14 Tage mussten die Tennisprofis nach ihrer Ankunft in Australien in Quarantäne und fanden dabei unterschiedliche Bedingungen vor. Während die Top-3-Spieler/innen sich in Adelaide aufhalten, ist der Rest bereits in Melbourne. Dabei traf es einige Profis besonders hart: Rund 72 Spieler/innen mussten nach Coronafällen auf ihren Flügen in eine strenge Quarantäne und dürfen im Gegensatz zu ihren Konkurrenten das Hotelzimmer gar nicht verlassen.
Die Sportler/innen außerhalb der strikten Quarantäne dürfen dagegen für rund fünf Stunden aus ihren Zimmern: " Wir werden vom Hotel abgeholt und dann geht es erstmal 1½ Stunden ins Fitnessstudio. Jeder Platz hat einen kleinen Fitnessraum. Dann geht es zwei Stunden auf den Tennisplatz und eine Stunde für Nahrung, die du auf der Anlage zu dir nehmen kannst. In der Regel verbringst du 4½ Stunden auf der Anlage plus je 15 Minuten Hin- und Rückfahrt", beschreibt Alexander Zverev den Quarantäne-Alltag im Eurosport-Podcast "Das Gelbe vom Ball".
Überall stehe Polizei und jeder werde kontrolliert, damit er keine Kontakte habe, so die deutsche Nummer eins im Gespräch mit Moderator Matthias Stach und Experte Boris Becker. Im Gegensatz zu einigen seiner Mitstreiter hat Zverev Verständnis für die Situation: "Es gibt Schlimmeres. Wir müssen auch verstehen, wo wir sind. Wir sind in einem Land, das keine Coronafälle mehr hat, das einen sehr guten Job gemacht hat. Wir Spieler müssen jetzt da durch und uns nicht darüber aufregend, denn danach können wir ein normales Leben führen."
Australian Open
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Dass einige Spieler/innen zudem die Qualität des Essens kritisieren, kann der 23-Jährige ebenfalls nicht verstehen: "Wir Tennisspieler sind relativ verwöhnt. Für uns wird eigentlich immer alles gemacht, wir essen nur in 5-Sterne-Restaurants oder noch was. Es ist anders, aber wie können wir uns aufregen?"

Zverev über Essenskritik in der Bubble: "Sind verwöhnt"

Die Profis seien zwei Wochen lang in 5-Sterne-Hotels untergebracht, dürften jeden Tag aus den Zimmern und erhielten drei Mahlzeiten: "Wenn uns das nicht gefällt, dürfen wir bei Uber Eats bestellen oder überall anders. Es gibt immer Gründe, um zu meckern", erklärte Zverev und führte aus: "Wenn wir im Hauptfeld der Australian Open sind, verdienen wir mindestens 100.000 Australische Dollar. Ich glaube, dafür würden andere sogar länger in Quarantäne gehen."

Der Podcast mit Zverev, Becker und Stach:

Zverev verteidigt Djokovic gegen Kritik

Eine Schwierigkeit sieht der US-Open-Finalist von 2020 allerdings: die unterschiedlichen Trainingsbedingungen in Melbourne und Adelaide. Er selbst sei erst im Nachhinein eingeladen worden, da er in der gleichen Trainingsgruppe wie Dominic Thiem war - habe aber abgesagt, weil er "das nicht fair findet".
"Die haben dort ihren eigenen Trainingsplatz und eigentlich eine eigene Anlage. Die dürfen auch fünf Stunden raus, aber halt fünf Stunden auf dem Platz verbringen, wenn sie wollen. Den Fitnessraum haben sie im Hotel und den dürfen sie so oft benutzen, wie sie wollen. Das ist vielleicht ein bisschen unfair", so Zverev, der diese Situation als einzigen kleinen Fehler der Regierung sieht.
Im Zuge dieser unterschiedlichen Möglichkeiten in der Quarantäne hatte Novak Djokovic einen Brief an Tennis Australia geschrieben und um eine Anpassung der Quarantäne-Bedingungen gebeten, damit alle Profis die gleichen Bedingungen haben. Das sorgte für viel Kritik an dem Serben, die Zverev jedoch nicht nachvollziehen kann. "Das waren Forderungen von anderen Spielern, die in Quarantäne sind. Novak war nur als Leader da, als Nummer eins der Welt und hat das rausgeschickt", erklärt der Hamburger die Situation:
Er wurde schon wieder als der Schlechte dargestellt, was nicht wahr ist, weil er sich nur für andere eingesetzt hat.

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Zverev legt Fokus auf Grand Slams

Djokovic würde es in Quarantäne gut gehen und er hätte in Adelaide keinen Grund, einen solchen Brief zu schreiben, erläuterte Zverev, muss aber eingestehen: "Viel gebracht hat es nicht."
Für die am 8. Februar startenden Australian Open (live bei Eurosport) sieht Zverev den Serben nicht nur wegen seiner acht Siege in Down Under als Favorit: "Rafael Nadal, Djokovic und Dominic Thiem werden einen Vorteil haben, weil sie einfach mehr gespielt haben."
Für die Spieler dahinter um Zverev, Andrey Rublev und Daniil Medvedev gehe es darum, gut in die Spiele zu kommen, um Matchpraxis zu sammeln. Anders als bei den Frauen sei es aber offener, da keiner von den Topstars von der strikten Quarantäne betroffen ist.
Seinen eigenen Fokus legt Rechtshänder für 2021 klar auf den ersten Grand-Slam-Erfolg: "Ich will alle vier Grand Slams gewinnen, aber man muss ja realistisch sein. Das wird nicht einfach. Der Fokus liegt klar auf den vier Grand Slams."
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