Djokovic, der wie Zverev angeschlagen in das Match ging und mit Problemen an den Bauchmuskeln zu kämpfen hatte, sieht die Quarantäne als Hauptgrund für die vielen Verletzungen im Feld der Australian Open.
"Ich will mich nicht über die Umstände beschweren, aber wir müssen ehrlich und realistisch sein", wandte sich Djokovic auf der virtuellen Pressekonferenz an die Journalisten: "Es hatte einen Effekt auf die Physis der Spieler. Auch mental und emotional. Aber gerade für die Physis ist das nicht normal."
Übermäßig viele Top-Spieler seien betroffen. "Diejenigen, die normalerweise zu den Fittesten gehören. Matteo Berrettini, Rafael Nadal "Sascha" (Zverev; Anm. d. Red.), Grigor Dimitrov, ich selbst", so der Serbe: "Es hat offensichtlich etwas mit den Bedingungen zu tun, denen wir ausgesetzt waren. Damit, ein Grand Slam und ein Turnier davor nach 14 Tagen Quarantäne zu spielen."
Australian Open
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Im weiteren Saisonverlauf müsse sich vor allem die ATP etwas anderes überlegen. "Ich habe mit vielen Spielern gesprochen und die Mehrheit will nicht weitermachen, wenn wir vor den meisten Turnieren in Quarantäne müssen", meinte Djokovic weiter.

Djokovic: "Ich habe viele Beschwerden gehört"

Ein Großteil der Spieler habe die Umstände in Melbourne akzeptiert, "weil es ein Grand Slam war". Bei den Australian Open bekommen alle Teilnehmer ein üppiges Preisgeld. "Aber das wird bei den ATP-Events nicht der Fall sein, vor allem bei 250er- und 500er-Turnieren. Da gibt es viel weniger Preisgeld. Ich habe von den tiefer platzierten Spielern viele Beschwerden gehört. Auch von Challenger-Spielern."

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Gerade im Hinblick auf die anstehenden Turniere in Europa, wo die Einreisebeschränkungen und Auflagen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie noch deutlich strenger als in Australien sind, müsse eine andere Lösung gefunden werden.
"Ich will nicht mit dem Finger auf irgendwen zeigen, ich spreche nur die Wahrheit aus", so Djokovic, der eine Art Bubble wie bei den NBA-Playoffs 2020 für möglich hält: "Einige Spieler haben über so etwas gesprochen. Ich habe nichts dagegen, über so eine Idee zu diskutieren."
Die nordamerikanische Basketball-Profiliga hatte die finale Phase der vergangenen Saison von Juli bis Oktober im Walt Disney World Resort in der Nähe der Stadt Orlando im Bundesstaat Florida ausgetragen.

Zverev unterstützt Djokovic: "Mehrere Turniere an einem Ort"

Auch Zverev, von dem Djokovic prominente Rückendeckung erhielt, kann sich ein solches Szenario für den Tenniszirkus vorstellen.
"Ich denke, die ATP sollte sich über einen einzigen Austragungsort Gedanken machen und dort, so wie hier, mehrere Wochen spielen. Mehrere Turniere an einem Ort", so der Deutsche: "Am Ende des Tages können wir in Europa ohnehin keine Zuschauer haben. Was macht es also für einen Unterschied, wo wir die Turniere spielen?"

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Einen typischen Wanderzirkus, wie im Tennis üblich, könne es laut Zverev im Jahr 2021 einfach nicht gegen.
Djokovic bestätigte, dass es bereits Diskussionen über dieses Thema mit dem ATP-Management gibt. "Ich warte noch auf Antworten", erklärte der Serbe: "Ich will verstehen, wie die Saison nach Australien aussehen wird."
Viele Turniere wurden bereits verschoben oder abgesagt. Im März stehen unter anderem ATP-Events in Rotterdam (Niederlande), Buenos Aires (Argentinien), Doha (Katar), Marseille (Frankreich), Acapulco (Mexiko), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) und Miami (USA) auf dem Programm.
Zunächst steht für Djokovic aber das Halbfinale der Australian Open an. In der Runde der letzten vier trifft der Weltranglistenerste auf der Jagd nach seinem neunten Titel in Down Under auf den russischen Qualifikanten Aslan Karatsev.

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Australian Open - Viertelfinale der Herren:

  • N. Djokovic (SRB/1) - A. Zverev (GER/6) 6:7 (6:8), 6:2, 6:4, 7:6 (8:6)
  • A. Karatsev (RUS/Q) - G. Dimitrov (BUL/18) 2:6, 6:4, 6:1, 6:2
  • A. Rublev (RUS/7) - D. Medvedev (RUS/4) - Mittwoch
  • S. Tsitsipas (GRE/5) - R. Nadal (ESP/2) - Mittwoch
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