Australian Open - Alexander Zverev mit emotionaler Rede nach Finalniederlage gegen Jannik Sinner: "Bin nicht gut genug"
VonFelix Eck
Update 26/01/2025 um 17:33 GMT+1 Uhr
Alexander Zverev muss weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Der Hamburger unterlag Jannik Sinner im Finale der Australian Open, zeigte im Interview bei der Siegerehrung aber Größe. "Es nervt mich sehr, neben der Trophäe zu stehen, ohne sie anfassen zu dürfen", sagte er. Der 27-Jährige adelte seinen Gegner darüber hinaus als "besten der Welt" und schwärmte von den Fans in Melbourne.
Zverev zeigt Größe nach Finale: "Sinner mit Abstand der Beste"
Quelle: Eurosport
Alexander Zverev bestieg wenige Minuten nach der Finalniederlage bei den Australian Open das Podest in der Rod Laver Arena.
Noch während der Deutsche das Mikrofon einstellte, störte eine Zuschauerin die andächtige Ruhe mit Zwischenrufen. Zverev nahm die Störung jedoch gelassen zur Kenntnis und begann seine Rede ungestört.
"Jannik Sinner, du bist der beste der Welt. Ich hatte gehofft, dir Konkurrenz zu machen, aber es gibt keinen, der diese Trophäe mehr verdient als du", adelte der 27-Jährige seinen Konkurrenten.
Auf der anschließenden Pressekonferenz baute Zverev das Lob sogar noch aus. "Er spielt wie Novak Djokovic zu seiner besten Zeit. Alles in allem war er ein viel besserer Tennisspieler als ich. Heute war Jannik zu gut. Das ist ein Fakt."
Zverev: "Ich bin einfach nicht gut genug"
Zverev, der am Sonntag sein drittes Grand-Slam-Finale verlor, nahm die Niederlage auf dem Court mit Galgenhumor. "Ich möchte meinem Team danken, aber ich bin einfach nicht gut genug", sagte er an sein Team gerichtet.
"Ich schätze sehr, was ihr für mich in den letzten drei Jahren getan habt. Ich habe mit Verletzungen gekämpft und ich verdanke euch, dass ich jetzt wieder Grand-Slam-Finals spiele. Ohne euch hätte ich es nicht geschafft."
Jedoch zeigte der 27-Jährige in den Katakomben der Rod Laver Arena auch enttäuscht: "Ein Grand-Slam-Finale zu verlieren, ist das beschissenste Gefühl, das es auf der Welt gibt. Nach dem US-Open-Finale war ich unfassbar enttäuscht. Nach dem Roland-Garros-Finale war ich auch enttäuscht, aber da war ich eher glücklich, dass ich das Niveau wieder gefunden habe."
Sowohl Zverev als auch Sinner bedankten sich beim Publikum für die Unterstützung: "Ihr habt mich bis ins Finale gepusht, auch wenn ich nicht gut genug war. Ich weiß nicht, ob ich diese Trophäe je gewinnen kann. Aber ich werde es weiterhin versuchen und nicht aufgeben", beendete Zverev sein Interview kämpferisch.
Aufgeben ist keine Option - Roland Garros im Blick
Angesprochen auf seine Aussage erklärte der US-Open-Finalist auf der Pressekonferenz: "Ich habe gegen Jannik heute glatt verloren. Ich will meine Karriere sicher nicht als der beste Spieler beenden, der nie einen Grand-Slam gewonnen hat."
"Ich werde alles tun, was notwendig ist, um eine Trophäe zu gewinnen", fügte Zverev an.
Der Deutsche richtete den Blick bereits auf das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres: "Der Fokus liegt jetzt auf Roland Garros. Am Ende des Tages möchte ich auch irgendwann so ein Ding gewinnen und nicht nur im Finale stehen."
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Finale: Zverev beißt sich an Sinner die Zähne aus - Highlights
Quelle: Eurosport
Sinner über Zverev: "bist ein unglaublicher Spieler"
Sinner dagegen strahlte nach seinem 6:3, 7:6 (7:4), 6:3-Sieg über das ganze Gesicht, als er wie im Vorjahr die Trophäe in den Melbourner Nachthimmel hob. Jedoch richtete auch der 23-Jährige seine ersten Worte an seinen Gegner.
"Du bist ein unglaublicher Spieler und musst weiter an dich glauben. Jeder in diesem Sport weiß, wie stark du bist. Nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch." Trotz der Niederlage sprach Sinner Zverev Mut zu. "Wir glauben alle, dass du bald eine Trophäe hochheben kannst."
Anschließend wandte sich der dreifache Grand-Slam-Sieger an sein Team: "Wir haben hart gearbeitet, um in diese Position zurückzukommen und es ist unglaublich, diesen Moment mit euch zu teilen. Es ist unglaublich, diese Dinge zu erreichen, aber vor allem diesen Sieg mit euch zu teilen."
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Der große Moment: Sinner bekommt Norman Brookes Challenge Cup
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Sinner scherzt mit scheidendem Coach Cahill
Sinners Trainer Darren Cahill stand auf dem Court und war den Tränen nahe. Der Coach hatte vor der Saison angekündigt, Ende 2025 in Rente zu gehen. "Vielleicht versuche ich dich zu überzeugen weiterzumachen", scherzte der Italiener.
"Es sind deine letzten Australian Open und ich bin so glücklich, diese Trophäe mit dir zu teilen", erklärte Sinner.
Auf der Pressekonferenz ging der Sieger, der den Norman Brookes Challenge Cup direkt neben sich platziert hatte, im Detail auf seinen Triumph ein: "Ich habe sehr gut angefangen und habe sehr schnell zu meinem Spiel gefunden und Selbstvertrauen aufgebaut."
Der 23-Jährige schmiedet schon Pläne für das nächste Jahr und verabschiedete sich mit einem "bis bald" vom Publikum.
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Der Matchball: Sinner macht Titel gegen Zverev perfekt
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