Australian Open 2017: Roger Federer besiegt Rafael Nadal im Finale von Melbourne

Tennis-Geschichte! Roger Federer hat Rafael Nadal im Finale von Melbourne in fünf Sätzen besiegt und sich seinen 18. Grand-Slam-Titel gesichert. Der Schweizer krönte sein unglaubliches Comeback in einem epischen Schlagabtausch gegen den Spanier mit 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3. Federer war nach dem Triumph zu Tränen gerührt und konnte nicht fassen, welcher Coup ihm in diesem Endspiel gelungen war.

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Roger Federer saß nach seinem historischen Triumph im epischen Klassiker von Melbourne auf der Bank und weinte Tränen des Glücks. Wenig später stemmte der beste Tennisspieler aller Zeiten mit letzter Kraft die Siegertrophäe in den Nachthimmel und erwies sich nach dem Gewinn seines 18. Grand-Slam-Titels im Giganten-Duell wieder einmal als ganz Großer.
"Schade, dass es kein Unentschieden gibt. Ich würde den Erfolg am liebsten mit Rafa teilen, auch er hätte es verdient", sagte Federer nach dem 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3 im atemberaubenden Endspiel-Krimi.
In den Katakomben umarmte der Schweizer seine Frau Mirka danach minutenlang und wollte den Norman-Brooks-Cup gar nicht mehr aus den Händen geben. Der erste Major-Coup seit Juli 2012 in Wimbledon sorgte für großes Gefühlskino.
Nach 3:38 Stunden hatte Federer in seinem 100. Match bei den Australian Open seinen zweiten Matchball verwandelt, nachdem er im letzten Satz bereits mit einem Break und 1:3 zurückgelegen hatte. Erst nach einer Challenge und seinem insgesamt 73. Winner stand der Triumph letztlich fest. "Ich könnte nicht glücklicher sein. Das ist ein perfektes Comeback", sagte er.
Federer ist mit 35 Jahren und 174 Tagen der älteste Grand-Slam-Champion seit dem Australier Ken Rosewall 1972 und der zweitälteste überhaupt in der Open Era.
Der Weltranglisten-17. Federer, der die vergangene Saison wegen einer Knie-Verletzung bereits im Juli beenden musste, kassierte für seinen fünften Australian-Open-Erfolg seit 2004 umgerechnet rund 2,6 Millionen Euro. Damit durchbrach der siebenmalige Wimbledongewinner als zweiter Spieler nach Novak Djokovic (Serbien) die 100-Millionen-Dollar-Schallmauer an Preisgeldern.
Für Federer, der im Viertelfinale den ungesetzten Mischa Zverev (Hamburg) bezwungen hatte, war es erst der 12. Sieg im 35. Duell mit Nadal. Der 30-jährige Linkshänder aus Manacor muss damit weiter auf seinen insgesamt 15. Major-Titel warten, den letzten hatte der Sandplatzkönig im Juli 2014 bei den French Open gewonnen. Es war das erste Grand-Slam-Endspiel zwischen den beiden ehemaligen Weltranglistenersten seit Juni 2011.
Roger Federer betrat den Platz in der Rod Laver Arena zum Finale als Erster, Rafael Nadal war beim Einmarsch im "Windschatten" des Schweizers. Beide wurden von den begeisterten Fans in Melbourne mit Ovationen begrüßt - und die Zuschauer sollten nicht enttäuscht werden.
Federer hatte den besseren Start ins Match, mit einem Break zum 4:3 stellte er die Weichen auf den Gewinn des 1. Satzes, den er nach 34 Minuten mit 6:4 perfekt machte.
Doch Nadal schlug im 2. Satz zurück, holte sich zwei Breaks und Federer konnte trotz eines Rebreaks das Blatt nicht mehr wenden: Nach 42 Minuten gelang dem Spanier der Ausgleich nach Sätzen.
Der 3. Satz wurde in 41 Minuten eine klare Angelegenheit für Federer, der Nadal zwei Mal den Aufschlag abnahm und in einem nun spielerisch endgültig hochklassigen Duell den Durchgang mit 6:1 für sich entschied.
Nadal aber konnte erneut gegenhalten und nach einem Break zum 3:1 im 4. Satz den Durchgang nach 40 Minuten mit 6:3 gewinnen. Der 5. Satz musste die Entscheidung bringen.
Vor dem entscheidenden Durchgang nahm Federer eine medizinische Auszeit und ließ sich in den Katakomben der Arena behandeln.
Den perfekten Start in den Showdown erwischte Nadal, der Federer sofort den Aufschlag abnahm und sein Service zum 2:0 durchbrachte. Federer aber machte mit einem klaren Aufschlagspiel "zu null" zum 2:1 deutlich, dass er weiter um den Sieg kämpfen wollte und konnte. Und Federer erarbeitete sich bei Service Nadal zu Beginn des Satzes immer wieder Breakbälle, konnte sie aber mehrfach nicht nutzen - bis es ihm zum 3:3 doch gelang.
Das achte Spiel wurde zu einem Tennis-Krimi auf höchstem Niveau - nach unglaublichen Ballwechseln gelang Federer das Break zum 5:3. Nadal wehrte sich bis zuletzt, doch nach 3:38 Stunden war Federer am Ziel der Träume - nach einem Challenge beim Matchball.
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