Boris Becker hält Novak Djokovics Entscheidung gegen vollständige Impfung für "großen Fehler"

Boris Becker hält die Entscheidung des serbischen Tennisspielers Novak Djokovic gegen eine vollständige Impfung für einen "großen Fehler". Dies schrieb der sechsmalige Grand-Slam-Champion und frühere Djokovic-Trainer in einem Gastbeitrag für die englische Zeitung "Daily Mail". Es sei ein Fehler, der auch Djokovics Chance bedrohe, seinen Rang als größter Spieler der Geschichte zu zementieren.

Novak Djokovic und Boris Becker bei den Australian Open 2015 in Melbourne

Fotocredit: Getty Images

An seiner Verbundenheit zu Novak Djokovic lässt Boris Becker keinen Zweifel - er würde seinen ehemaligen Schützling sogar "fast als Familie betrachten". Doch die irre Einreise-Posse in Australien um den besten Tennisspieler der Welt, der in einem Abschiebehotel in Melbourne auf die Gerichtsverhandlung am Montag über seine Ausweisung wartet und auch das orthodoxe Weihnachtsfest isoliert verbrachte, lässt dessen früheren Trainer nur kopfschüttelnd zurück.
Derweil bedankte sich Djokovic via "Instagram" bei den "Menschen auf der ganzen Welt für ihre anhaltende Unterstützung. Ich kann es fühlen, und ich weiß es sehr zu schätzen", schrieb Serbiens Tennis-Idol.
"In diesem Fall denke ich, dass er einen großen Fehler begeht, wenn er sich nicht impfen lässt", schrieb Becker. Und dieser Fehler beschränke sich längst nicht nur auf die Australian Open (ab 17. Januar live bei Eurosport), bei denen der ganz offensichtlich ungeimpfte Djokovic mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung seinen Titel verteidigen will und über Anwälte um seinen Start kämpft.
Nein, dieser Fehler bedrohe auch "den Rest seiner Karriere und seine Chance, seine Rolle als größter Spieler aller Zeiten zu zementieren", wie Deutschlands Tennis-Ikone meinte. Das empfinden Djokovic, der unter Becker von 2014 bis 2016 sechs Grand-Slam-Titel gewann, und seine erboste Familie ganz anders. Diese sehen sich in der Opferrolle und sorgten mit einer von Djokovics Vater Srdjan angeführten Protestinszenierung für Verwunderung.
"Jesus wurde gekreuzigt und hat es ertragen. Novak wird nun auf die gleiche Weise gekreuzigt, er wird durchhalten", sagte Srdjan Djokovic am Donnerstag auf einer kruden Pressekonferenz in Belgrad. Zudem behauptete er, sein Sohn werde in Melbourne "in einem Gefängnis" gefangen gehalten. Anschließend führte er vor dem serbischen Parlament mit Megafon eine Demonstration von Fans an.
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Quelle: SID

Fall Djokovic: Australien wehrt sich gegen Vorwürfe

Es waren Aussagen, die die australische Regierung so nicht auf sich sitzen lassen will, weshalb Innenministerin Karen Andrews am Freitag reagierte. "Herr Djokovic wird in Australien nicht gefangen gehalten, es steht ihm frei, jederzeit auszureisen", sagte sie gegenüber australischen Medien: "Und der Grenzschutz wäre ihm dabei auch behilflich."
Laut Andrews habe Djokovic, der sich schon mehrmals als Impfgegner positioniert hatte, zwar ein Visum ausgestellt bekommen. Aber die Grenzbehörden hätten nach der Ankunft des Grand-Slam-Rekordchampions festgestellt, dass dieser die Einreisebedingungen nicht erfülle, weil er nicht vollständig geimpft sei. Auch einer von COVID-19 genesenen tschechischen Spielerin, die sich schon seit Dezember im Land befindet, sei laut "ABC News" und "The Age" am Freitag das Visum entzogen worden.
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Quelle: Perform

Überstandene Corona-Infektion erlaubt Djokovic Einreise nicht

Mittlerweile zeichnet sich ein immer klareres Bild ab, wie das Chaos um Djokovic zustande kam. Tennis Australia (TA), Ausrichter des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres, soll schon im November von der nationalen Regierung schriftlich darauf hingewiesen worden sein, dass eine überstandene COVID-Erkrankung in den vergangenen sechs Monaten nicht automatisch zur Einreiseerlaubnis und der Befreiung der Impfpflicht führt.
Die vom Bundesstaat Victoria und TA erteilte medizinische Ausnahmegenehmigung für Djokovic soll diesen zwar zur Teilnahme an den Australian Open in Melbourne berechtigen, aber nicht zur Einreise. Australischen Medien zufolge habe Djokovic aber am Flughafen auf eine Genesung verwiesen. Jacinta Allan, Kabinettsmitglied in Victoria, versicherte am Freitag, dass sie und ihre Kollegen nichts von dem Briefwechsel zwischen der nationalen Regierung und Tennis Australia wussten.
Während eine positive Wendung für Djokovic hinsichtlich der Australian Open so weiter unwahrscheinlich ist, geht der sorgenvolle Blick Beckers schon viel weiter. "Tatsache ist, dass wir in einer anderen Welt leben", schrieb er: "Und es wird ihm sehr schwer fallen, das Leben eines professionellen Tennisspielers zu führen, der ohne Impfung herumreist."
(SID)
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Quelle: Eurosport

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