"Wir haben gesagt, dass wir nach London (ATP Finals, Anm. d. Red.) miteinander reden und die Situation in der Welt beobachten müssen", berichtet Alexander Zverev im Gespräch mit Boris Becker und Moderator Matthias Stach im Eurosport-Podcast DAS GELBE VOM BALL.
Bei einem Telefonat hätte David Ferrer ihm dann erklärt, dass er wegen seiner Frau und seinem Sohn nicht länger mit Zverev zusammenarbeiten könne: "Wenn er mit mir auf Turniere fährt, muss er jedes Mal danach in eine zweiwöchige Quarantäne und kann die Zeit nicht mit seiner Familie verbringen", beschreibt der 23-Jährige das Dilemma.
Für die Nummer sieben der Welt sei es sehr schwierig gewesen, weil er Ferrer nicht ziehen lassen wollte: "Ich wollte ihn nicht loslassen. Ich habe ihn geliebt als Trainer. Für mich war er der beste Trainer – abgesehen von meinem Vater." Aber er müsse auch akzeptieren, dass Ferrer die Zeit mit seiner Familie verbringen wolle.
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21/01/2021 AM 19:17
Den Schlüssel zum Erfolg bei der Zusammenarbeit im vergangenen Jahr sieht Zverev im Zwischenmenschlichen: "Wir haben von der Persönlichkeit, so wie wir Tennis sehen, unfassbar gut zusammengepasst. Die Trainerarbeit ist nicht nur die, die du auf dem Platz machst. Es sind die Persönlichkeiten, die zusammenpassen müssen."

Die ganze Folge mit Zverev, Becker und Stach:

Zusammenarbeit in der Zukunft noch offen

Man müsse sich auch außerhalb des Platzes verstehen, denn man müsse auch in schweren Momenten mit dem Trainer reden können, so Zverev, der mit Ferrer genau das gefunden hatte: "Er ist die Person, der ich am meisten vertraut habe, von allen meinen Trainer. Wir haben von der Mentalität und der Arbeitsstärke unglaublich zusammengepasst."
Dies sei der Grund, warum das Team Zverev in dieser kurzen Zeit so erfolgreich war. Unter Ferrer konnte Zverev bei den US Open 2020 sein erstes Grand-Slam-Finale erreichen. Ob es in der Zukunft nochmal eine Zusammenarbeit zwischen dem ehemaligen Spieler und der deutschen Nummer eins gibt, ließ Zverev offen: "Wir haben für die Zukunft eigentlich alles offengelassen. Mal sehen, wie es weitergeht. Jetzt mit der Coronazeit ist es nicht möglich."

Mischa Zverev künftig fürs Management zuständig

Eine weitere Trennung, die ebenfalls mit der Coronazeit zusammenhängt, gab Zverev nur wenige Wochen später bekannt. Statt von Team 8 wird Zverev nun von Sergej Bubka jr. und seinem Bruder Mischa gemanaged.
"Alles hat ein bisschen mit Corona zu tun. Es ist die Realität, dass wir jetzt nur maximal zwei, drei Menschen mitnehmen dürfen. Da qualifiziert sich der Manager einfach nicht", erläutert der Hamburger: "Bei mir ist das mein Vater, mein Bruder und mein Physio. Für einen Manager ist es schwer, seine Arbeit zu machen, wenn er nie bei den Turnieren ist oder nie Kontakt mit dem Spieler hat."

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Daher sei man gemeinsam zu dem Entschluss gekommen: "Es passt einfach nicht." Nun soll sein Bruder ihn unterstützen. "Er kann gut mit Menschen reden, sich mit Sponsoren identifizieren. Ich vertraue ihm da", verrät Alexander die Stärken seines Bruders Mischa.
Zudem wolle er selbst auch mehr in die Arbeit involviert werden. Das sei mit dem alten Management nicht möglich gewesen: "Wenn du bei Team8 bist, machen die alles für dich, du bist nicht so richtig involviert und kannst keine richtigen Entscheidungen treffen. Ich wollte mehr involviert sein und denke, das ist der richtige Schritt."
Die erste Generalprobe für das neuformierte Team-Zverev wartet beim ATP Cup, der am 2. Februar beginnt. Während Alexander das deutsche Team auf dem Platz anführen wird, agiert Mischa Zverev als Kapitän und wird Boris Becker ersetzen.
Am 8. Februar starten mit den Australian Open das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Für das Team Zverev die erste Chance auf den Grand-Slam-Titel.
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