Novak Djokovic nach Sieg im Finale gegen Dominic Thiem vor schwerer Entscheidung
Novak Djokovic hat mit dem achten Titel seinen Australian-Open-Rekord ausgebaut. Der 32-Jährige setzte sich im Finale gegen Dominic Thiem trotz schwacher Phasen mit 6:4, 4:6, 2:6, 6:3, 6:4 durch und steht nun bei 17 Grand-Slam-Titeln. Die Jagd auf Roger Federer, der 20 Major-Turniere gewann, geht weiter. Allerdings: Will Djokovic den Schweizer einholen, muss er eine schwere Entscheidung treffen.
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In der Brust von Novak Djokovic schlagen zwei Herzen - das des Weltklasse-Tennisprofis und das des Familienvaters.
Die ersten vier Wochen des Jahres war der 32-Jährige vor allem als Sportler gefordert. Anfang Januar gewann er mit Serbien den erstmals ausgetragenen ATP Cup und bezeichnete den Erfolg als einen "der schönsten Momente der Karriere". Drei Wochen später ist Djokovic nun also auch Australian-Open-Champion. Mal wieder.
Beim 6:4, 4:6, 2:6, 6:3 und 6:4 im Finale gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Dominic Thiem zeigte Djokovic beileibe nicht sein bestes Tennis, in der Crunch Time im fünften Satz war er aber voll da. Der 17. Grand-Slam-Titel warf schon kurz nach Matchende die Frage auf, ob und wann es dem 32-Jährigen gelingt, Roger Federer und Rafael Nadal einzuholen, die bei 20 beziehungsweise 19 Major-Erfolgen stehen.
Djokovic nimmt große Ziele ins Visier
"Daran denke ich im Moment noch gar nicht. Jetzt überwiegt die Freude darüber, diesen Titel geholt zu haben", erklärte Djokovic im Exklusiv-Interview bei Eurosport. Allerdings sei es durchaus sein Ziel, "die historische Nummer eins zu werden und den Grand-Slam-Rekord zu schaffen". Genau das stellt den Ausnahmespieler aber vor eine schwere Entscheidung:
Djokovic und seine Frau Jelena haben zusammen zwei Kinder, den fünfjährigen Stefan und seine kleine Schwester Tara (2).
Sportlich gesehen gehe es in der aktuellen Phase seiner Karriere darum, die "großen Titel" zu holen, so Djokovic. Heißt im Klartext: Er speckt in Zukunft wohl ein wenig ab, was die Teilnahme an Turnieren der 500er- oder 250er-Kategorie betrifft.
Die Konzentration gilt in diesem Jahr den French Open, Wimbledon und den US Open. Gewonnen hat der Superstar diese Wettbewerbe alle schon - und mit jedem Erfolg wächst die Chance, weitere Titel zu holen, glaubt Djokovic.
Djokovic verfügt inzwischen über ein beeindruckendes Portfolio solcher Bilder und ist darüber hinaus aus dem Kreis der sogenannten Big Three auch der Jüngste. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber seinen ewigen Rivalen Federer (38) und Nadal (33).
Djokovic profitiert von klaren Siegen
Bei den Australian Open hat er einmal mehr gezeigt, warum er gerade bei den Grand-Slam-Turnieren so stark ist. Bis zum Endspiel musste Djokovic nur einen Satz abgeben, im Schnitt dauerten die Partien nur zwei Stunden und fünf Minuten. Zum Vergleich: Thiem stand im Schnitt drei Stunden und fünf Minuten auf dem Court.
Durch diese Souveränität spart Djokovic bei großen Events häufig Kraft ein, die ihm dann zugute kommt, wenn es im Halbfinale und Finale gegen die ganz dicken Brocken geht. So wie im Endspiel gegen Thiem, als er erstmals in seiner Karriere ein Grand-Slam-Finale nach 1:2-Satzrückstand noch drehte.
Djokovic verdrängt Nadal von Platz eins
Positiver Nebeneffekt des Erfolgs von Melbourne: Ab Montag wird Djokovic in der Weltrangliste auch wieder als Nummer eins geführt, Rafael Nadal fällt auf Rang zwei zurück. Bislang führte der Australian-Open-Rekordsieger das Ranking 275 Wochen lang an, Platz drei in der Bestenliste hinter Federer (310) und Pete Sampras (286).
Die Abstände sind relativ gering, Djokovic ist in Schlagdistanz, um sich den Rekord zu holen. Allerdings muss er dafür ein hohes Turnier-Pensum erfolgreich absolvieren, was die freie Zeit mit der Familie verringern würde. Man darf also gespannt sein, wie sich Novak Djokovic entscheidet. Es schlagen eben zwei Herzen in seiner Brust...
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