Australian Open 2017: Sensation! Titelverteidiger Novak Djokovic scheitert an Denis Istomin

Titelverteidiger Novak Djokovic ist in der 2. Runde der Australian Open völlig überraschend mit 6:7, (8:10), 7:5, 6:2, 6:7 (5:7) und 4:6 am Weltranglisten-117. Denis Istomin aus Usbekistan gescheitert. Der Außenseiter nutzte in der Rod Laver Arena nach 4:48 Stunden seinen ersten Matchball und sorgte damit für eine Sensation. "Das ist ein Erdrutsch", befand Eurosport-Experte Boris Becker.

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Djokovic zeigte sich nach der Niederlage als fairer Verlierer, Istomin habe "verdient gewonnen, weil er in den entscheidenden Momenten der bessere Spieler war. Es war einer dieser Tage, an dem man sich auf dem Platz nicht so gut fühlt - und dein Gegner trifft alles."
Istomin, mit einer Wildcard in den Wettbewerb gestartet, war nach seinem Coup fassungslos. "Es tut mir leid für Novak, aber ich habe heute so gut gespielt. Ich habe mich selbst überrascht." Es war der erste Sieg im sechsten Vergleich mit Djokovic für den 30-Jährigen. "Das ist der größte Erfolg meiner Karriere, ich kann das noch gar nicht fassen."

Becker findet klare Worte

Boris Becker, bis Ende 2016 Trainer von Djokovic und in Melbourne als Eurosport-Experte dabei, fand klare Worte für den Auftritt seines ehemaligen Schützlings: ""Ich bin perplex über das Nicht-Dasein von Novak. Er hat viel zu defensiv, zu passiv gespielt. Er hat nicht die Initiative übernommen und es dann über den Kampf versucht."
Istomin, so Becker, war "in den Ballwechseln meist der Erste, der Druck gemacht und daher auch verdient gewonnen hat". Für Djokovic sei die Situation nun "etwas Neues, das hatte er lange nicht. Das wird jetzt eine Weichenstellung für ihn, auch im Hinblick auf die komplette Saisonplanung".
Djokovic machte insgesamt zwar sieben Punkte mehr als sein Gegner (193:186), leistete sich allerdings auch 72 unerzwungene Fehler. Zuletzt hatte Djokovic 2008 in Wimbledon in der zweiten Runde eines Grand-Slam-Turniers verloren. Noch nie zuvor hatte der Serbe bei einem Major-Event gegen einen derart schlecht platzierten Gegner verloren.
Immerhin: Seinen Humor hat Djokovic nicht verloren. "Was ich von dieser Niederlage mitnehme? Ich nehme meine Koffer mit und fliege erstmal nach Hause", flachste der 29-Jährige. Doch das Lachen blieb ihm irgendwie im Halse stecken.
Djokovic wollte im Melbourne Park seinen siebten Australian-Open-Titel holen und damit zum alleinigen Rekordgewinner werden. Der Australier Roy Emerson hat das Grand-Slam-Turnier in seiner Heimat ebenfalls sechsmal gewonnen.
"Das Turnier hat sich mit dem Djokovic-Aus komplett verändert, das ist ein Erdrutsch", so Becker. Gerade Spieler wie Rafael Nadal würden nun Morgenluft wittern und umso mehr an ihre Chance glauben, das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres zu gewinnen.
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