Australian Open: Darum gibt es in Melbourne keine Linienrichter - so sieht Rittner die Technologie

Die Australian Open müssen ohne Linienrichterinnen und Linienrichter auskommen. Damit will Tennis Australia in Zeiten der Corona-Pandemie die Anzahl der Personen auf dem Court gering halten. Das elektronische System hat zudem eine verrückte Idee zu Tage gefördert, die ernsthaft diskutiert wird. Eurosport-Expertin Barbara Rittner sieht das Hawk Eye positiv und berichtet von einem kuriosen Erlebnis.

Novak Djokovic bei den Australian Open

Fotocredit: Imago

Ein System, das sich selbst widerlegt? Eher nicht.
Und dennoch hat es der eine oder andere Tennisprofi versucht. "Das war ganz witzig. Bei den ATP-Turnieren von Köln im vergangenen Jahr hatten wir erstmals das automatische Linien-System", berichtet Barbara Rittner. "Da gab es Profis, die dieses System dann wirklich challengen wollten - was absurd ist, weil die Technik sich ja nicht selbst widerlegt."
Rittner, als Profi einst selbst in den Top 25 der Welt, sieht die Hawk-Eye-Technologie sehr positiv. "Ich bin begeistert, eine spannende Technik und in Zeiten der Corona-Pandemie eine super Sache", so die 47-Jährige.
Allerdings gehe dem Tennis auch einiges verloren. "Es gibt jetzt keine Diskussionen und Challenges mehr, was ein bisschen schade ist. Gerade für die Zuschauer war das immer spannend."

Verrückte Idee: Sponsorenname statt Out-Call?

Das automatische System dürfte dem Sport allerdings erhalten bleiben, auch wenn es irgendwann gelingen sollte, die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen.
Ben Figueiredo, Direktor der Firma Hawk-Eye, hat gegenüber dem "Sydney Morning Herald" und dem Portal "The Age" jedenfalls ein Modell zur Sprache gebracht, das sich zunächst wie ein Scherz anhört. Anstelle der Ausrufe "out" oder "fault" vom Band könne man in Zukunft die Namen von Sponsoren abspielen.
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Quelle: Eurosport

"Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, jedes Turnier kann sich die Ansagen maßschneidern lassen. Es gab sogar schon Diskussionen darüber, ob man den Out-Call nicht mit einem Sponsorennamen ersetzen könnte. Das ist eine Überlegung wert", führt Figueiredo aus. "Man könnte zum Beispiel 'Ralph Lauren' ausrufen lassen. Das wäre eine Möglichkeit, ja."

Alle Grand-Slam-Events auf einer Linie? Wohl kaum ...

Damit, so der Hawk-Eye-Chef, böten sich den Turnierveranstaltern ganze neue Optionen, Einnahmen zu generieren.
Fraglich bleibt indes, ob alle Grand-Slam-Turniere, die ohnehin gerne ihre ganz eigene Linie fahren, mitspielen werden.
"Eine einheitliche Lösung" sei wünschenswert, unterstreicht Rittner, "aber ich glaube nicht daran". Die Veranstalter könnten sich schließlich noch nicht einmal darauf einigen, wie der dritte Satz bei den Damen und der fünfte beiden Herren ausgespielt werden soll.
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Quelle: Eurosport

Rittner selbst plädiert bei den Majors für das elektronische Linien-System - mit einer Ausnahme. "Bei den French Open sollte man nicht davon weggehen, sich auf den Ballabdruck zu verlassen", fordert die Eurosport-Expertin, die überdies als Head of Women's Tennis beim Deutschen Tennisbund (DTB) fungiert.

Becker verweist auf Djokovic

Die Nummer eins der Welt, Novak Djokovic, dürfte indes froh sein, dass der Job der Linienrichter und Linienrichterinnen inzwischen die Technik übernommen hat - wie Boris Becker mit einem Augenzwinkern feststellte.
"Das ist besonders gut für Novak, weil er dann niemanden treffen kann, wenn er sauer ist", spielte Deutschlands Tennis-Legende auf den berühmten Zwischenfall bei den US Open 2020 an, als Djokovic versehentlich eine Linienrichterin abschoss und disqualifiziert wurde.
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Quelle: Eurosport

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