Australian Open 2023: Stefanos Tsitsipas gelingt Statement-Sieg im Achtelfinale gegen Jannik Sinner
Stefanos Tsitsipas hat mit einem gehörigen Kraftakt das Viertelfinale der Australian Open 2023 erreicht. Der Grieche setzte sich im Achtelfinale gegen Jannik Sinner (Italien/Nr. 15) 6:4, 6:4, 3:6, 4:6, 6:3 durch und kann damit weiter von seinem ersten Grand-Slam-Titel träumen. Sinner dagegen verpasste es zum vierten Mal binnen eines Jahres bei einem Major unter die besten Acht zu kommen.
Achtelfinale: Tsitsipas gewinnt Achterbahnfahrt gegen Sinner - Highlights
Quelle: Eurosport
Jannik Sinner vergab im Achtelfinal-Duell mit Stefanos Tsitsipas 22 von 26 Breakchancen. Im fünften Satz servierte der Grieche allerdings durch, ohne dem Südtiroler einen Breakball zu gestatten. "Das war ein langes Match, hat sich wie ein Jahrhundert auf dem Court angefühlt", sagte der Grieche: "Das war ein großartiger Abend."
"Kompliment an ihn, er ist durch Himmel und Hölle gegangen", meinte Eurosport-Experte Boris Becker über den Sieger: "Er ist nervenstark geblieben." Tsitsipas war mit seinen Kräften aber auch einigermaßen am Ende. "Mir ist so heiß, ich würde am liebsten in den Yarra River springen", sagte er.
Tsitsipas startete gleich mit einem Break ins Match. Sinner glich zwar zum 4:4 aus, kassierte aber prompt das Rebreak, das dem Griechen nach 45 Minuten Satz eins bescherte.
Der an Drei gesetzte Tsitsipas diktierte zunächst die meisten Ballwechsel, Sinner wusste aber ab dem zweiten Satz immer wieder mit starken Konterschlägen zu überzeugen. Der Südtiroler hob sein Niveau sichtbar an und holte zu Beginn des zweiten Durchgangs erneut ein Break auf (2:2).
Tsitsipas kaltschnäuziger als Sinner
"Manche seiner Schläge erinnern mich ein bisschen an Djokovic", meinte Experte Boris Becker als Co-Kommentator bei Eurosport. Bei 4:4 ließ sich der 21-Jährige aber erneut satzentscheidend das Service abnehmen.
Sinner mangelte es vor allem an Kaltschnäuzigkeit - so ließ er in den ersten beiden Durchgängen schon sechs von acht Breakchancen ungenutzt, während Tsitsipas alle vier sich ihm bietenden Chancen eiskalt nutzte. Das wurde beim Südtiroler auch im Laufe der Partie nicht besser.
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Sinner schafft Rebreak und zeigt die Becker-Faust
Quelle: Eurosport
Ab dem dritten Satz spielte Sinner dann aber auf Augenhöhe mit Tsitsipas - und teilweise auch drüber. Bei 3:1 setzte er sich erstmals im Match ein wenig ab und brachte den Durchgang trotz neun vergebener Breakchancen (1/10) ohne Aufschlagverlust unter Dach und Fach.
Sinner holt 0:2-Satzrückstand auf
Jetzt wankte der Grieche; Sinner nahm ihm zum 2:1 im Vierten erneut das Service ab und hielt das Break Vorsprung bis zum Satzausgleich. 3:20 Stunden waren da gespielt.
"Er hat im dritten und vierten Satz unglaublich gespielt", musste auch Tsitsipas nach dem Match zugeben.
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Satzausgleich nach 0:2! Sinner schafft Comeback gegen Tsitsipas
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Das Momentum konnte der Youngster aber nicht nutzen. Mit Beginn des fünften Satzes übernahm Tsitsipas wieder die Initiative. Konnte der Südtiroler bei 1:2 noch ein 0:40 wettmachen, musste er ein Aufschlagspiel später kleinbeigeben.
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Tsitsipas rutscht böse weg - aber macht das Break
Quelle: Eurosport
Tsitsipas ist ein Fünf-Satz-Spezialist
Nach genau 4:00 Stunden verwandelte der Grieche dann seinen ersten Matchball in diesem engen Match (154:151 Gesamtpunkte für Tsitsipas). Im fünften Satz half ihm eine minimale Änderung.
"Ich habe meinen Arm und mein Handgelenk beim Aufschlag ein bisschen mehr gehen lassen, das hat mir sehr geholfen, um noch mehr Power und Genauigkeit zu bekommen", verriet er im Siegerinterview: "Diese kleine Anpassung hat meine Herangehensweise komplett geändert und ich konnte gut ausservieren. Ich bin froh, dass ich das herausgefunden habe."
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Tsitsipas schmeichelt Laver und will in den Fluß hüpfen
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Für Tsitsipas war es bei der 22. Grand-Slam-Teilnahme sein 15. Fünf-Satz-Match - neun davon hat er gewonnen. Sinner hat in bisher 13 Major-Teilnahmen nun neun Mal über die volle Distanz gespielt - es war seine fünfte Niederlage in fünf Sätzen.
Sinner baut schwarze Serie aus
Außerdem ging eine schwarze Serie weiter: Bei Grand Slams konnte der Südtiroler noch nie gegen einen Spieler aus der Top fünf der Welt gewinnen (0:5), in ATP-Turnieren gesamt steht seine Bilanz gegen die besten der Welt bei 1:16.
"Es macht nachdenklich, dass ein so guter Spieler gegen die ganz vorne doch den Kürzeren zieht. Da muss er sich schon hinterfragen: Was fehlt mir denn in diesen kleinen, wichtigen Momenten?", meinte Eurosport-Expertin Barbara Rittner.
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Der Matchball: Tsitsipas bezwingt Sinner in fünf Sätzen
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Die Breakbälle (4/26) seien gegen Tsitsipas der Knackpunkt gewesen. "Er muss noch einen Tick entschlossener und selbstbewusster sein und diese leichten Fehler eindämmen. Ihm fehlt die Konstanz auf dem hohen Niveau", urteilte Rittner.
Tsitsipas jetzt gegen Favoriten-Killer Lehecka
Im Viertelfinale trifft Tsitsipas nun auf den Tschechen Jiri Lehecka. Der Weltranglisten-71. warf überraschend Félix Auger-Aliassime (Kanada/Nr. 6) 4:6, 6:4, 7:6 (7:2), 7:6 (7:3) aus dem Turnier. Damit ging der "Netflix"-Fluch weiter.
Die Australian Open sind ein Lieblingsturnier des Griechen: 2019, 2021 und 2022 stand er in Melbourne je im Halbfinale.
Im vergangenen Jahr hatte er Sinner auf dem Weg dorthin glatt im Viertelfinale geschlagen. In direkten Duellen gegen den Südtiroler steht es nunmehr 5:1 für Tsitsipas.
Tsitsipas könnte Nummer eins werden
"Er präsentiert sich in Melbourne immer unheimlich frisch und gut", sagte Rittner: "Er genießt es, diese Energie der Zuschauer aufzusaugen und den Schwung mitzunehmen. Ich glaube, dass er nach dem Ausscheiden von Rafael Nadal einer der Favoriten ist - aber der Topfavorit ist und bleibt Novak Djokovic, solange der lädierte Oberschenkel hält."
Sollte Tsitsipas die Australian Open gewinnen, würde er die Spitze der Weltrangliste übernehmen. Mit einem Final-Einzug wäre er zumindest erstmals Weltranglistenzweiter.
Sinner stand in Melbourne bei Grand-Slam-Turnieren zum sechsten Mal in Folge im Achtelfinale. Der Südtiroler kam bei einem Major jedoch noch nie über das Viertelfinale hinaus (vier Teilnahmen).
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