstmals in die Top 20 der Weltrangliste schaffte. Aktuell kratzt Sinner als Elfter gar an den Top Ten.
Tiafoe, aktuell Weltranglisten-49., sah nach dem Spiel in seinen Aktionen dagegen nichts Unfaires. "Das Publikum ist ja aus einem Grund da. Ich fühle mich nicht schlecht, dass ich die Fans mitgenommen habe", sagte der 23-Jährige und erklärte weiter: "Jannik hatte eine Chance, das Spiel zu gewinnen. Ich habe einfach Spaß da draußen gehabt und auf einmal ist auch alles für mich gelaufen."
Durch den spektakulären Erfolg gegen Sinner schaffte es Tiafoe zum ersten Mal in seiner Karriere ins Finale eines ATP-500-Turniers. Dort unterlag er am Sonntag jedoch dem Weltranglistenvierten Alexander Zverev 5:7, 4:6.
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Highlights: So holte sich Zverev das Ticket fürs Finale in Wien

Quelle: SNTV

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