Alexander Zverev vor Grand-Slam-Comeback: Warum Barbara Schett dem Olympiasieger einen Titel zutraut
Alexander Zverev nimmt bei den Australian Open erstmals seit seiner Knöchelverletzung in Roland Garros wieder an einem Grand-Slam-Turnier teil. Der Fokus des Hamburgers liegt freilich weniger darauf, gleich den ganz großen Wurf landen zu müssen, sondern vielmehr darin, den Rhythmus wiederzufinden. Eurosport-Expertin Barbara Schett erwartet künftig dennoch Großes von der deutschen Nummer eins.
Zverev-Brüder exklusiv: Wer wird die Nummer eins der Welt?
Quelle: Eurosport
Dirk Nowitzki und Alexander Zverev hatten sichtlich Spaß, als sie sich am Donnerstag im Melbourne Park trafen. "Und, kannst du?", fragte Zverev seinen berühmten Sparringspartner, der aktuell mit seiner Familie in Down Under weilt. Die Antwort der Basketball-Legende, die eigenen Angaben zufolge in ihrer Jugend "in Bayern in der Rangliste auf Platz sechs oder sieben" im Tennis stand: "Also, wenn du zu mir hinspielst ..." Die beiden ließen ein paar Ballwechsel folgen.
Zverev hatte sich schon kurz zuvor – natürlich deutlich intensiver – ein Trainingsmatch mit seinem Kumpel Dominic Thiem geliefert. Beide hatten in der jüngeren Vergangenheit mit schwerwiegenden Verletzungen zu kämpfen.
Der Österreicher laborierte lange an einer Handgelenksverletzung und findet seither nur langsam zurück in die Spur, Zverev zog sich im hochklassigen Halbfinale der French Open gegen den späteren Sieger Rafael Nadal Anfang Juni vergangenen Jahres einen dreifachen Bänderriss im Sprunggelenk zu.
In den vergangenen sieben Monaten arbeitete der 25-Jährige an seiner Rückkehr auf die große Bühne, zwischenzeitlich wurde er von einem Knochenödem im Fuß ausgebremst. Dementsprechend geht es für den Hamburger in Australien erst einmal darum, seinen Rhythmus wiederzufinden. Sein Hauptziel in Melbourne sei es, "wieder zu meiner gewohnten Form zurückzukommen."
Zverev über Titelambitionen in Melbourne: "Unrealistisch"
Illusionen über den ganz großen Wurf beim Hartplatzturnier mache er sich indes nicht. Es sei "unrealistisch" und "ziemlich dumm", vom Titel zu sprechen, hatte er unlängst gesagt. Auf Taylor Fritz, der kürzlich beim United Cup einen souveränen Zwei-Satz-Sieg gegen Zverev gefeiert hatte, habe die deutsche Nummer eins "ein bisschen eingerostet" gewirkt. Verständlich nach einer derart langen Zwangspause.
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Rafael Nadal & Alexander Zverev
Fotocredit: Getty Images
Im Gegensatz zum ersten Halbjahr 2022, als Zverev bis zu seiner Verletzung stets als Mitfavorit galt und sogar veritable Chancen auf den Sprung an die Spitze der Weltrangliste bestanden, wird er bei der diesjährigen Ausgabe der Australien Open also nicht als potenzieller Sieger gehandelt.
Augenscheinlich kein Problem für ihn, Zverev mache laut Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann "einen sehr guten, gelösten Eindruck" in Australien. Diesen Anschein erweckte er zuletzt auch in einer exklusiven Frage-Antwort-Runde mit Eurosport. "Ich habe keinen. Der hält nur zwei Tage, dann ist es vorbei", antwortete Zverev grinsend auf die Frage, welcher sein größter Vorsatz fürs neue Jahr sei.
Schett glaubt an Grand-Slam-Sieg von Zverev
Keinen Vorsatz, die sportlichen Ziele zunächst darauf beschränkt, von Spiel zu Spiel zu denken. Eurosport-Expertin Barbara Schett ist jedoch davon überzeugt, dass Zverev auch nach dem großen Verletzungsrückschlag im Stande sein wird, Großes zu leisten. Womöglich noch nicht in Australien, aber in Zukunft.
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Barbara Schett berichtet für Eurosport von den Australian Open
Fotocredit: Eurosport
"Natürlich wird Sascha nach der langen Ausfallzeit nicht von heute auf morgen sein allerbestes Tennis spielen können. Aber ich traue ihm künftig sehr, sehr viel zu", sagte die ehemalige Top-Ten-Spielerin im Gespräch mit Eurosport.
Sie ergänzte: "Es war wahnsinnig schade, dass er sich auf dem wohl höchsten Punkt seines Schaffens verletzt hat. Ich bin der Meinung, dass er Nadal bei den French Open damals geschlagen hätte." Sie sei sich sicher, dass er die Qualität habe, "noch einen Grand-Slam-Titel holen wird."
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"Hör doch bitte auf!" Zverev lässt Nadal alt aussehen
Quelle: Eurosport
Zverev "überzeugter von sich selbst"
Dass Zverev ähnlich lange wie Kumpel und Trainingspartner Thiem an den Folgen der Verletzung leiden könnte, glaubt die Österreicherin nicht. "Sascha und Dominic sind zwei komplett unterschiedliche Typen", erklärte sie. Schett führte aus: "Bei Dominic war es ein bisschen anders. Er hatte schon vor seiner Verletzung schwierige Zeiten. Er überlegt viel, er braucht mehr Motivation."
Zverev sei hingegen "überzeugter von sich selbst", der Olympiasieger gehe "die Sache positiver an". Positiv blickt er jedenfalls in die etwas entferntere Zukunft. Mit der Frage konfrontiert, wer Sanplatzkönig Nadal dieses Jahr in Paris bezwingen könne, nannte Zverev bei Eurosport neben Carlos Alcaraz und Novak Djokovic auch sich selbst.
Bruder Mischa Zverev ging sogar noch einen Schritt weiter: "Sascha gewinnt die French Open", prognostizierte er mit einem Augenzwinkern. "Er hat es im vergangenen Jahr knapp verpasst, also warum sollte man es nicht erneut als Ziel ausrufen?"
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