"Ich weiß nicht, wie ich das Match gedreht hatte. Beim Matchball für Félix habe ich gut serviert, hatte aber echt Schwierigkeiten. Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt und er war lange klar besser. Dann habe ich mich gefragt: 'Was hätte Novak Djokovic getan?'", erklärte Medvedev. Er habe in der Folge "sein Niveau gesteigert" und sich somit das Ticket fürs Halbfinale gesichert.
Die Partie in der Rod Laver Arena nahm zunächst einen überraschenden Verlauf, denn es war Félix Auger-Aliassime, der im Stile des Favoriten spielte. Diese Rolle war eigentlich Daniil Medvedev zugedacht, der als Nummer zwei der Setzliste als heißester Anwärter auf den Titel gilt.
Im ersten Satz war allerdings der Kanadier der abgeklärtere Spieler und nutzte im Tiebreak beim 7:4 seine erste Chance zur Satzführung.
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Die erwartete Reaktion von Medvedev blieb in der Folge aus, mehr noch: Der 25-Jährige musste sein erstes Aufschlagspiel im zweiten Durchgang abgeben und geriet mit 0:2 ins Hintertreffen.
Es war beeindruckend, wie stabil und cool Auger-Aliassime mit seinem Vorteil umging. Der 21-Jährige hielt sein hohes Niveau und brachte den zweiten Satz sicher unter Dach und Fach.

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Becker staunt über Auger-Aliassime

"Das ist sein bestes Match. So solide und konzentriert habe ich ihn noch nie gesehen - und das gegen die Nummer zwei der Welt", staunte Eurosport-Experte Boris Becker.

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Im dritten Satz entwickelte sich ein enges Duell, beide Spieler brachten ihre Aufschlagspiele sicher durch. Medvedev kam nun besser zurecht, ohne zu überzeugen. "Daniil spielt klar unter seinem Niveau. Beim Return schafft er es nicht, seinen Gegner unter Druck zu setzen. Da kommt zu wenig", zog Becker Zwischenbilanz.
Immerhin gelang es Medvedev, das Momentum ein wenig zu seinen Gunsten zu verändern. Im Tiebreak des dritten Satzes war der Favorit dann zum ersten Mal voll da - und verhinderte mit 7:2 das Aus.

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Medvedev wehrt Matchball ab

Das Match wurde mit zunehmender Dauer immer hochklassiger - und dramatischer. Auger-Aliassime hatte bei einer 5:4-Führung Break- und Matchball. Medvedev wehrte ab und durchbrach seinerseits das nächste Aufschlagspiel des Weltranglistenneunten. Kurz darauf war der Satzausgleich da.
Zu Beginn des fünften Durchgangs boten die beiden dem Publikum dann Feinschmecker-Tennis. "Das ist jetzt die beste Phase der Begegnung", lobte Becker. Auger-Aliassime ließ indes erneut eine große Chance liegen, in dem er zwei Breakbälle ungenutzt ließ. Es wäre die 2:0-Führung gewesen.

Wunderwaffe Aufschlag: Medvedev wehrt Matchball ab

Stattdessen kippte die Partie in Richtung Medvedev, der dank eines Breaks auf 3:1 davonzog. "Daniil spürt den Ball jetzt wesentlich besser, spielt sich mitunter fast in einen Rausch", befand Becker. Doch Auger-Aliassime kämpfte verbissen, ließ aber bei 4:5 zwei Chancen liegen, dem Russen das Service abzunehmen - und so nutzte der seinen ersten Matchball. "Für mich war es das vielleicht beste Match des Turniers", zeigte sich Becker begeistert.

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